Glossar

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A

Altenteilsleistung bei Land- und Forstwirtschaft

Ein Altenteil ist eine meist vertragliche Vereinbarung bei der Eigentums- und Herrschaftsüberlassung von land- und forstwirtschaftlichen Gütern und Höfen. Altenteilsleistungen können unter Nachweis ihres tatsächlichen Werts von der Steuer abgezogen werden.

Aktivnachlass

Unter dem Aktivnachlass versteht man die Summe aller vorhandenen Vermögenswerte des Verstorbenen. Dies beinhaltet Immobilien, Bankguthaben und sonstige Geldanlagen, Wertpapiere/Wertpapierdepots sowie persönliche Gegenstände und auch Forderungen gegenüber Dritten.

Annahme

Die Annahme der Erbschaft erfolgt durch die Willensbekundung, diese antreten zu wollen. Das geschieht entweder durch eine ausdrückliche Erklärung oder dadurch, dass die Ausschlagungsfrist abläuft.

Ausbildungsbeihilfe

Wenn Jugendliche ihre Lebenshaltungskosten mit der Bezahlung während ihrer Ausbildung nicht vollständig finanzieren können und entsprechende Voraussetzungen erfüllen, so erhalten sie eine Ausbildungsbeihilfe.

Auskunftsanspruch

Pflichtteilsberechtigte haben gegenüber den Erben einen Auskunftsanspruch über den vollen Umfang des Nachlasses (Nachlassverzeichnis). Den gleichen Anspruch können auch Nach- gegenüber Vorerben geltend machen.

Ausschlagung der Erbschaft

Vorläufige Erben können das Erbe vor dem Nachlassgericht innerhalb einer Frist von 6 Wochen nach Erfahren von der Erbschaft ausschlagen, sie nehmen diese dann nicht an. Bei einer wirksamen Ausschlagung verlieren sie ihre Ansprüche, Rechte, aber auch Pflichten bezüglich des Erbes.

B

Berliner Testament

Das Berliner Testament ist ein gemeinsames Testament beider Ehepartner, in welchen sie sich jeweils zum alleinigen Erben einsetzen und festlegen, dass das zusammengefasste Vermögen nach dem Tod des zweiten Partners an definierte Dritte vererbt wird. Oft sind das die gemeinsamen Kinder.

Bezugsrecht

Bei einer Kapitalerhöhung eines Unternehmens steht dem Aktionär das Recht (Bezugsrecht) zu, einen Teil der dadurch neu entstehenden, jungen Aktien zu beziehen. Dieser Teil wird an seinem Anteil am vorherigen Grundkapital gemessen.

Böswillige Schenkung

Wenn ein Erblasser zu Lebzeiten eine Schenkung mit dem Motiv vornimmt, einen im gemeinschaftlichen Testament oder Erbvertrag festgelegten Erben zu benachteiligen, so spricht man von einer böswilligen Schenkung.

Bundesschatzbriefe

Bundesschatzbriefe sind eine Art von Bundeswertpapieren, die die Bundesrepublik Deutschland von 1996 bis Dezember 2012 ausgegeben hat und gehören somit zu den Staatsanleihen, sie haben eine Laufzeit von sechs oder sieben Jahren. Die Anleger könnten dem Bund damit Geld leihen und erhielten im Gegenzug Zinsen.

C

Cognationsprinzip

Das Cognationsprinzip gilt heute nicht mehr, regelte aber früher, dass nur Blutsverwandte (lat. "cognatus" = "blutsverwandt") erbberechtigt waren.

D

Darlehen

Darlehen werden in der Umgangssprache auch Kredite genannt und sind schuldrechtliche Verträge. Der Darlehensgeber leiht dem Darlehensnehmer dabei meist Geld (manchmal aber auch eine Sache), oft gegen Zinsen. Darlehen können jedoch in vielen Formen auftreten: befristet oder unbefristet, entgeltlich oder unentgeltlich und verzinslich oder unverzinslich.

Dreißigster

Die ersten 30 Tage, nachdem der Erbfall eintritt, sind die Erben dazu verpflichtet, unterhaltsberechtigte Familienangehörige und Haushaltsmitglieder des Erblassers im selben Umfang wie zuvor der Erblasser mit Unterhaltszahlungen und Nutzung der Wohnung zu versorgen.

Dürftigkeit des Nachlasses

Der Nachlass wird als dürftig bezeichnet, wenn er nicht zur Kostendeckung seiner amtlichen Verwaltung genügt. Weist der Erbe dies nach, so wird ihm ein Leistungsverweigerungsrecht gegenüber dem Nachlassgläubiger eingeräumt, um sein Privatvermögen zu schützen. Der Kostenanteil, für den der Nachlass ausreicht, muss allerdings gedeckt werden.

