Nachlassverzeichnis Ausfüllhilfe

Allgemeine Bewertungshinweise

Wie, zu welchem Zweck und auf welchen Zeitpunkt bewerte ich den Nachlass?

Die Erben bzw. der Testamentsvollstrecker wollen oder müssen unter Umständen für den Erbfall einen Erbschein beim Nachlassgericht beantragen. Der Antrag ist gebührenpflichtig. Der Erbschein dient als Wertnachweis des Nachlasses. Für Zwecke der Kostenermittlung durch Notar und Nachlassgericht ist der Nachlass nach kostenrechtlichen Maßstäben zu bewerten. Hierbei wird grundsätzlich auf den "Verkehrswert" am Todestag abgestellt. Der Verkehrswert ist der Preis, der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr unter Berücksichtigung aller den Preis beeinflussenden Umstände bei einer Veräußerung zu erzielen wäre (§ 46 GNotKG). Hilfsweise wird auf den für Steuerzwecke festgesetzten Wert abgestellt. Für bestimmte Nachlassgegenstände können Sie über den Erblotsen Angebote erstellen lassen, um einen Anhaltspunkt für diesen Wert zu erhalten.


Bargeld

Welcher Wert ist anzugeben?
Bargeld ist zum Todestag mit dem Nennwert anzugeben. Bargeld in Form von Fremdwährungen ist mit dem Euro-Umrechnungskurs zum Todestag anzugeben.

Bankguthaben

Welcher Wert ist anzugeben?

Girokonto

Hinweis I: Anzugeben ist das Guthaben inkl. Zinsen (der Nennwert) des Girokontos zum Todestag. Anzugeben sind auch die gesamten Guthaben auf Gemeinschaftskonten sowie Konten des/der Verstorbenen, die auf den Namen Dritter (z.B. Ehegatten oder Kinder) angelegt sind. Den präzisen Nennwert zum Todestag erhalten Sie bei der kontoführenden Bank.

Hinweis II: Soweit in den Guthaben Beträge enthalten sind, die zurückzuzahlen sind, ist das Guthaben nicht zu mindern, sondern der Rückzahlungsbetrag ist bei den Nachlassverbindlichkeiten zu berücksichtigen.

Bei Gemeinschaftskonten ist neben dem Gesamtguthaben der Anteil des/der Verstorbenen am Guthaben anzugeben; bei Ehepaar-Gemeinschaftskonten wird, wenn nichts anderes vereinbart wurde, entsprechend der Vermutungsregelung des § 430 BGB grundsätzlich von einer hälftigen Berechtigung jedes Ehegatten am Kontoguthaben ausgegangen. Ist etwas anderes vereinbart, ist der Anteil entsprechend herabzusetzen oder zu erhöhen.

Tagesgeldkonto

Hinweis I: Anzugeben ist das Guthaben inkl. Zinsen (der Nennwert) des Tagesgeldkontos zum Todestag. Anzugeben sind auch die gesamten Guthaben auf Gemeinschaftskonten sowie Konten des/der Verstorbenen, die auf den Namen Dritter (z.B. Ehegatten oder Kinder) angelegt sind. Den präzisen Nennwert zum Todestag erhalten Sie bei der kontoführenden Bank.

Hinweis II: Soweit in den Guthaben Beträge enthalten sind, die zurückzuzahlen sind, ist das Guthaben nicht zu mindern, sondern der Rückzahlungsbetrag ist bei den Nachlassverbindlichkeiten zu berücksichtigen.

Bei Gemeinschaftskonten oder auf andere Personen angelegte Konten ist neben dem Gesamtguthaben der Anteil des/der Verstorbenen am Guthaben anzugeben; bei Ehepaar-Gemeinschaftskonten wird, wenn nichts anderes vereinbart wurde, entsprechend der Vermutungsregelung des § 430 BGB grundsätzlich von einer hälftigen Berechtigung jedes Ehegatten am Kontoguthaben ausgegangen. Ist etwas anderes vereinbart, ist der Anteil entsprechend herabzusetzen oder zu erhöhen.

Termin-/Festgeldkonto

Hinweis I: Anzugeben ist das Guthaben inkl. Zinsen (der Nennwert) des Tagesgeldkonto zum Todestag. Anzugeben sind auch die gesamten Guthaben auf Gemeinschaftskonten sowie Konten des/der Verstorbenen, die auf den Namen Dritter (z.B. Ehegatten oder Kinder) angelegt sind. Den präzisen Nennwert zum Todestag erhalten Sie bei der kontoführenden Bank.

Handelt es sich bei dem Termin-/Festgeldkonto nach den Vereinbarungen mit der kontoführenden Bank um eine unverzinsliche Kapitalforderung mit einer festen Laufzeit von noch einem Jahr oder eine niedrig (unter 3%) oder hochverzinsliche (über 9%) Forderung mit einer Laufzeit von noch mindestens vier Jahren, oder ist zweifelhaft, ob die Forderung in vollem Umfang durchgesetzt werden kann, ist ggf. ein höherer oder niedrigerer Gegenstandswert anzusetzen.

In diesem Fall empfehlen wir Ihnen, für die Bewertung einen Experten zu Rate zu ziehen.

Hinweis II: Bei Gemeinschaftskonten oder auf andere Personen angelegte Konten ist neben dem Gesamtguthaben der Anteil des/der Verstorbenen am Guthaben anzugeben; bei Ehepaar-Gemeinschaftskonten wird, wenn nichts anderes vereinbart wurde, entsprechend der Vermutungsregelung des § 430 BGB grundsätzlich von einer hälftigen Berechtigung jedes Ehegatten am Kontoguthaben ausgegangen. Ist etwas anderes vereinbart, ist der Anteil entsprechend herabzusetzen oder zu erhöhen.

Auf ausländische Währungen lautende Konten sind nach dem Briefkurs zum Todestag in Euro umzurechnen.

Briefkurs ist der Kurs, zu dem Kreditinstitute ausländische Währungen verkaufen.

Fremdwährungskonto

Hinweis I: Auf ausländische Währungen lautende Konten sind nach dem Briefkurs zum Todestag in Euro umzurechnen. Briefkurs ist der Kurs, zu dem Kreditinstitute ausländische Währungen verkaufen. Umzurechnen ist das Guthaben inkl. Zinsen (der Nennwert) des Kontos zum Todestag. Anzugeben sind auch die gesamten Guthaben auf Gemeinschaftskonten sowie Konten des/der Verstorbenen, die auf den Namen Dritter (z.B. Ehegatten oder Kinder) angelegt sind. Den präzisen Nennwert zum Todestag erhalten Sie bei der kontoführenden Bank.

Handelt es sich bei dem Konto nach den Vereinbarungen mit der kontoführenden Bank um eine unverzinsliche Kapitalforderung mit einer festen Laufzeit von noch einem Jahr oder eine niedrig (unter 3%) oder hochverzinsliche (über 9%) Forderung mit einer Laufzeit von noch mindestens vier Jahren, oder ist zweifelhaft, ob die Forderung in vollem Umfang durchgesetzt werden kann, ist ggf. ein höherer oder niedrigerer Gegenstandswert anzusetzen.

In diesem Fall empfehlen wir Ihnen, für die Bewertung einen Experten zu Rate zu ziehen.

Hinweis II: Bei Gemeinschaftskonten oder auf andere Personen angelegte Konten ist neben dem Gesamtguthaben der Anteil des/der Verstorbenen am Guthaben anzugeben; bei Ehepaaren-Gemeinschaftskonten wird, wenn nichts anderes vereinbart wurde, entsprechend der Vermutungsregelung des § 430 BGB grundsätzlich von einer hälftigen Berechtigung jedes Ehegatten am Kontoguthaben ausgegangen. Ist etwas anderes vereinbart, ist der Anteil entsprechend herabzusetzen oder zu erhöhen.

