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Wofür benötige ich ein Nachlassverzeichnis?

Behalten Sie den Überblick. Der Erblotse hilft Ihnen, den Nachlass sicher und einfach online zu erfassen. Durch unser digitales Nachlassverzeichnis (mit Ausfüllhilfe!) behalten Sie den Nachlass im Blick und den Erbfall im Griff. - Hier erklären wir Ihnen, in welchen Fällen Sie ein Nachlassverzeichnis erstellen müssen und was dabei zu beachten ist.

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1. Was ist ein Nachlassverzeichnis? Was gehört zum Nachlass?

Mit dem Erbfall übernehmen die Erben den Nachlass, also die Rechte und Pflichten der/des Verstorbenen, ihr/sein Vermögen mit allen Vermögensgegenständen sowie Schulden und Verbindlichkeiten. Ein Nachlassverzeichnis ist eine ausführliche Auflistung der Vermögenswerte, Schulden und Verbindlichkeiten des Verstorbenen.

Vermögenswerte sind z.B. im Eigentum der/des Verstorbenen stehende Fahrzeuge, Häuser, Wohnungen und Grundstücke, Schmuck, Möbel, aber auch Bargeld, Bankguthaben und Finanzanlagen. Schulden und Verbindlichkeiten sind z.B. noch nicht abbezahlte Kredite bzw. Geld, das die/der Verstorbene sich zu Lebzeiten bei Dritten geliehen und noch nicht zurückgezahlt hat.

Bei Gemeinschaftseigentum (z.B. einer gemeinsam gekauften Wohnung), Anteilen an Vermögensgegenständen (gemeinsame Finanzanlagen, Anteile an Unternehmen) und Gemeinschaftsschulden (einem gemeinsamen Kredit) wird jeweils nur der Anteil der/des Verstorbenen angesetzt.

Je nach Zweck und gesetzlicher Vorschrift unterscheiden sich Nachlassverzeichnisse inhaltlich voneinander.

* Dieser Überblick stellt nur einige der Unterschiede dar und ist nicht vollständig.

Der Erblotse hilft Ihnen, selbst Nachlassverzeichnisse zu erstellen. Die Daten bleiben danach zur Erstellung weiterer Verzeichnisse gespeichert und können auch mit Notaren:innen, Rechtsanwält:innen und Steuerberater:innen geteilt werden. Für die spätere Verteilung des Erbes unter Miterben können Sie dann auch nachvollziehen, wie sich der Wert des Nachlasses und Ihr Anteil daran über die Zeit verändert hat.


2. Welche Nachlassverzeichnisse müssen Erben erstellen?

‍Folgende Personen und Institutionen benötigen ein Nachlassverzeichnis:

  • Das Nachlassgericht im Erbscheinsverfahren benötigt ein Nachlassverzeichnis, um den Erben einen Erbschein auszustellen, damit sie z.B. als neue Eigentümer:innen eines geerbten Grundstücks ins Grundbuch eingetragen werden. Die Erben haben das Nachlassverzeichnis auf den Todestag zu erstellen und dessen Richtigkeit zu versichern.


  • Miterben: Gibt es mehrere Erben, haben meist nicht alle den gleichen Überblick über den Nachlass. Jede Erbin/jeder Erbe hat aber - unabhängig von ihrer/seiner Erbquote - grundsätzlich Anspruch darauf, dass ihr/ihm die Miterben Auskunft über den Bestand der Erbschaft und den Verbleib von Nachlassgegenständen erteilen. Das gilt insbesondere dann, wenn einzelne Erben Nachlassgegenstände in Besitz nehmen und die anderen Erben hierauf keinen Zugriff haben, z.B. bei Nutzung des Fahrzeugs der/des Verstorbenen. Die/der besitzende Erbin/Erbe muss dann den anderen Erben ein Nachlassverzeichnis über den Nachlass, den sie/er im Besitz hat, erteilen. Unterlässt sie/er dies oder bestehen Anhaltspunkte dafür, dass sie/er unzureichend Rechenschaft abgelegt hat, können die übrigen Erben verlangen, dass sie/er eidesstattlich versichert, die Auskunft nach bestem Wissen vollständig und richtig erteilt zu haben. Die Erben sind einander auch zur Rechenschaft über lebzeitige Schenkungen der/des Verstorbenen verpflichtet, denn diese können im Rahmen der Erbverteilung ausgleichspflichtig sein. Da sich Wert und Zusammensetzung des Nachlasses im Laufe der Zeit verändern (z.B. durch Veräußerungen von Vermögensgegenständen wie z.B. Fahrzeugen, Wertschwankungen bei Aktien und anfallende Kosten), ist der Nachlass vom Todestag an fortzuschreiben auf den Tag der sog. Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft, d.h. der Verteilung des Nachlasses unter den Erben. Hierfür und für die sachgerechte und konfliktfreie Verteilung ist es zweckmäßig, ein Nachlassverzeichnis zu erstellen.