E

Ehegattentestament

Ein gemeinsames Testament beider Eheleute oder eingetragener Lebenspartner, in dem Anordnungen für den Todesfall (eines Partners) getroffen werden. Meist wird die gesetzliche Erbfolge geändert, denn in der Regel setzen sich die Partner als Alleinerben und bspw. gemeinsame Kinder erst als Schlusserben nach dem Tod beider ein. Das Berliner Testament stellt eine Sonderform dar.

Eigenhändiges Testament

Ein nicht notarielles, sondern handschriftliches, unterschriebenes Testament.

Enterbung

Ein Erblasser kann Verwandte oder den Ehepartner zunächst ohne Angabe von Gründen von der gesetzlichen Erbfolge ausschließen und somit enterben. Das erfolgt in einem Testament oder Erbvertrag, ist aber nur bei triftigen Gründen wirksam, da der enterbte Pflichtteilsberechtigte Anspruch auf seinen Pflichtteil erheben kann.

Erbbaurecht

Das in Deutschland existierende Erbbaurecht ermöglicht (meistens gegen Entrichtung eines Erbbauzinses), Grundstücke zu bebauen, die nicht zum Eigentum gehören. Dazu muss der Grundstückseigentümer dem Erbbaurechtsnehmer das im Grundbuch eingetragene Recht einräumen, sein Grundstück zu bebauen und alleiniger Eigentümer der errichteten Gebäude zu sein. Erbbaurechtsverträge sind oft an eine bestimmte Laufzeit gekoppelt und können vererbt werden.

Erbe

Derjenige, der nach dem Tod eines anderen dessen Vermögen erhält, wird als Erbe bezeichnet.

Erbeinsetzung

Die Erbeinsetzung ist die von der gesetzlichen Erbfolge abweichende Auswahl eines oder mehrerer Erben, die in einem Testament oder Erbvertrag festgehalten wird.

Erbengemeinschaft

Gemeinschaft aller Erben, sie verwalten den Nachlass gemeinsam und teilen auch die Begleichung der Nachlassverbindlichkeiten untereinander auf.

Erbersatzanspruch

Der Erbersatzanspruch war das bis 1998 geltende Erbrecht für nichteheliche Kinder, wurde jedoch reformiert, nichteheliche Kinder sind ehelichen Kindern heute gleichgestellt.

Erbfähigkeit

Die Fähigkeit, Erbe zu sein, wird allen lebenden Personen oder bereits gezeugten Kinder eingeräumt, sofern sie nach Eintritt des Erbfalls lebendig geboren werden.

Erbfall

Stirbt der Erblasser, so tritt der Erbfall ein.

Erbfallschulden

Erbfallschulden gehören zu den Nachlassverbindlichkeiten. Sie sind Schulden, die durch den Erbfall selbst ausgelöst wurden und können vor allem von Beerdigungskosten, Zahlung der Erbschaftssteuer, geltend gemachten Pflichtteilen und Verbindlichkeiten aus Vermächtnissen verursacht werden.

Erbfolge (gesetzlich)

Die gesetzliche Erbfolge ist die festgelegte Rangfolge der Erben im Erbfall. Sie bekommen dabei unterschiedliche Ansprüche auf das Vermögen des Erblassers eingeräumt. (§§1924 ff. BGB)

Erblasser

Die Person, durch dessen Tod das Erbe auf die Erben übergeht.

Erblasserschulden

Die Schulden des Erblassers (bspw. Darlehensverbindlichkeiten, Steuerschulden) werden als Nachlassverbindlichkeiten betrachtet und sind somit vom Nachlassvermögen zu subtrahieren.

Erbquote

Im Rahmen der gesetzlichen Erbfolge festgelegte Quoten, die die Höhe des Pflichtteilsanspruchs regeln. Die Erbquote wird z.B. von der Familienkonstellation beeinflusst.

Erbschaft

Aus dem gesamten Vermögen des Erblassers abgeleitete Rechte und Pflichten, die im Todesfall auf den oder die Erben übertragen werden.

Erbschaft- und Schenkungssteuer

Die gesetzlich festgelegte Steuer, die auf die Übertragung des Vermögens im Todesfall oder auch bei Schenkungen zu Lebzeiten abgeführt werden muss.

Erbschein

Der Erschein ist das amtlich erstellte Zeugnis, das das Erbrecht des Erben bestätigt, zudem enthält er Informationen über die Größe des Erbteils, wenn es mehrere Erben gibt.

Erbteil

Der Anteil, der einem Miterben am Nachlass zusteht, wird Erbteil genannt.

Erbunwürdigkeit

Im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) sind Gründe festgelegt, die jemanden als unwürdig, Erbe zu sein, einstufen. Dazu gehören zum Beispiel vorsätzliche oder versuchte Tötung des Erblassers.