Sparkonten und -bücher

Hinweis I: Anzugeben ist das Guthaben inkl. Zinsen (der Nennwert) des Sparbuchs/-kontos zum Todestag. Anzugeben sind auch die gesamten Guthaben auf Gemeinschaftskonten sowie Konten des/der Verstorbenen, die auf den Namen Dritter (z.B. Ehegatten oder Kinder) angelegt sind. Den präzisen Nennwert zum Todestag erhalten Sie bei der kontoführenden Bank.

Handelt es sich bei dem Sparbuch/-konto nach den Vereinbarungen mit der kontoführenden Bank um eine unverzinsliche Kapitalforderung mit einer festen Laufzeit von noch einem Jahr oder eine niedrig (unter 3%) oder hochverzinsliche (über 9%) Forderung mit einer Laufzeit von noch mindestens vier Jahren, oder ist zweifelhaft, ob die Forderung in vollem Umfang durchgesetzt werden kann, ist ggf. ein höherer oder niedrigerer Gegenstandswert anzusetzen.

In diesem Fall empfehlen wir Ihnen, für die Bewertung einen Experten zu Rate zu ziehen.

Hinweis II: Bei Gemeinschaftskonten oder auf andere Personen angelegte Konten ist neben dem Gesamtguthaben der Anteil des/der Verstorbenen am Guthaben anzugeben; bei Ehepaaren-Gemeinschaftskonten wird, wenn nichts anderes vereinbart wurde, entsprechend der Vermutungsregelung des § 430 BGB grundsätzlich von einer hälftigen Berechtigung jedes Ehegatten am Kontoguthaben ausgegangen. Ist etwas anderes vereinbart, ist der Anteil entsprechend herabzusetzen oder zu erhöhen.

Auf ausländische Währungen lautende Konten sind nach dem Briefkurs zum Todestag in Euro umzurechnen.

Briefkurs ist der Kurs, zu dem Kreditinstitute ausländische Währungen verkaufen.

Ratensparvertragsguthaben

Hinweis I: Anzugeben ist das Guthaben inkl. Zinsen (der Nennwert) des Ratensparvertrags zum Todestag. Anzugeben sind auch die gesamten Guthaben auf Gemeinschaftssparkonten sowie Konten des/der Verstorbenen, die auf den Namen Dritter (z.B. Ehegatten oder Kinder) angelegt sind. Den präzisen Nennwert zum Todestag erhalten Sie bei der kontoführenden Bank.

Handelt es sich bei dem Ratensparvertrag nach den Vereinbarungen mit der kontoführenden Bank um eine unverzinsliche Kapitalforderung mit einer festen Laufzeit von noch einem Jahr oder eine niedrig (unter 3%) oder hochverzinsliche (über 9%) Forderung mit einer Laufzeit von noch mindestens vier Jahren, oder ist zweifelhaft, ob die Forderung in vollem Umfang durchgesetzt werden kann, ist ggf. ein höherer oder niedrigerer Gegenstandswert anzusetzen.

In diesem Fall empfehlen wir Ihnen, für die Bewertung einen Experten zu Rate zu ziehen.

Hinweis II: Bei Gemeinschaftskonten oder auf andere Personen angelegte Konten ist neben dem Gesamtguthaben der Anteil des/der Verstorbenen am Guthaben anzugeben; bei Gemeinschaftskonten von Ehepaaren wird, wenn nichts anderes vereinbart wurde, entsprechend der Vermutungsregelung des § 430 BGB grundsätzlich von einer hälftigen Berechtigung jedes Ehegatten am Kontoguthaben ausgegangen. Ist etwas anderes vereinbart, ist der Anteil entsprechend herabzusetzen oder zu erhöhen.

Auf ausländische Währungen lautende Konten sind nach dem Briefkurs zum Todestag in Euro umzurechnen.

Briefkurs ist der Kurs, zu dem Kreditinstitute ausländische Währungen verkaufen.

Bausparguthaben

Hinweis I: Anzugeben ist das Guthaben inkl. Zinsen (der Nennwert) des Bausparvertrags zum Todestag. Anzugeben sind auch die gesamten Guthaben auf Gemeinschaftssparkonten sowie Konten des/der Verstorbenen, die auf den Namen Dritter (z.B. Ehegatten oder Kinder) angelegt sind. Den präzisen Nennwert zum Todestag erhalten Sie bei der kontoführenden Bank.

Handelt es sich bei dem Bausparvertrag nach den Vereinbarungen mit der kontoführenden Bank um eine unverzinsliche Kapitalforderung mit einer festen Laufzeit von noch einem Jahr oder eine niedrig (unter 3%) oder hochverzinsliche (über 9%) Forderung mit einer Laufzeit von noch mindestens vier Jahren, oder ist zweifelhaft, ob die Forderung in vollem Umfang durchgesetzt werden kann, ist ggf. ein höherer oder niedrigerer Gegenstandswert anzusetzen.

In diesem Fall empfehlen wir Ihnen, für die Bewertung einen Experten zu Rate zu ziehen.

Hinweis II: Bei Gemeinschaftskonten oder auf andere Personen angelegte Konten ist neben dem Gesamtguthaben der Anteil des/der Verstorbenen am Guthaben anzugeben; bei Gemeinschaftskonten von Ehepaaren wird, wenn nichts anderes vereinbart wurde, entsprechend der Vermutungsregelung des § 430 BGB grundsätzlich von einer hälftigen Berechtigung jedes Ehegatten am Kontoguthaben ausgegangen. Ist etwas anderes vereinbart, ist der Anteil entsprechend herabzusetzen oder zu erhöhen.

Auf ausländische Währungen lautende Konten sind nach dem Briefkurs zum Todestag in Euro umzurechnen.

Briefkurs ist der Kurs, zu dem Kreditinstitute ausländische Währungen verkaufen.

Sonstige Einlagen

Hinweis I: Anzugeben ist das Guthaben inkl. Zinsen (der Nennwert) des Kontos zum Todestag. Anzugeben sind auch die gesamten Guthaben auf Gemeinschaftskonten sowie Konten des/der Verstorbenen, die auf den Namen Dritter (z.B. Ehegatten oder Kinder) angelegt sind. Den präzisen Nennwert zum Todestag erhalten Sie bei der kontoführenden Bank.

Handelt es sich nach den Vereinbarungen mit der kontoführenden Bank um eine unverzinsliche Kapitalforderung mit einer festen Laufzeit von noch einem Jahr oder eine niedrig (unter 3%) oder hochverzinsliche (über 9%) Forderung mit einer Laufzeit von noch mindestens vier Jahren, oder ist zweifelhaft, ob die Forderung in vollem Umfang durchgesetzt werden kann, ist ggf. ein höherer oder niedrigerer Gegenstandswert anzusetzen.

In diesem Fall empfehlen wir Ihnen, für die Bewertung einen Experten zu Rate zu ziehen.

Hinweis II: Bei Gemeinschaftskonten oder auf andere Personen angelegte Konten ist neben dem Gesamtguthaben der Anteil des/der Verstorbenen am Guthaben anzugeben; bei Ehegatten-Gemeinschaftskonten wird, wenn nichts anderes vereinbart wurde, entsprechend der Vermutungsregelung des § 430 BGB grundsätzlich von einer hälftigen Berechtigung jedes Ehegatten am Kontoguthaben ausgegangen. Ist etwas anderes vereinbart, ist der Anteil entsprechend herabzusetzen oder zu erhöhen.

Auf ausländische Währungen lautende Konten sind nach dem Briefkurs zum Todestag in Euro umzurechnen.