  • Pflichtteilsberechtigte: Die/Der (enterbte) Pflichtteilsberechtigte hat einen Anspruch auf ein Nachlassverzeichnis (mit Werten zum Todestag), um ihre/seine Erbquote bzw. den Pflichtteil zu bemessen. Sie/Er kann auch verlangen, dass das Verzeichnis durch die zuständige Behörde oder eine/einen Notar:in aufgenommen wird. Die Kosten hierfür sind aus dem Nachlass zu begleichen.

  • Finanzamt: Die Erben sind verpflichtet, den Erbfall beim zuständigen Finanzamt anzuzeigen und (sofern keine/kein Testamentsvollstrecker:in eingesetzt ist) bei Aufforderung durch das Finanzamt eine Erbschaftssteuererklärung einzureichen, deren Bestandteil auch ein Nachlassverzeichnis ist.

  • Pflichten der Eltern minderjähriger Erben: Die Eltern einer/eines minderjährigen Erbin/Erben haben ein Nachlassverzeichnis zu erstellen und beim Familiengericht einzureichen, wenn das Erbe einen Wert von EUR 15.000,00 übersteigt und die/der Verstorbene in der letztwilligen Verfügung keine andere Anordnung getroffen hat. Kommen die Eltern dieser Pflicht nicht nach, kann das Familiengericht die Aufnahme des Verzeichnisses durch die Behörde oder einen/eine Notar:in anordnen.

  • Vorerben gegenüber Nacherben: Wurde jemand durch letztwillige Verfügung des/der Verstorbenen wirksam zur Vorerbin/zum Vorerben bestimmt, haben die Nacherben Anspruch auf Erstellung eines Nachlassverzeichnisses. Das Nachlassverzeichnis wird nicht auf den Todestag, sondern zum jeweiligen Erstellungstag erstellt. Wertschätzungen und der Ausweis von Verbindlichkeiten können unterbleiben. Die Nacherbin/der Nacherbe kann auch verlangen, dass das Verzeichnis durch die zuständige Behörde oder eine/einen Notar:in aufgenommen wird. Die Kosten hierfür sind aus dem Nachlass zu begleichen.

 

Weiterhin ist die Erstellung eines Nachlassverzeichnisses in Fällen von Erbausschlagung und Haftungsbeschränkung sinnvoll. Sind die Erben zunächst nicht sicher, ob der Nachlass überschuldet ist, sollten sie zeitnah ein Nachlassverzeichnis erstellen, um sachgerecht über eine Ausschlagung entscheiden zu können. Ein vollständiges und richtiges Nachlassverzeichnis kann darüber hinaus dazu dienen, die Haftung der Erben für Nachlassverbindlichkeiten auf den Nachlass zu beschränken, denn sonst haften sie mit ihrem persönlichen Vermögen.

3. Wer erhält ein Nachlassverzeichnis vom Testamentsvollstrecker?

Eine/Ein eingesetzte/r Testamentsvollstrecker:in erstellt für die Erben ein Nachlassverzeichnis. Während die Erben zur Anzeige des Erbfalls beim Finanzamt verpflichtet bleiben, hat die/der Testamentsvollstrecker:in - nach Aufforderung des Finanzamts - die Erbschaftssteuererklärung zu erstellen, zu der auch ein Nachlassverzeichnis gehört.

4. In welchen Fällen ist ein notarielles Nachlassverzeichnis zu erstellen und wer beauftragt die/den Notar:in?

Die/Der jeweils Auskunftsberechtigte, z.B. die/der Pflichtteilsberechtigte, kann in Einzelfällen (s.o. Ziffer 2.) die Hinzuziehung einer/eines Notar:in verlangen. Die/Der Notar:in ist dann für die Aufnahme oder Überprüfung des Nachlassverzeichnisses zuständig (§ 20 Abs. 1 BNotO). Soweit es das Gesetz anordnet, müssen die Notarkosten aus dem Nachlass beglichen werden.