Erbvertrag

Der Erbvertrag ist eine Verfügung des Todes wegen. Konkret handelt es sich hierbei um einen zwischen wenigstens zwei Personen geschlossenen Vertrag, in welchem mindestens eine Person ihre letztwillige Verfügung regelt.

Erbverzicht

Der in einem Vertrag beschlossene Verzicht eines gesetzlichen Erben auf das Erbrecht wird als Erbverzicht bezeichnet.

Ersatzerbe

Der Erblasser kann einen Ersatzerben einsetzen, der nur erbt, falls der eigentliche Erbe vor oder nach Eintritt des Erbfalls wegfällt.

F

Festverzinsliche Wertpapiere

Es handelt sich hierbei um Anlagen mit festgesetzter Laufzeit. Sie charakterisieren sich dadurch, dass sie regelmäßig Zinsen bringen, der Anleger zum Ende der Laufzeit jedoch sein Kapital zum Nennwert (Anteil der Aktie am Grundkapital der Aktiengesellschaft) zurückerhält.

Fiktiver Nachlass

Der fiktive Nachlass ist die Summe des Wertes pflichtteilsergänzungsrelevanter Schenkungen des Verstorbenen zum Nettonachlass. Ab dem 01.01.2010 gilt dabei grundsätzlich das sog. Abschmelzungsmodell. Die Schenkung wird innerhalb des ersten Jahres vor dem Erbfall in vollem Umfang, innerhalb jedes weiteren Jahres vor dem Erbfall um jeweils ein Zehntel weniger berücksichtigt. Der fiktive Nachlass ist die Grundlage für die Berechnung des Pflichtteilsergänzungsanspruchs.

Fortgesetzte Gütergemeinschaft

Eine spezielle Form der Gütergemeinschaft, die heute vorwiegend noch bei älteren Landwirtsehepaaren in Süddeutschland existiert. Dabei wird die Gütergemeinschaft des Ehepaares nach dem Tod des ersten Partners mit den gemeinsamen Kindern fortgesetzt. Der überlebende Partner hat jedoch das Recht, das Gesamtgut zu verwalten, auch wenn die Kinder de facto Anteile am Eigentum erhalten. Somit ist die fortgesetzte Gütergemeinschaft der einzige Güterstand, bei dem die Kinder bezüglich des Gesamtguts keinen Pflichtteilsanspruch haben.

G

Gemeinschaftliches Testament

Das gemeinschaftliche Testament ist eine gleichzeitige letztwillige Verfügung von Eheleuten/(gleichgeschlechtlichen) Lebenspartnern, in dem sie Anordnungen für ihren Todesfall treffen.

Genussschein

Eine Art von Wertpapier, welches der Inhaber*in unterschiedliche vermögensrechtliche Ansprüche (bspw. Teilhabe an Erträgen) gegenüber einem Unternehmen, ganz gleich dessen Rechtsform, einräumt.

Gesetzliche Erben

Die durch das Gesetz bestimmten Erben, falls kein Testament oder Erbvertrag vorliegt.

Gläubiger

Der Gläubiger ist die Person, die Ansprüche gegenüber Schuldner*innen hat und geltend machen kann.

Großer Pflichtteil

Der große Pflichtteil spielt eine Rolle bei hinterbliebenen Ehegatten. Der hinterbliebene Ehegatte hat ein Wahlrecht. Er kann je nach Konstellation, wenn er enterbt ist oder der die testamentarische oder erbvertragliche Begünstigung ausschlägt, entweder den großen Pflichtteil oder den kleinen Pflichtteil sowie den tatsächlichen Zugewinnausgleich verlangen.

Grundbuch

Das Grundbuch ist ein öffentliches amtlichen Verzeichnis über Grundstücke, das sowohl über Eigentumsverhältnisse, Rechte und Lasten Auskunft gibt. Die Einsicht bedarf ein legitimes Interesse.

Grunddienstbarkeit

Die Grunddienstbarkeit befugt zu gewissen Rechten an einem fremden Grundstück, das kann z.B. das Wegerecht auf einem benachbarten Grundstück sein.

Grundschuld

Die Grundschuld ist die finanzielle Belastung eines Grundstücks, die häufig zur Sicherung eines Kredits dient und im Grundbuch vermerkt werden muss.

Gütergemeinschaft

Bei der Heirat oder Eintragung der Lebenspartnerschaft haben Paare die Option, eine Gütergemeinschaft zu gründen. Diese vereint das individuelle Vermögen beider Ehegatten und macht es zum gemeinschaftlichen Vermögen.

Güterstand

Die mit der Heirat oder Eintragung der Lebenspartnerschaft beginnende vermögensrechtliche Beziehung der Partner zueinander. Es gibt unterschiedliche Güterstände (bspw. Gütertrennung, Gütergemeinschaft, Zugewinngemeinschaft).