Briefkurs ist der Kurs, zu dem Kreditinstitute ausländische Währungen verkaufen.

Grundvermögen (Häuser, Wohnungen, Grundstücke)

Welcher Wert ist anzugeben?

Eigentum an inländischen und in EU/EWR-Staaten liegenden Grundstücken und Wohnungen

Hinweis I: In diesem Abschnitt ist die Immobilie im Nachlass mit dem voraussichtlich am Todestag erzielbaren Verkehrswert zu bewerten. Stand dem/der Verstorbenen lediglich ein Anteil an der Immobilie zu, sollte der jeweilige anteilige Verkaufswert angesetzt werden. Zu den hier zu bewertenden Immobilien zählen folgende Werte, wenn sie im Inland oder EU-/EWR-Ausland liegen:

Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus, Mietwohngrundstück, Geschäftsgrundstück, gemischt genutztes Grundstück, sonstiges bebautes Grundstück, unbebautes Grundstück, Wohn-/Teileigentum, mit Erbbaurecht belastetes Grundstück, Bau auf fremdem Grundstück, Grundstück mit Drittem zuzurechnenden Bau, Grundstück mit laufender Bebauung.

Hinweis II: Das Nachlassgericht berechnet die Gerichtsgebühren und ein etwaig eingeschalteter Notar berechnet seine Notargebühren auf der Grundlage des Wertes des Nachlasses, wie er sich aus dem korrekten Nachlassverzeichnis ergibt. Steht der Verkehrswert - beispielsweise bei einem anstehenden Verkauf an Dritte mit bereits erzielter Kaufpreiseinigung - nicht fest, werden Nachlassgericht und Notar bei der Ermittlung/Überprüfung des Werts von Immobilien im Nachlass folgende Kriterien berücksichtigen:

1. Angaben der Beteiligten/Erben: Das Nachlassgericht berücksichtigt die Angaben der beteiligten Erben, die bei der Ermittlung des Verkehrswerts zur Mitwirkung und dabei zur Wahrheit verpflichtet sind. Die Erben sind aber nicht verpflichtet, Sachverständigengutachten in Auftrag zu geben. Manche Nachlassgerichte übernehmen ohne weitere Überprüfung die Schätzungen der Erben im Nachlassverzeichnis, auch wenn den Schätzungen keine Vergleichswerte oder sonstige Belege beigefügt werden. Im Regelfall haben die Erben drei Möglichkeiten, ihre Verkehrswertschätzung zu belegen:

- Verkehrswerte können aus zeitnahen Verkäufen vergleichbarer Immobilien abgeleitet werden oder aus dem Preis, den der/die Verstorbene hierfür gezahlt hat.

- Der Verkehrswert des inländischen Grundstücks kann aus den Bodenrichtwerten der örtlichen Gutachterausschüsse, der Verkehrswert des Gebäudes (auch wenn auf fremden Boden) aus dem Brandversicherungs- oder Brandkassenwert abgeleitet werden, den die Erben beim Brand- bzw. Gebäuderversicherer anfragen können.

Soweit die Erben keinen Notar beauftragt haben, der diese Rechnung für sie vornehmen kann, empfehlen wir für die Ermittlung des korrekten Verkehrswerts nach dieser Methode, sich an einen Experten zu wenden.

- Sie können sich über den Erblotsen oder durch Ansprache von Maklern/Kaufinteressenten Angebote oder Bewertungen für Immobilienwerte erstellen lassen und diese Ihrer Schätzung als Beleg beifügen. Auf ausländische Währungen lautende Verkaufspreise oder Wertangaben sind nach dem Briefkurs zum Verteilungstag in Euro umzurechnen.

Briefkurs ist der Kurs, zu dem Kreditinstitute ausländische Währungen verkaufen.

2. Inhalte des gebührenpflichtigen Geschäfts (Beispiel: Eine Erbengemeinschaft bestehend aus A, B und C als Miterben zu gleichen Teilen setzt sich über ein Grundstück im Nachlass in der Weise auseinander, dass A das Grundstück übertragen wird und er dafür an B und C je 100.000 Euro zahlt. Gericht und Notar werden hieraus folgern, dass der Grundstückswert mindesten 300.000 Euro beträgt.)

3. Amtlich bekannte Tatsachen oder Vergleichswerte aufgrund amtlicher Auskünfte und offenkundige Tatsachen: Das Nachlassgericht wird amtlich bekannte oder offenkundige, für den Verkehrswert relevante Tatsachen und Vergleichswerte berücksichtigen. Sollte dies der Fall sein und erscheint Ihnen diese Berücksichtigung unangemessen oder unzutreffend, können Sie diese Berücksichtigung unter Umständen angreifen.

In diesem Fall raten wir Ihnen, sich an einen Experten zu wenden.

4. Im Grundbuch des Grundstücks eingetragene Belastungen und aus den Grundakten ersichtliche Tatsachen oder Vergleichswerte: Das Nachlassgericht wird nach Einsichtnahme in das Grundbuch bzw. die Grundakten erwägen, Informationen hieraus für den Verkehrswert heranzuziehen. Sollte dies der Fall sein und erscheint Ihnen diese Berücksichtigung unangemessen oder unzutreffend, können Sie diese Berücksichtigung unter Umständen angreifen.

In diesem Fall raten wir Ihnen, sich an einen Experten zu wenden.

5. Vom Finanzamt festgesetzte Werte: Das Nachlassgericht kann das zuständige Finanzamt um Mitteilung der nach steuerlichen Gesichtspunkten ermittelten gemeinen Werte der Immobilie bitten und diese Informationen bei der Ermittlung des Verkehrswerts berücksichtigen. Diese Werte liegen aber zumeist noch nicht vor.

Hinweis III: Vorsicht:

- Wenn Sie im Nachlassverzeichnis für die Gebührenrechnung des Nachlassgerichts (z.B. Erbscheinverfahren) einen höheren Wert für die Immobilie angeben, als ihn das Gericht nach allen sonstigen Prüfungskriterien feststellen kann, wird es gleichwohl diesen höheren Wert der Gebührenermittlung zugrunde legen. Dasselbe gilt für den Notar, der diesen höheren Wert seiner Gebührenrechnung zugrunde legt. Unüberlegt hohe Wertschätzungen für die Immobilie im Nachlass können sie daher unnötige Gerichts- und Notargebühren kosten.

- Wenn Immobilien mit wertmindernden Belastungen, insbesondere Erbbaurechten, in den Nachlass fallen, sind diese entsprechend zu berücksichtigen. In jedem Fall sollte vermieden werden, den Verkehrswert des unbelasteten Grundstücks im Nachlassverzeichnis anzugeben.

Für die vorzunehmenden Wertabschläge empfehlen wir, sich an einen Experten zu wenden.

Erbbaurechte an inländischen und in EU-/EWR-Staaten liegenden Grundstücken oder Immobilien

inweis I: In diesem Abschnitt sollen Erbbaurechte an inländischen und in EU-/EWR-Staaten liegenden Grundstücken mit dem am Todestag erzielbaren Verkehrswert bewertet werden. Ein Erbbaurecht in diesem Sinne ist das Recht, an einem inländischen Grundstück, auf oder unter der Oberfläche des Grundstücks ein Bauwerk zu haben. Stand dem/der Verstorbenen lediglich ein Anteil am Erbbaurecht zu, sollte der jeweilige anteilige Verkaufswert angesetzt werden. Stand dem/der Verstorbenen lediglich ein Anteil am Erbbaurecht zu, sollte der jeweilige anteilige Verkaufswert angesetzt werden.