5. Welche Nachlassinformationen kann der Pflichtteilsberechtigte von den Erben verlangen?

Die/Der Pflichtteilsberechtigte kann von den Erben ein Nachlassverzeichnis fordern und hat einen Anspruch darauf, bei der Aufnahme der Nachlassgegenstände einbezogen zu werden. Sie/Er kann auch verlangen, dass eine/ein Notar:in das Nachlassverzeichnis erstellt. Pflichtteilsberechtigte finden hier einen Mustertext (als E-Mail verfasst) mit der Bitte an die Erben, ein Nachlassverzeichnis zu erstellen:

6. Wie soll ein Nachlassverzeichnis aussehen, was gehört hinein und wo bekomme ich es?

Alle Nachlassverzeichnisse enthalten eine Aufstellung des Vermögens bzw. der Vermögensgegenstände des Verstorbenen sowie seiner Schulden und Verbindlichkeiten. Je nach Zweck des Nachlassverzeichnisses sind darüber hinaus weitergehende Angaben zu machen (siehe Übersicht oben unter 1.).

Wenn ein Nachlassverzeichnis auf Verlangen einer Behörde (z.B. des Finanzamts) oder des Nachlassgerichts (z.B. für den Erbschein) zu erstellen ist, werden den Erben in der Regel amtliche Vordrucke zur Verfügung gestellt. Vordrucke für die Erbschaftssteuererklärung finden Sie z.B. auf den Seiten der Stadt Berlin.

Die Nachlassgerichte arbeiten je nach Bundesland mit unterschiedlichen Vordrucken (Beispiel Sachsen). Häufig werden die Erben gebeten, in das eigentliche Nachlassverzeichnis nur zusammengefasste Werte (Summen) für Gruppen von Vermögensgegenständen aufzunehmen und die Einzelgegenstände im Anhang gesondert aufzuführen.

Der Erblotse hat ein universelles Nachlassverzeichnis entwickelt, in das die einzelnen Werte eingegeben und so übersichtlich gegliedert werden können. Die Daten aus dem von Ihnen erstellten Nachlassverzeichnis können Sie für weitere Nachlassverzeichnisse übernehmen und anpassen.

7. Welche Fristen gelten für ein Nachlassverzeichnis?

Wer durch den Todesfall etwas erwirbt (z.B. Erben, Vermächtnisnehmer:innen), ist binnen einer Frist von drei Monaten nach Kenntniserlangung verpflichtet, dies dem zuständigen Finanzamt schriftlich anzuzeigen. Einer Erbschaftsteuererklärung (mit einer Abgabefrist von einem Monat) bedarf es dann nur, wenn das Finanzamt dazu auffordert. 

Ist ein Nachlassverzeichnis bei einem Gericht einzureichen, sind die durch das Gericht gesetzten Fristen entscheidend.

Verlangt eine Berechtigte/ein Berechtigter (z.B. Pflichtteilsberechtigte/r) die Erstellung eines Nachlassverzeichnisses, gibt es keine gesetzliche Frist. Wird das berechtigte Auskunftsverlangen nicht in angemessener Zeit erfüllt, kann die/der Auskunftsberechtigte aber Klage auf Auskunft erheben und ggf. die Erstellung durch eine/einen Notar:in verlangen.

8. Welche Kosten fallen für ein Nachlassverzeichnis an?

Das privat von Erben erstellte Nachlassverzeichnis löst keine Kosten aus. Diese fallen nur an, wenn hierfür die Hilfe einer/eines Rechtsanwältin:in oder Steuerberater:in in Anspruch genommen wird oder eine Behörde oder eine/ein Notar:in das Nachlassverzeichnis erstellt.

Wird im Erbscheinsverfahren, also beim Antrag auf Erteilung eines Erbscheins, eine/ein Notar:in von den Erben hinzugezogen, so fällt keine separate Gebühr für die Erstellung des Nachlassverzeichnisses an. Dies ist in der Rechnung der/des Notar:in für das Erbscheinsverfahren inkludiert.


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