Gütertrennung

Die Gütertrennung beschreibt den Ausschluss der Partner des gesetzlichen Güterstands, der Zugewinngemeinschaft, der durch einen Notar beurkundet werden muss. Die Vermögen der Partner werden dann getrennt betrachtet und verwaltet, weshalb im Scheidungs- oder Todesfall kein Zugewinnausgleich stattfindet.

H

Handschriftliches Testament

Ein vollständig von Hand verfasstes und unterzeichnetes Testament.

Hypothek

Die Hypothek ist ein im Grundbuch verzeichnetes Grundpfandrecht an einem Grundstück und dient zur Sicherung von bspw. Krediten und Darlehen. Der Hypothekennehmer tritt bei der Aufnahme der Hypothek seine Rechte an dem Grundstück an den Kreditgeber (z.B. die Bank) ab, wodurch dieser im Falle, dass der Kredit nicht bedient werden kann, finanziell abgesichert ist, da er das Grundstück dann zwangsversteigern kann.

I

Inventar

Das Inventar umfasst den gesamten Besitzstand (oder das Verzeichnis dessen), das Vermögen, sowie die Schulden eines Betriebs, Unternehmens, Hauses oder Hofs.

Investmentfonds

Ein Fonds zur Geldanlage. Das Geld der Anleger wird durch eine Investmentgesellschaft im Rahmen von geschlossenen Vertragsbedingungen investiert. Die Anleger zahlen Geld ein und erhalten dafür Anteilscheine am Fonds, der Fonds bündelt und investiert es in verschiedene Wertanlagen, die Erträge dieser werden an die Anleger ausgeschüttet.

J

Junge Geschäftsanteile

Junge Geschäftsanteile sind Anteile einer Kapitalgesellschaft, die aus einer Kapitalerhöhung dieser hervorgehen.

K

Kleiner Pflichtteil

Der kleine Pflichtteil spielt eine Rolle bei hinterbliebenen Ehegatten. Der hinterbliebene Ehegatte hat ein Wahlrecht. Er kann je nach Konstellation, wenn er enterbt ist oder der die testamentarische oder erbvertragliche Begünstigung ausschlägt, entweder den großen Pflichtteil oder den kleinen Pflichtteil sowie den tatsächlichen Zugewinnausgleich verlangen.

Kryptowährung

Digitale Zahlungsmittel, die getauscht und gehandelt werden können, aber keine Währung im eigentlichen Sinne darstellen. Sie befinden sich nicht unter zentraler Verwaltung durch bspw. eine Regierung, sondern werden über ein Rechner-Netzwerk geführt. Sie basieren technisch auf der Blockchain, an die jede Transaktion in einem Datenblock gebündelt angehängt und durch kryptographische Verkettung gegen Manipulation gesichert wird. Der Wert der Kryptowährung bildet sich erst durch Nachfrage.

L

Leseunkundiger Erblasser

Ist ein Erblasser leseunkundig, so kann er kein eigenhändiges Testament schreiben, aber ein notarielles Testament durch die Erklärung gegenüber einem Notar errichten.

Letztwillige Verfügung

Synonym für Testament.

M

Mediation

Die Mediation ist das freiwillige Verfahren der Streitschlichtung, bei dem mit Unterstützung eines unabhängigen Mediators idealerweise eine Lösung im Konsens gefunden wird.

Miterbe

Der Erbe, der gemeinsam mit weiteren Erben zum Erbe eingesetzt ist und mit ihnen die Erbengemeinschaft formiert.

N

Nacherbe

In der gesetzlichen Erbfolge gibt es keine Vor- und Nacherben, es gibt jedoch die Möglichkeit für den Erblasser, solche im Testament zu benennen. Stirbt der Erblasser, so erbt zunächst der Vorerbe, stirbt dieser zu einem späteren Zeitpunkt auch oder ist bei Eintritt des Erbfalls bereits verstorben, so erbt der testamentarisch erwähnte Nacherbe. Durch die Nacherbschaft kann z.B. dafür gesorgt werden, dass das Vermögen über mehrere Generationen hinweg kontrolliert in der Familie bleibt.

Nachlass

Die vor allem auf das Vermögen bezogenen Rechte und Pflichten des Erblassers, welche bei dessen Tod auf die Erben übertragen werden.

Nachlassgericht

Das Amtsgericht am letzten Wohnsitz des Verstorbenen wird im Todesfall zum Nachlassgericht, das für alle Nachlassangelegenheiten zuständig ist.

Nachlassgläubiger

Der- oder diejenige, die gegenüber dem Nachlass des Verstorbenen eine Forderung hat.

Nachlassinsolvenzverfahren

Ist der Nachlass überschuldet, so kann durch die Erben, den Nachlassverwalter oder die Nachlassgläubiger das sogenannte Nachlassinsolvenzverfahren beantragt werden.