Hinweis II: Das Nachlassgericht berechnet die Gerichtsgebühren und ein etwaig eingeschalteter Notar berechnet seine Notargebühren auf der Grundlage des Wertes des Nachlasses, wie er sich aus dem korrekten Nachlassverzeichnis ergibt. Steht der Verkehrswert - beispielsweise bei einem anstehenden Verkauf an Dritte mit bereits erzielter Kaufpreiseinigung - nicht fest, werden Nachlassgericht und Notar bei der Ermittlung/Überprüfung des Werts von Erbbaurechten im Nachlass alternativ auf folgende Werte abstellen:

Entweder es wird anhand des Erbbauzinses und der Restlaufzeit des Erbbaurechts der kapitalisierte (Bar-)Wert des Erbbaurechts errechnet und angesetzt oder, wenn höher, der Wert des Erbbaurechts wird mit 80% der Werte des (mit dem Erbbaurecht belasteten) Grundstücks (bzw. der relevanten Teilfläche) samt Gebäude in Ansatz gebracht.

Wegen der Komplexität der insoweit vorzunehmenden Bewertung empfehlen wir Ihnen, sich an einen Experten zu wenden.

In Drittstaaten liegendes Grundvermögen

Hinweis I: In diesem Abschnitt wird Grundvermögen im Nachlass am Todestag erfasst, das nicht zu einem Betrieb des/der Verstorbenen und auch nicht zu seinem/ihrem land- und forstwirtschaftlichen Vermögen zählt, und im Drittland (d.h. nicht in Deutschland und nicht in einem EU-/EWR-Staat) liegt.

Das Grundvermögen im Drittland ist mit dem am Todestag erzielbaren Verkehrswert zu bewerten. Stand dem/der Verstorbenen lediglich ein Anteil an der Immobilie zu, sollte der jeweilige anteilige Verkehrswert angesetzt werden. Zu den hier zu bewertenden Immobilien zählen:

Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus, Mietwohngrundstück, Geschäftsgrundstück, gemischt genutztes Grundstück, sonstiges bebautes Grundstück, unbebautes Grundstück, Wohn-/Teileigentum, mit Erbbaurecht belastetes Grundstück, Bau auf fremdem Grundstück, Grundstück mit Drittem zuzurechnenden Bau, Grundstück mit laufender Bebauung, Erbbaurechte

Auf ausländische Währungen lautende Verkaufspreise oder Wertangaben sind nach dem Briefkurs zum Verteilungstag in Euro umzurechnen.

Briefkurs ist der Kurs, zu dem Kreditinstitute ausländische Währungen verkaufen.

Hinweis II: Das Nachlassgericht berechnet die Gerichtsgebühren und ein etwaig eingeschalteter Notar berechnet seine Notargebühren auf der Grundlage des Wertes des Nachlasses, wie er sich aus dem korrekten Nachlassverzeichnis ergibt. Steht der Verkehrswert - beispielsweise bei einem anstehenden Verkauf an Dritte mit bereits erzielter Kaufpreiseinigung - nicht fest, werden Nachlassgericht und Notar bei der Ermittlung/Überprüfung des Werts von Immobilien im Nachlass folgende Kriterien berücksichtigen:

1. Angaben der Beteiligten/Erben: Das Nachlassgericht berücksichtigt die Angaben der beteiligten Erben, die bei der Ermittlung des Verkehrswerts zur Mitwirkung und dabei zur Wahrheit verpflichtet sind. Die Erben sind aber nicht verpflichtet, Sachverständigengutachten in Auftrag zu geben. Manche Nachlassgerichte übernehmen ohne weitere Überprüfung die Schätzungen der Erben im Nachlassverzeichnis, auch wenn den Schätzungen keine Vergleichswerte oder sonstige Belege beigefügt werden. Im Regelfall haben die Erben drei Möglichkeiten, ihre Verkehrswertschätzung zu belegen:

- Verkehrswerte können aus zeitnahen Verkäufen vergleichbarer Immobilien abgeleitet werden oder aus dem Preis, den der/die Verstorbene hierfür gezahlt hat.

- Der Verkehrswert des inländischen Grundstücks kann aus den Bodenrichtwerten der örtlichen Gutachterausschüsse, der Verkehrswert des Gebäudes aus dem Brandversicherungs- oder Brandkassenwert abgeleitet werden, den die Erben beim Brand- bzw. Gebäuderversicherer anfragen können. Diese Werte werden bei Immobilien im Ausland nicht 1:1 vorliegen. Dennoch können versicherungswirtschaftliche Gutachten aus dem Ausland bei der Ermittlung des Verkehrswerts hilfreich sein.

- Sie können sich durch Ansprache von Maklern/Kaufinteressenten Angebote oder Bewertungen für Immobilienwerte im Drittland erstellen lassen und diese Ihrer Schätzung als Beleg beifügen.

2. Inhalte des gebührenpflichtigen Geschäfts (Beispiel: Eine Erbengemeinschaft bestehend aus A, B und C als Miterben zu gleichen Teilen setzt sich über ein Grundstück im Nachlass in der Weise auseinander, dass A das Grundstück übertragen wird und er dafür an B und C je 100.000 Euro zahlt. Gericht und Notar werden hieraus folgern, dass der Grundstückswert mindesten 300.000 Euro beträgt.)

3. Amtlich bekannte Tatsachen oder Vergleichswerte aufgrund amtlicher Auskünfte und offenkundige Tatsachen: Das Nachlassgericht wird amtlich bekannte oder offenkundige, für den Verkehrswert relevante Tatsachen und Vergleichswerte berücksichtigen. Bei Immobilen in Drittländern wird dies allerdings regelmäßig nicht vorkommen. Sollte dies der Fall sein und erscheint Ihnen diese Berücksichtigung unangemessen oder unzutreffend, können Sie diese Berücksichtigung unter Umständen angreifen.

In diesem Fall raten wir Ihnen, sich an einen Experten zu wenden.

4. Im Grundbuch des ausländischen Grundstücks eingetragene Belastungen und aus den Grundakten ersichtliche Tatsachen oder Vergleichswerte: Das Nachlassgericht wird ggf. nach Einsichtnahme in das Grundbuch bzw. die Grundakten erwägen, Informationen hieraus für den Verkehrswert heranzuziehen. Sollte dies der Fall sein und erscheint Ihnen diese Berücksichtigung unangemessen oder unzutreffend, können Sie diese Berücksichtigung ggf. angreifen.

In diesem Fall raten wir Ihnen, sich an einen Experten zu wenden.

5. Vom Finanzamt festgesetzte Werte: Das Nachlassgericht kann das zuständige Finanzamt um Mitteilung der nach steuerlichen Gesichtspunkten ermittelten gemeinen Werte der Immobilie bitten und diese Informationen bei der Ermittlung des Verkehrswerts berücksichtigen. Diese Werte liegen aber zumeist noch nicht vor.

Hinweis III: Vorsicht:

- Wenn Sie im Nachlassverzeichnis für die Gebührenrechnung des Nachlassgerichts (z.B. Erbscheinverfahren) einen höheren Wert für die Immobilie angeben, als ihn das Gericht nach allen sonstigen Prüfungskriterien feststellen kann, wird es gleichwohl diesen höheren Wert der Gebührenermittlung zugrunde legen. Dasselbe gilt für den Notar, der diesen höheren Wert seiner Gebührenrechnung zugrunde legt. Unüberlegt hohe Wertschätzungen für die Immobilie im Nachlass können sie daher unnötige Gerichts- und Notargebühren kosten.

- Wenn Immobilien mit wertrelevanten Belastungen, insbesondere Erbbaurechten, in den Nachlass fallen, sind diese wertmindernd zu berücksichtigen. In jedem Fall sollte vermieden werden, den Verkehrswert des unbelasteten Grundstücks im Nachlassverzeichnis anzugeben.

Für die vorzunehmenden Wertabschläge empfehlen wir, sich an einen Experten zu wenden.

Fahrzeuge und Boote

Welcher Wert ist anzugeben?

Pkw

Hinweis: Gehört ein privat genutzter Pkw des/der Verstorbenen zum Nachlass, ist der Wert des Pkw zu ermitteln. Dabei ist in der Regel der Verkehrswert, also der regelmäßig zum Todestag erzielbare Verkaufspreis zu ermitteln bzw. zu schätzen. In der folgenden Eingabemaske können Sie sich ein aktuelles Angebot für den Pkw erstellen lassen, um einen Anhaltspunkt für dessen Wert zu haben.

Hinweis II: Gehörte der Pkw zu einem Betriebsvermögen des/der Verstorbenen, ist er in diesem Abschnitt im Rahmen der Bewertung des Betriebsvermögens zu bewerten.

LKW

Hinweis I: Gehört ein privat genutzter LKW des/der Verstorbenen zum Nachlass, ist der Wert des LKW zu ermitteln. Dabei ist in der Regel der Verkehrswert, also der regelmäßig zum Todestag erzielbare Verkaufspreis zu ermitteln bzw. zu schätzen. In der folgenden Eingabemaske können Sie sich ein aktuelles Angebot für den PKW erstellen lassen, um einen Anhaltspunkt für dessen Wert zu haben.

Hinweis II: Gehörte der LKW zu einem Betriebsvermögen des/der Verstorbenen, ist er in diesem Abschnitt im Rahmen der Bewertung des Betriebsvermögens zu bewerten.

Wohnmobil

Gehört ein privat genutztes Wohnmobil des/der Verstorbenen zum Nachlass, ist der Wert des Wohnmobils zu ermitteln. Dabei ist in der Regel der Verkehrswert, also der regelmäßig zum Todestag erzielbare Verkaufspreis zu ermitteln bzw. zu schätzen. In der folgenden Eingabemaske können Sie sich ein aktuelles Angebot für das Wohnmobil erstellen lassen, um einen Anhaltspunkt für dessen Wert zu haben.

Wohnwagen

Gehört ein privat genutzter Wohnwagen des/der Verstorbenen zum Nachlass, ist der Wert des Wohnwagens zu ermitteln. Dabei ist in der Regel der Verkehrswert, also der regelmäßig zum Todestag erzielbare Verkaufspreis zu ermitteln bzw. zu schätzen. In der folgenden Eingabemaske können Sie sich ein aktuelles Angebot für den Wohnwagen erstellen lassen, um einen Anhaltspunkt für dessen Wert zu haben.

Motorrad, Mofa etc.

Gehört ein privat genutztes Motorrad, Leichtkraftrad oder eine Mofa des/der Verstorbenen zum Nachlass, ist der Wert zu ermitteln. Dabei ist in der Regel der Verkehrswert, also der regelmäßig zum Todestag erzielbare Verkaufspreis zu ermitteln bzw. zu schätzen. In der folgenden Eingabemaske können Sie sich ein aktuelles Angebot erstellen lassen, um einen Anhaltspunkt für diesen Wert zu haben.

Andere Fahrzeuge (z.B. Boote, Flugzeuge)

Hinweis I: Gehört ein anderes Fahrzeug des/der Verstorbenen zum Nachlass, z.B. ein Boot oder sogar ein Flugzeug ist der Wert zu ermitteln. Dabei ist in der Regel der Verkehrswert, also der regelmäßig zum Todestag erzielbare Verkaufspreis zu ermitteln bzw. zu schätzen.

Hinweis II: Gehörte dieses Fahrzeug zu einem Betriebsvermögen des/der Verstorbenen, ist er in diesem Abschnitt im Rahmen der Bewertung des Betriebsvermögens zu bewerten.

Hausrat und Wertgegenstände

Welcher Wert ist anzugeben?

Wertvolle Möbel und Gebrauchsgegenstände

Soweit Gebrauchsgegenstände zu den in der Wohnung des/der Verstorbenen befindlichen und zur (privaten) Hauswirtschaft und Lebensführung erforderlichen Gebrauchs- und Verbrauchsgütern gehören, können sie im Abschnitt "Sonstiger Hausrat" erfasst werden. Wenn Wertgegenstände nicht hierunter fallen, sollten sie hier gesondert aufgeführt und bewertet werden. Dabei ist in der Regel der Verkehrswert, also der regelmäßig zum Todestag erzielbare Verkaufspreis zu ermitteln bzw. zu schätzen.

Sonstiger Hausrat

Soweit Gebrauchsgegenstände zu den in der Wohnung des/der Verstorbenen befindlichen und zur (privaten) Hauswirtschaft und Lebensführung erforderlichen Gebrauchs- und Verbrauchsgütern gehören, können sie unter der Position "Sonstiger Hausrat" erfasst werden. Wenn Wertgegenstände nicht hierunter fallen, sollten sie gesondert unter den Positionen der jeweiligen Einzelgegenstände oder unter "Sonstige Wertgegenstände" aufgeführt und bewertet werden. Dabei ist in der Regel der Verkehrswert, also der regelmäßig zum Todestag erzielbare Verkaufspreis zu ermitteln bzw. zu schätzen.

Kunstgegenstände

Hinweis I: An dieser Stelle sind Kunstgegenstände zu erfassen, die in den Nachlass fallen. Diese sind mit dem zum Todestag erzielbaren Verkaufspreis anzusetzen.

Als Anhaltspunkt dienen Verkäufe vergleichbarer Werke durch andere Privatleute. Sind solche nicht ermittelbar, so bedarf es einer Schätzung des gemeinen Wertes durch einen Sachverständigen.

Hinweis II: Wir vermitteln Ihnen gerne einen Kunstsachverständigen. Zur Prüfung, ob eine entgeltliche Bewertung lohnt, bitten wir Sie, die Eingabemaske auszufüllen und uns telefonisch zu kontaktieren. Wir klären unverbindlich für Sie, ob eine Bewertung sinnvoll ist.

(Kunst-)Sammlungen

Hinweis I: Anzugeben sind (Kunst)Sammlungen, die in den Nachlass fallen. Bei spezialisierten Kunstsammlungen (ein Künstler, eine Epoche) ist von dem Gesamtwert der einzelnen Kunstgegenstände ein Abschlag dafür vorzunehmen, dass der erzielbare Preis für die einzelnen Kunstgegenstände durch die (fiktive) gleichzeitige Zurverfügungstellung auf dem Kunstmarkt sinkt.

Hinweis II: Für die Bewertung der einzelnen Kunstgegenstände ist der am Todestag erzielbare Verkaufspreis zu ermitteln bzw. zu schätzen. Als Anhaltspunkt dienen Verkäufe vergleichbarer Werke durch andere Privatpersonen. Sind solche nicht ermittelbar, so bedarf es einer Schätzung durch einen Kunstsachverständigen.

Uhren

Soweit Gebrauchsgegenstände zu den in der Wohnung des/der Verstorbenen befindlichen und zur (privaten) Hauswirtschaft und Lebensführung erforderlichen Gebrauchs- und Verbrauchsgütern gehören, können sie im Abschnitt "Sonstiger Hausrat" erfasst werden. Wenn Wertgegenstände nicht hierunter fallen, sollten sie hier gesondert aufgeführt und bewertet werden. Das gilt für Uhren (insbesondere Armbanduhren), wenn sie einen Marktwert haben. Dabei ist der Verkehrswert, also der regelmäßig zum Todestag erzielbare Verkaufspreis zu ermitteln bzw. zu schätzen.