Nachlasspflegschaft

Das Nachlassgericht kann zur Sicherung des Nachlasses bis zu dessen Annahme durch die berechtigten Erben die Nachlasspflegschaft anordnen. Das ist z. B. der Fall, wenn die Erben unbekannt sind oder unklar ist, ob sie die Erbschaft antreten wollen.

Nachlassverbindlichkeit

Verbindlichkeiten, für die die Erben bei Eintritt des Erbfalls haften. Dazu gehören: Schulden, aus Pflichtteilsrechten entstehende Zahlungsansprüche, Kosten des Dreißigsten, die Erbschaftssteuer sowie Beerdigungskosten.

Nachlassverwaltung

Die vom Nachlassgericht angeordnete Nachlasspflegschaft, die der Befriedung der Nachlassgläubiger dient.

Nachlassverzeichnis

Das Nachlassverzeichnis ist ein komplettes Bestandsverzeichnis, das alle Werte (Aktiva) und Pflichten (Passiva), die zur zum Nachlass des Erblassers gehören, auflistet. Es dient primär der Erfüllung von Auskunftsansprüchen.

Nachvermächtnis

Der Erblasser bestimmt, dass ein bestimmter Vermächtnisgegenstand zuerst an den Vorvermächtnisnehmer übergeht, zu einem festgelegten Zeitpunkt oder bei Eintritt eines definierten Ereignisses jedoch dem Nachvermächtnisnehmer zufällt.

Nennbetrag

Der Geldbetrag, der auf eine Aktie aufgedruckt ist, wird auch Nennbetrag oder Nennwert genannt.

Nettonachlass

Der Nettonachlass wird ermittelt, indem vom Aktivnachlass der Passivnachlass abgezogen wird. Der Nettonachlass bildet die Grundlage für die Berechnung des sogenannten ordentlichen Pflichtteils.

Nießbrauch

Der Nießbrauch ist das in Deutschland geltende, nicht veräußerliche oder vererbliche Recht, aus einer fremden Sache Nutzen, bspw. Mieteinnahmen oder Zinsen, zu ziehen. Die Sache ist somit belastet.

Nießbrauchsvermächtnis

Das Vermächtnis, das einem Anderen das lebenslange oder befristete Recht zur Nutzung an einer Sache ein zugesteht.

Notarielles Testament

Eine Willenserklärung, in der der Erblasser entweder gegenüber einem Notar mündlich seine letztwillige Verfügung erklärt oder schriftlich mit Zusatz der Erklärung überreicht, dass es sich dabei um seine letztwillige Verfügung handelt.

Nottestament

Tritt ein besonderer Notfall ein (z.B. der Erblasser steht kurz vor dem Tod), der verhindert, dass ein eigenhändiges oder notarielles Testament erstellt werden kann, so müssen die Formvorschriften für ein rechtskräftiges Testament ausnahmsweise nicht eingehalten werden. Stattdessen reicht es aus, dass die letztwillige Verfügung gegenüber drei Zeugen mündlich zu erklären. Ein weiteres Beispiel stellt das Nottestament vor dem Bürgermeister dar.

O

Obligation

Eine Obligation, auch Anleihe oder Schuldverschreibung, ist ein durch ein Unternehmen oder eine Gemeinde (Schuldner) an einen Gläubiger herausgegebenes, festverzinsliches Wertpapier.

Optionsscheine

Optionsscheine werden an Börsen gehandelt, jedoch erwirbt man bei ihrem Kauf kein verbrieftes Eigentum an einem Unternehmen (Aktien), sondern das Recht, in einer festgelegten Laufzeit Aktien zu einem ebenfalls festgeschriebenen Basispreis zu kaufen (Call-Optionsscheine) oder zu verkaufen (Put-Optionsscheine). Anleger können so auf steigende oder sinkende Aktienkurse spekulieren; bei korrekter Spekulation können sie mit Call-Optionsscheinen bei steigenden Kursen günstig einkaufen, mit Put-Optionsscheinen bei sinkenden Kursen teuer verkaufen.

Ordentlicher Pflichtteil

Der ordentliche Pflichtteil bezieht sich auf das Vermögen der verstorbenen Person, welches im Erbfall vorhanden ist. Das Vermögen wird als realer Nachlass bezeichnet (vgl. §2303 BGB). Der anteilige Nachlasswert in Höhe der Pflichtteilsquote von dem realen Nachlass stellt den ordentlichen Pflichtteil dar.