Schmuck, Perlen, Edelmetalle

Hinweis I: Gebrauchsgegenstände, die sich in der Wohnung des/der Verstorbenen befinden und für den Haushalt oder die Lebensführung erforderlich sind, können unter "Sonstiger Hausrat" erfasst werden. Wenn Wertgegenstände nicht hierunter fallen, sollten sie hier gesondert aufgeführt und bewertet werden. Das gilt für Schmuck, Perlen und Edelmetalle, wenn sie einen Marktwert haben. Dabei ist in der Regel der Verkehrswert, also der regelmäßig zum Todestag erzielbare Verkaufspreis zu ermitteln bzw. zu schätzen.

Hinweis II: Edelmetalle sind mit den an der Börse gehandelten Werten anzusetzen.

Porzellan

Soweit Gebrauchsgegenstände zu den in der Wohnung des/der Verstorbenen befindlichen und zur (privaten) Hauswirtschaft und Lebensführung erforderlichen Gebrauchs- und Verbrauchsgütern gehören, können sie unter "Sonstiger Hausrat" erfasst werden. Wenn Wertgegenstände nicht hierunter fallen, sollten sie hier gesondert aufgeführt und bewertet werden. Das kann etwa bei besonderen Porzellangegenständen der Fall sein, wenn diese einen Marktwert besitzen. Dabei ist in der Regel der Verkehrswert, also der regelmäßig zum Todestag erzielbare Verkaufspreis zu ermitteln bzw. zu schätzen.

Münzen

Münzen können einen Nennwert als Zahlungsmittel oder einen darüber liegenden Sammlerwert haben. Im Falle eines höheren Sammlerwerts ist der Verkehrswert, also der regelmäßig zum Todestag erzielbare Verkaufspreis zu ermitteln bzw. zu schätzen und anzugeben.

Sonstige Wertgegenstände

Hier sollen weitere private Gegenstände des/der Verstorbenen aufgenommen werden, wenn sie einen Wert aufweisen, und die nicht unter die sonstigen Abschnitte des Nachlassverzeichnisses fallen. Soweit es sich um Gebrauchsgegenstände handelt, die sich in der Wohnung des/der Verstorbenen befinden und als Gebrauchs- und Verbrauchsgütern zur (privaten) Hauswirtschaft und Lebensführung erforderlich waren, können sie unter "Sonstiger Hausrat" erfasst werden. Wenn Wertgegenstände nicht hierunter fallen, sollten sie hier gesondert aufgeführt und bewertet werden. Dabei ist in der Regel der Verkehrswert, also der regelmäßig zum Todestag erzielbare Verkaufspreis zu ermitteln bzw. zu schätzen.

Versicherungen

Welcher Wert ist anzugeben?

Kapital-Lebensversicherungen, Sterbeversicherungen

Auszahlungsbetrag oder Rückkaufswert zum Todestag?

Hinweis I: Anzugeben sind Kapitalforderungen, fällige Auszahlungsbeträge und noch nicht fällige Ansprüche aus Lebens-, Kapital- und Sterbeversicherungen gegen die Versicherung, wenn und soweit sie in den Nachlass fallen.

Ist mit dem Todesfall der Versicherungsfall eingetreten und der Versicherungsbetrag fällig, ist der Auszahlungsbetrag (Nennwert) anzugeben. Eine doppelte Berücksichtigung (einmal in dem Abschnitt "Versicherung" und einmal in dem Abschnitt "Konto") sollte vermieden werden.

Ist der Versicherungsbetrag noch nicht fällig, ist der sogenannte Rückkaufswert anzugeben. Diesen teilt Ihnen das jeweilige Versicherungsunternehmen auf Anfrage mit.

Hinweis II: Vor allem bei noch nicht fälligen Ansprüchen aus Kapital-Lebensversicherungen ist jeweils zu prüfen, ob diese wirklich in den Nachlass fallen. Dies setzt voraus, dass der/die Verstorbene - ggf. nach Widerruf anderweitiger Bezugsrechte - bezugsberechtigt ist bzw. war.

Private Krankenversicherung

Erstattungsforderung zum Todestag

War der/die Verstorbene privat krankenversichert, können für vor dem Todesfall angefallene Arzt- und Behandlungskosten, die vor dem Todesfall entstanden sind, Erstattungsansprüche gegen die Krankenversicherung bestehen. Die Höhe dieser Erstattungsforderung ist aufzunehmen, wenn sie noch nicht beglichen wurde. Eine doppelte Berücksichtigung (einmal in dem Abschnitt "Versicherung" und einmal in dem Abschnitt "Konto") sollte vermieden werden.

Sonstige Versicherungen im Nachlass

Versicherungsansprüche zum Todestag

Bestanden am Todestag noch Ansprüche des/der Verstorbenen gegen Versicherungen, sind diese als Kapitalforderungen mit dem Nennwert anzugeben.

Bitte wenden Sie sich für den entsprechenden Wert an das jeweilige Versicherungsunternehmen.

Abfindungen

Abfindungswert zum Todestag

Hinweis I: Zu erfassen sind Abfindungen, die durch den Todesfall entstanden und am Todestag noch nicht ausgezahlt sind und in den Nachlass fallen. Abfindungsforderungen gegen den Arbeitgeber des/der Verstorbenen sind im Abschnitt "Forderungen gegen den Arbeitgaber" zu erfassen.

Hinweis II: Die Abfindung ist mit ihrem Nennbetrag zum Todestag zu erfassen.

Wertpapiere

Welcher Wert ist anzugeben?

Börsennotierte Aktien

Hinweis I: Börsennotierte Aktien sind mit dem Börsenkurs zum Todestag zu bewerten. Am einfachsten entnehmen Sie diesen dem Depotauszug zum Todestag; wenden Sie sich hierfür an die depotführende Bank.

Liegen ausnahmsweise am Todestag mehrere Aktienkurse vor, so ist der niedrigste Kurs zugrunde zu legen. Liegt zum Todestag keine Kursnotierung vor, so ist auf die Börsenkurse innerhalb von 30 Tagen vor dem Bewertungsstichtag zurückzugreifen.

Bei börsennotierten Aktien, für die kein inländischer, sondern nur ein in anderer Währung als Euro bestehender Börsenkurs vorliegt (an ausländischer Börse gehandelt), kann ein sogenannter Telefonkurs im inländischen Bankverkehr vorliegen; wenden Sie sich hierfür bitte an Ihre Hausbank. Liegt ein solcher Telefonkurs nicht vor, sollte der jeweilige, in ausländischer Währung vorliegende Kurs zum Todestag nach dem Briefkurs in Euro umgerechnet werden.

Briefkurs ist der Kurs, zu dem Kreditinstitute ausländische Währungen verkaufen.

Hinweis II: Bei Gemeinschaftsdepots oder auf andere Personen angelegte Depots ist neben dem Gesamtguthaben der Anteil des/der Verstorbenen am Guthaben anzugeben; bei Gemeinschaftsdepots von Ehepaaren wird, wenn nichts anderes vereinbart wurde, entsprechend der Vermutungsregelung des § 430 BGB grundsätzlich von einer hälftigen Berechtigung jedes Ehegatten am Kontoguthaben ausgegangen. Ist etwas anderes vereinbart, ist der Anteil entsprechend herabzusetzen oder zu erhöhen.

Börsennotierte Genussscheine

Hinweis I: Börsennotierte Genussscheine sind mit dem Börsenkurs zum Todestag zu bewerten. Am einfachsten entnehmen Sie diesen dem Depotauszug zum Todestag; wenden Sie sich hierfür an die depotführende Bank.

Liegen ausnahmsweise am Todestag mehrere Kurse vor, so ist der niedrigste Kurs zugrunde zu legen. Liegt zum Todestag keine Kursnotierung vor, so ist auf die Börsenkurse innerhalb von 30 Tagen vor dem Bewertungsstichtag zurückzugreifen.