P

Passivnachlass

Der ordentliche Pflichtteil bezieht sich auf das Vermögen der verstorbenen Person, welches im Erbfall vorhanden ist. Das Vermögen wird als realer Nachlass bezeichnet (vgl. §2303 BGB). Der anteilige Nachlasswert in Höhe der Pflichtteilsquote von dem realen Nachlass stellt den ordentlichen Pflichtteil dar. Der Passivnachlass umfasst sämtliche Schulden des Verstorbenen sowie die mit dem Todesfall direkt verbundenen Verbindlichkeiten wie z.B. Beerdigungskosten.

Patentrecht

Ein Teilgebiet des Privatrechts (regelt Rechtsbeziehungen gleichgestellter, nicht staatlicher Parteien zueinander), dass die Erhebung und Effektivität gewerblicher Schutzrechte (Patente) regelt.

Pfandbrief

Pfandbriefe sind festverzinsliche Wertpapiere, die Anleger erhalten für die Laufzeit einen vorher festgesetzten Zins auf die Einlage, also den Pfandbrief. Die Banken (Pfandbriefbanken) refinanzieren mit den Pfandbriefen Kredite, die sie für bspw. Immobilien ausgeben, sie erhalten das benötigte Geld also von den Anlegern und zahlen im Gegenzug Zinsen. Pfandbriefe sind immer durch die Sachwerte, für deren Finanzierung der Kredit aufgenommen wird, abgesichert.

Pflichtteil

Beim Pflichtteil handelt es sich um den im Regelfall unentziehbaren Mindestanteil eines Pflichtteilsberechtigten am Nachlass. Im Ausnahmefall ist die Entziehung möglich, dafür gibt das Gesetz jedoch sehr enge Grenzen vor.

Pflichtteilsanspruch

Gem. §§ 2303 ff sieht das Gesetz für die Pflichtteilsberechtigten ein Pflichtteilsrecht vor. Der Pflichtteilsberechtigte hat einen schuldrechtlichen Anspruch gegen die Erben auf Zahlung eines Geldbetrages.

Pflichtteilsberechtigt

Pflichtteilsberechtigt ist wer enterbt ist und weitere Voraussetzungen, konkret formuliert ein berechtigendes Familienverhältnis zum Erblasser, erfüllt. Der- oder diejenige kann den Pflichtteil oder die Aufstockung auf den Pflichtteil (Pflichtteilsergänzungsanspruch) fordern. Aufgrund des Pflichtteilsergänzungsanspruchs kann ein Pflichtteilsberechtigter mit seiner Pflichtteilsquote an lebzeitigen Schenkungen der verstorbenen Person an andere partizipieren. Die Schenkungen können dem ordentlichen Nachlass erhöhend hinzugerechnet werden (vgl. §§ 2325 ff BGB).

Pflichtteilsbeschränkung in guter Absicht

Der Erblasser kann seinem Abkömmling (nicht bspw. ebenfalls Pflichtteilsberechtigten Ehegatten) den Pflichtteil mit guter Absicht beschränken, wenn dieser äußerst verschwenderisch lebt oder hoch überschuldet ist, um das Familienvermögen zu erhalten. Die Pflichtteilbeschränkung führt dabei nicht zum Verlust des Pflichtteils, sondern zu seinem Schutz gegenüber den Gläubigern des Abkömmlings und vor dessen Verschwendungssucht.

Pflichtteilsentziehung

Die in der letztwilligen Verfügung des Erblassers festgehaltene Anordnung, den Erben vom Anspruch auf seinen gesetzlichen Pflichtteil auszuschließen, die nur in Betracht kommen kann, wenn einer der gesetzlichen Entziehungsgründe vorliegt (z.B. Erbe hat Erblasser nach dem Leben getrachtet).

Pflichtteilsergänzungsanspruch

Es handelt sich um den Anspruch des Pflichtteilsberechtigten gegenüber den Erben auf die Ergänzung des Pflichtteils. Die Anspruchsgrundlage ist eine Schenkung des Erblassers in den letzten zehn Jahren vor Eintritt des Erbfalls an einen Dritten, während sich die Höhe des Anspruchs sich nach Wert und vergangener Zeit seit der Schenkung richtet.

Pflichtteilsquote

Mit seiner Pflichtteilsquote partizipiert der enterbte Angehörige an dem Vermögen der verstorbenen Person. Die Pflichtteilsquote beläuft sich auf die Hälfte der gesetzlichen Erbquote. Der Pflichtteilsrestanspruch gemäß § 2305 BGB gewährt dem Erben, dem weniger als die Hälfte des gesetzlichen Erbteils zugewandt ist, einen Anspruch auf Vervollständigung bis zur Höhe des Pflichtteils. Der Erbe erhält also seinen vollen Pflichtteil, unabhängig vom verfügten Willen des Erblassers.

Pflichtteilsverzicht

Ein zwischen dem Erblasser und einem Pflichtteilsberechtigten geschlossener Vertrag, in dem der Pflichtteilsberechtigte wirksam erklärt, auf seinen Pflichtteil zu verzichten.

Q

Quotenvermächtnis

Das Quotenvermächtnis ist eine Form des Vermächtnis. Dem Vermächtnisnehmer wird Geld vermacht, jedoch keine festgelegte Summe, sondern ein bestimmter Prozentsatz. Die Summe des Vermächtnisses hängt dann also vom Wert des Nachlasses ab.

R

Restpflichtteil

Auf den Restpflichtteil besteht ein Anspruch, wenn der Erblasser einen Pflichtteilsberechtigten zwar mit einem Teil des Erbes bedacht hat, dieser Teil jedoch geringer ausfällt als sein Pflichtteil. Der Pflichtteilsberechtigte kann dann die Aufstockung durch Geldzahlung auf den ihm zustehenden Pflichtteil, der sich aus der Pflichtteilsquote ergibt, verlangen.

S

Schatzbrief

Ein nicht an der Börse gehandeltes Wertpapier mit steigender Verzinsung.

Schenkung

Ein Vertrag, durch den unentgeltlich ein Teil des eigenen Vermögens an einen anderen übertragen wird.

Schlusserbe

Der beim Ehegatten- oder Berliner Testament als Erbe des überlebenden Ehegatten vorgesehene Erbe.

Schuldbuchforderung

Aus Anleihen an den Staat resultierende Darlehensforderungen gegenüber diesem (oder ggf. einem Bundesland), die nicht als Wertpapiere verbrieft, sondern im Schuldbuch beurkundet werden. Schuldbuchforderungen sind zum Handel an der Börse zugelassen.

Schuldverschreibung

Beim Kauf einer Schuldverschreibung gewährt man dem Emittenten dieser eine Art langfristigen Kredit. Durch den Kauf wird man zum Gläubiger und ist im Gegenzug zur Überlassung der Anleihe (bestimmter Geldbetrag) für eine festgelegte Zeit zum Erhalt von Zinsen berechtigt, am Ende der Laufzeit erhält man zudem das angelegte Geld zurück.

Sparbrief

Ein Sparbrief ist ein festverzinstes Wertpapier, das zusätzlich durch die gesetzliche Einlagensicherung abgesichert ist. Die Bank vereinbart mit einem Kunden einen Nennwert (in diesem Fall: Höhe der Anlage), eine feste Laufzeit, sowie feste Verzinsung. Die Kunden bekommen die vereinbarten Zinsen jährlich oder am Ende der Laufzeit zuzüglich Zinseszinsen ausgezahlt. Nachdem die Laufzeit endet erstattet die Bank dem Kunden den Nennwert zurück.

Stille Beteiligung

Eine Finanzierungsmöglichkeit für Unternehmen ist die Aufnahme stiller Gesellschafter. Anders als ein regulärer Gesellschafter besitzt der stille Gesellschafter keine Mitbestimmungs- und Entscheidungsrechte, haftet nicht mit seinem privaten Vermögen, sondern nur mit seiner Einlage und vertritt das Unternehmen außerdem nicht öffentlich. Allerdings gehören auch ihm Unternehmensanteile, die ihn zur Beteiligung am Gewinn berechtigen.

T

Testament

Die einseitig vom Erblasser getroffene Verfügung des Todes wegen, in der Regelungen für dessen Todesfall getroffen werden.

Testamentsvollstrecker*in

Eine vom Erblasser im Testament bestimmte Person, die mit der Erfüllung des Testaments beauftragt wird. Die Person braucht dafür grundsätzliche keine besonderen Qualifikationen, jede/jeder kann ernannt werden. Jedoch ist es ratsam, eine jüngere, gesunde, möglichst neutrale (ohne Eigeninteressen) und geschäftserfahrene Person auszuwählen.

Testamentsvollstreckung

Die im Testament durch den Erblasser angeordnete Verwaltung seines Vermögens, um die testamentarischen Bestimmungen zu erfüllen.

U

Unterhaltspflicht

Finanzielle Verpflichtung gegenüber nahestehenden Personen (insbesondere Ehegatten, Kinder, eingetragene Lebenspartner), aus der ein Anspruch auf Geld, aber auch Versorgung mit Nahrungsmitteln, Kleidung, Unterkunft usw. entsteht.

Urheberrecht

Das Urheberrecht dient dem Schutz des geistigen Eigentums und bestimmt, dass der Schöpfer eines Werkes (Urheber), alleine entscheiden kann, wie und ob dieses genutzt werden darf. Ihm steht also das Recht zu, Nutzungsrechte an dem Werk zu verwalten und vergeben.

Urkundenrolle

Die Dienstordnung für Notar*innen bestimmt, dass jeder deutsche Notar dazu verpflichtet ist, eine sogenannte Urkundenrolle zu führen, in der alle von ihm errichteten Urkunden und Vermerke dokumentiert werden müssen.