Bei börsennotierten Genussscheinen, für die kein inländischer, sondern nur ein in anderer Währung als Euro bestehender Börsenkurs vorliegt (an ausländischer Börse gehandelt), kann ein sogenannter Telefonkurs im inländischen Bankverkehr vorliegen; wenden Sie sich hierfür bitte an Ihre Hausbank. Liegt ein solcher Telefonkurs nicht vor, sollte der jeweilige, in ausländischer Währung vorliegende Kurs zum Todestag nach dem Briefkurs in Euro umgerechnet werden.

Briefkurs ist der Kurs, zu dem Kreditinstitute ausländische Währungen verkaufen.

Hinweis II: Bei Gemeinschaftsdepots oder auf andere Personen angelegte Depots ist neben dem Gesamtguthaben der Anteil des/der Verstorbenen am Guthaben anzugeben; bei Ehegatten-Gemeinschaftsdepots wird, wenn nichts anderes vereinbart wurde, entsprechend der Vermutungsregelung des § 430 BGB grundsätzlich von einer hälftigen Berechtigung jedes Ehegatten am Kontoguthaben ausgegangen. Ist etwas anderes vereinbart, ist der Anteil entsprechend herabzusetzen oder zu erhöhen.

Börsennotierte Optionsscheine

Hinweis I: Börsennotierte Optionsscheine sind mit dem Börsenkurs zum Todestag zu bewerten. Am einfachsten entnehmen Sie diesen dem Depotauszug zum Todestag; wenden Sie sich hierfür an die depotführende Bank.

Liegen ausnahmsweise am Todestag mehrere Kurse vor, so ist der niedrigste Kurs zugrunde zu legen. Liegt zum Todestag keine Kursnotierung vor, so ist auf die Börsenkurse innerhalb von 30 Tagen vor dem Bewertungsstichtag zurückzugreifen.

Bei börsennotierten Optionscheinen, für die kein inländischer, sondern nur ein in anderer Währung als Euro bestehender Börsenkurs vorliegt (an ausländischer Börse gehandelt), kann ein sogenannter Telefonkurs im inländischen Bankverkehr vorliegen; wenden Sie sich hierfür bitte an Ihre Hausbank. Liegt ein solcher Telefonkurs nicht vor, sollte der jeweilige, in ausländischer Währung vorliegende Kurs zum Todestag nach dem Briefkurs in Euro umgerechnet werden.

Briefkurs ist der Kurs, zu dem Kreditinstitute ausländische Währungen verkaufen.

Hinweis II: Bei Gemeinschaftsdepots oder auf andere Personen angelegte Depots ist neben dem Gesamtguthaben der Anteil des/der Verstorbenen am Guthaben anzugeben; bei Gemeinschaftsdepots von Ehepaaren wird, wenn nichts anderes vereinbart wurde, entsprechend der Vermutungsregelung des § 430 BGB grundsätzlich von einer hälftigen Berechtigung jedes Ehegatten am Kontoguthaben ausgegangen. Ist etwas anderes vereinbart, ist der Anteil entsprechend herabzusetzen oder zu erhöhen.

Schuldverschreibungen, Anleihen, Obligationen, Rentenpapiere, Bonds, Zertifikate

Hinweis I: Börsennotierte Schuldverschreibungen usw. sind mit dem Börsenkurs zum Todestag zu bewerten. Am einfachsten entnehmen Sie diesen dem Depotauszug zum Todestag; wenden Sie sich hierfür an die depotführende Bank.

Liegen ausnahmsweise am Todestag mehrere Kurse vor, so ist der niedrigste Kurs zugrunde zu legen. Liegt zum Todestag keine Kursnotierung vor, so ist auf die Börsenkurse innerhalb von 30 Tagen vor dem Bewertungsstichtag zurückzugreifen.

Bei börsennotierten Schuldverschreibungen usw., für die kein inländischer, sondern nur ein in anderer Währung als Euro bestehender Börsenkurs vorliegt (an ausländischer Börse gehandelt), kann ein sogenannter Telefonkurs im inländischen Bankverkehr vorliegen; wenden Sie sich hierfür bitte an Ihre Hausbank. Liegt ein solcher Telefonkurs nicht vor, sollte der jeweilige, in ausländischer Währung vorliegende Kurs zum Todestag nach dem Briefkurs in Euro umgerechnet werden.

Briefkurs ist der Kurs, zu dem Kreditinstitute ausländische Währungen verkaufen.

Hinweis II: Bei Gemeinschaftsdepots oder auf andere Personen angelegte Depots ist neben dem Gesamtguthaben der Anteil des/der Verstorbenen am Guthaben anzugeben; bei Gemeinschaftsdepots von Ehepaaren wird, wenn nichts anderes vereinbart wurde, entsprechend der Vermutungsregelung des § 430 BGB grundsätzlich von einer hälftigen Berechtigung jedes Ehegatten am Kontoguthaben ausgegangen. Ist etwas anderes vereinbart, ist der Anteil entsprechend herabzusetzen oder zu erhöhen.

Börsennotierte Zero Bonds, Pfandbriefe, Covered Bonds

Hinweis I: Börsennotierte Bonds und Pfandbriefe sind mit dem Börsenkurs zum Todestag zu bewerten. Am einfachsten entnehmen Sie diesen dem Depotauszug zum Todestag; wenden Sie sich hierfür an die depotführende Bank.

Liegen ausnahmsweise am Todestag mehrere Kurse vor, so ist der niedrigste Kurs zugrunde zu legen. Liegt zum Todestag keine Kursnotierung vor, so ist auf die Börsenkurse innerhalb von 30 Tagen vor dem Bewertungsstichtag zurückzugreifen.

Bei börsennotierten Bonds oder Pfandbriefen, für die kein inländischer, sondern nur ein in anderer Währung als Euro bestehender Börsenkurs vorliegt (an ausländischer Börse gehandelt), kann ein sogenannter Telefonkurs im inländischen Bankverkehr vorliegen; wenden Sie sich hierfür bitte an Ihre Hausbank. Liegt ein solcher Telefonkurs nicht vor, sollte der jeweilige, in ausländischer Währung vorliegende Kurs zum Todestag nach dem Briefkurs in Euro umgerechnet werden.

Briefkurs ist der Kurs, zu dem Kreditinstitute ausländische Währungen verkaufen.

Hinweis II: Bei Gemeinschaftsdepots oder auf andere Personen angelegte Depots ist neben dem Gesamtguthaben der Anteil des/der Verstorbenen am Guthaben anzugeben; bei Gemeinschaftsdepots von Ehepaaren wird, wenn nichts anderes vereinbart wurde, entsprechend der Vermutungsregelung des § 430 BGB grundsätzlich von einer hälftigen Berechtigung jedes Ehegatten am Kontoguthaben ausgegangen. Ist etwas anderes vereinbart, ist der Anteil entsprechend herabzusetzen oder zu erhöhen.

Investmentfondsanteile

Hinweis I: Börsennotierte Investmentfondsanteile sind mit dem Börsenkurs zum Todestag zu bewerten. Wenden Sie sich hierfür an die depotführende Bank.

Liegen ausnahmsweise am Todestag mehrere Kurse vor, so ist der niedrigste Kurs zugrunde zu legen. Liegt zum Todestag keine Kursnotierung vor, so ist auf die Börsenkurse innerhalb von 30 Tagen vor dem Bewertungsstichtag zurückzugreifen.