V

Verfügung von Todes wegen

Möchte der Erblasser von der gesetzlichen Erbfolge abweichen und Regelungen für die Verteilung seines Vermögens nach dem Tode treffen, so muss er eine „Verfügung von Todes wegen“ verfassen. Dieser Oberbegriff fasst die zwei möglichen Formen, Testament und Erbvertrag, zusammen.

Verlagsrecht

Das Verlagsrecht normiert die geschäftliche Beziehung zwischen einem Verfasser (Urheber) und einem Verlag. Der Verfasser räumt dem Verlag das ausschließliche Recht zur Vervielfältigung und Verbreitung eines Werks ein.

Vermächtnis

Als Vermächtnis bezeichnet man die Zuwendung eines einzigen Bestandteils des Vermögens des Erblassers an einen sogenannten Vermächtnisnehmer, was in der Verfügung von Todes wegen bestimmt wird. Der Vermächtnisnehmer wird aber nicht als Erbe eingesetzt, ihm steht also sein Vermächtnis zu, jedoch hat er kein Recht auf jegliche andere Nachlassgegenstände.

Vermächtnisnehmer

Die natürliche oder juristische Person, die mit einem Vermächtnis bedacht wurde und im Todesfall des Vermächtnismachers Anspruch auf den vermachten Gegenstand erhält.

Vorausvermächtnis

Befürchtet der Erblasser, dass bei der Verteilung des Erbes Konflikte zwischen seinen Erben entstehen, so kann er einer bestimmten Person ein Vorausvermächtnis machen. Mit dem Vorausvermächtnis kann dieser Person ein bestimmter Nachlassgegenstand hinterlassen werden. Wenn es sich bei der Person um einen Erben handelt, so wird das Vorausvermächtnis nicht an dessen Erbteil angerechnet.

Vorerbe

Vor- und Nacherbschaft bestimmen die Reihenfolge und Dauer der Nutzung des Nachlasses. Der Vorerbe erbt zuerst, muss das Erbe nach dem Ablauf der bestimmten Dauer jedoch an den Nacherben weitergeben und wird dadurch in seiner Verfügung über den Nachlass eingeschränkt. Bei für den Nachlass relevanten Entscheidungen muss er sich mit dem Nacherben einigen.

Vorvermächtnisnehmer

Der Erblasser kann in seiner Verfügung von Todes wegen bestimmen, dass ein Vorvermächtnisnehmer einen beliebiger Vermögensgegenstand (Grundstück, Geldbetrag, Aktien…) zuerst erhalten soll, diesen aber zu einem festgelegten Zeitpunkt an den Nachvermächtnisnehmer herausgeben muss.

Vorverstorben

Als vorverstorben wird die Person bezeichnet, die vor einer anderen Person gestorben ist. Bspw. kann eine Erblasserin einen vorverstorbenen Ehemann haben, der nun also nicht mehr in die Aufteilung ihres Erbes einbezogen werden muss.

Vorweggenommene Erbfolge

Die vorweggenommene Erbfolge umfasst alle Vermögenszuwendungen unter Lebenden (insbesondere Schenkungen), die in der Erwartung getätigt werden, dass der Erwerber das Vermögen im Erbfall sowieso erhalten würde. Das Erbrecht des Erwerbers wird dementsprechend vorzeitig erfüllt.

W

Wechsel (Wertpapier)

Ein Wechsel ist ein Wertpapier, das die Anweisung beinhaltet, zu einem bestimmten Zeitpunkt eine bestimmte Geldsumme an den Austeller des Wechsels oder eine andere festgelegte Person zu bezahlen.

Wertermittlungsanspruch

Dem Pflichtteilsberechtigten steht gem. § 2314 I, 2 BGB gegen den Erben der Anspruch auf Wertermittlung der Gegenstände aus dem Nachlassverzeichnis zu. Nur so kann später der konkrete Auszahlungsbetrag ermittelt werden.

z

Zero-Bond

Ein Zero-Bond, auch Nullkuponanleihe genannt, ist eine Sonderform der Anleihe. Zero-Bonds haben lange Laufzeiten und es erfolgt keine jährliche Zinsauszahlung, stattdessen erhält der Anleger am Ende der Laufzeit den Nennwert der Anleihe ausgezahlt, der meist deutlich über dem Kaufpreis liegt, so ergibt sich die Rendite.

Zugewinngemeinschaft

Eine Form des gesetzlichen Güterstandes von Eheleuten. In einer Zugewinngemeinschaft bleibt das Vermögen der Partner gänzlich getrennt, erst nach Ende der Ehe wird der Zugewinn, den die Ehegatten, während sie verheiratet waren, erwirtschaftet haben, ausgeglichen (Zugewinnausgleich).

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