Bei börsennotierten Investmentanteilen, für die kein inländischer, sondern nur ein in anderer Währung als Euro bestehender Börsenkurs vorliegt (an ausländischer Börse gehandelt), kann ein sogenannter Telefonkurs im inländischen Bankenverkehr vorliegen; wenden Sie sich hierfür bitte an Ihre Hausbank. Liegt ein solcher Telefonkurs nicht vor, sollte der jeweilige, in ausländischer Währung vorliegende Kurs zum Todestag nach dem Briefkurs in Euro umgerechnet werden. Briefkurs ist der Kurs, zu dem Kreditinstitute ausländische Währungen verkaufen.

Bei nicht börsennotierten Investmentfondsanteilen wird auf den Rücknahmepreis zum Todestag abgestellt. Wenden Sie sich zur Ermittlung des Werts an die jeweilige Kapitalverwaltungsgesellschaft/den Fondsmanager.

Hinweis II: Bei Gemeinschaftsdepots oder auf andere Personen angelegte Depots ist neben dem Gesamtguthaben der Anteil des/der Verstorbenen am Guthaben anzugeben; bei Gemeinschaftsdepots von Ehepaaren wird, wenn nichts anderes vereinbart wurde, entsprechend der Vermutungsregelung des § 430 BGB grundsätzlich von einer hälftigen Berechtigung jedes Ehegatten am Kontoguthaben ausgegangen. Ist etwas anderes vereinbart, ist der Anteil entsprechend herabzusetzen oder zu erhöhen.

Sonstige börsennotierte Wertpapiere

Hinweis I: Wertpapiere und Schuldbuchforderungen, die an einer deutschen Börse zum Handel im regulierten Markt oder in den Freiverkehr einbezogen sind, sind mit dem jeweiligen Börsenkurs zum Todestag zu bewerten. Am einfachsten entnehmen Sie diesen dem Depotauszug zum Todestag; wenden Sie sich hierfür an die depotführende Bank. (Schuldbuchforderungen sind Darlehensforderungen gegen den Staat, die durch Eintragung in das Bundesschuldbuch beurkundet und für die keine Schuldverschreibungen ausgestellt sind.)

Liegen ausnahmsweise am Todestag mehrere Kurse für die Wertpapiere usw. vor, so ist der niedrigste Kurs zugrunde zu legen. Liegt zum Todestag keine Kursnotierung vor, so ist auf die Börsenkurse innerhalb von 30 Tagen vor dem Bewertungsstichtag zurückzugreifen.

Bei Wertpapieren und Schuldbuchforderungen, für die kein inländischer, sondern nur ein in anderer Währung als Euro bestehender Börsenkurs vorliegt (an ausländischer Börse gehandelt), kann ein sogenannter Telefonkurs im inländischen Bankenverkehr vorliegen; wenden Sie sich hierfür bitte an Ihre Hausbank. Liegt ein solcher Telefonkurs nicht vor, sollte der jeweilige, in ausländischer Währung vorliegende Kurs zum Todestag nach dem Briefkurs in Euro umgerechnet werden.

Briefkurs ist der Kurs, zu dem Kreditinstitute ausländische Währungen verkaufen.

Hinweis II: Bei Gemeinschaftsdepots oder auf andere Personen angelegte Depots ist neben dem Gesamtguthaben der Anteil des/der Verstorbenen am Guthaben anzugeben; bei Gemeinschaftsdepots von Ehepaaren wird, wenn nichts anderes vereinbart wurde, entsprechend der Vermutungsregelung des § 430 BGB grundsätzlich von einer hälftigen Berechtigung jedes Ehegatten am Kontoguthaben ausgegangen. Ist etwas anderes vereinbart, ist der Anteil entsprechend herabzusetzen oder zu erhöhen.

Token/Kryptowährungen (Bitcoin)

Token und Kryptowährungen sind nicht an einer deutschen Börse zum Handel im regulierten Markt oder in den Freiverkehr einbezogen. Token können allerdings auf Wertpapieren basieren. Für Token und Kryptowährungen können eigene - bislang gesetzlich unregulierte - Handelsplätze bestehen, die eine Euroumrechnung des Verkaufswerts zum Verteilungstag ermöglichen. Token, die Anleihen repräsentieren und für die kein Marktplatz besteht, sollten entsprechend ihren Bedingungen wie Kapitalforderungen bewertet werden. Fehlen den Erben die notwendigen Daten und Informationen für den Zugriff auf den Token/ die Kryptowährung, oder ergeben sich Herausforderungen bei der Bewertung, empfehlen wir, einen Experten hinzuzuziehen. Kennen die Erben den sogenannten Private Key nicht, der für den Zugriff auf den Token bzw. die Kryptowährung erforderlich ist, kann eine Verwertung und Verteilung dauerhaft ausgeschlossen sein; eine Wert-Berücksichtigung ist dann zumindest fragwürdig, wenn nicht ausgeschlossen.

Börsennotierte Schuldbuchforderungen

Hinweis I: Börsennotierte Schuldbuchforderungen sind mit dem Börsenkurs zum Todestag zu bewerten. Am einfachsten entnehmen Sie diesen dem Depotauszug zum Todestag; wenden Sie sich hierfür an die depotführende Bank. (Schuldbuchforderungen sind Darlehensforderungen gegen den Staat, die durch Eintragung in das Bundesschuldbuch beurkundet und für die keine Schuldverschreibungen ausgestellt sind.)

Liegen am Todestag mehrere Aktienkurse vor, so ist der niedrigste Kurs zugrunde zu legen. Liegt zum Todestag keine Kursnotierung vor, so ist auf die Börsenkurse innerhalb von 30 Tagen vor dem Bewertungsstichtag zurückzugreifen.

Sind Schuldbuchforderungen, also Forderungen gegen den Staat, nicht börsennotiert, und existiert dementsprechend kein Börsenkurs, sind sie im Abschnitt "Sonstige Kapitalforderung" einzutragen und zu bewerten.

Hinweis II: Bei Gemeinschaftsdepots oder auf andere Personen angelegte Depots ist neben dem Gesamtguthaben der Anteil des/der Verstorbenen am Guthaben anzugeben; bei Gemeinschaftsdepots von Ehepaaren wird, wenn nichts anderes vereinbart wurde, entsprechend der Vermutungsregelung des § 430 BGB grundsätzlich von einer hälftigen Berechtigung jedes Ehegatten am Kontoguthaben ausgegangen. Ist etwas anderes vereinbart, ist der Anteil entsprechend herabzusetzen oder zu erhöhen.

Werte aus ähnlichen Geldanlagen

Hinweis I: Für sonstige Werte, die am Todestag an einer deutschen Börse zum Handel im regulierten Markt oder in den Freiverkehr einbezogen sind, ist für die Bewertung auf den niedrigsten Börsenkurs zum Todestag abzustellen.

Bei jungen Aktien, also solchen die im Wege einer Kapitalerhöhung ausgegeben werden, sowie Vorzugsaktien, dh Aktien mit bestimmten Sonderrechten, die (noch) nicht an einer Börse eingeführt sind, gilt eine Sonderregelung. Maßgeblich ist der aus den Börsenkursen der jeweiligen Stammaktien der Aktiengesellschaft abgeleitete Wert. Pfandbriefe mit persönlicher Sonderausstattung ohne Kurswert sind in Anlehnung an die Kurse vergleichbarer Pfandbriefe zu bewerten. Eine unterschiedliche Ausstattung der Aktien sollte durch entsprechende Zu- und Abschläge berücksichtigt werden. In Zweifelsfällen wenden Sie sich bitte an einen Experten.

Hinweis II: Wertpapiere, für die ein Kurs nicht besteht und auch nicht aus anderen Kursen abgeleitet werden kann, sind jeweils in einem anderen Abschnitt zu bewerten:

- Soweit das Wertpapier Anteile an Kapitalgesellschaften verbrieft, erfolgt die Bewertung wie unter "Nicht börsennotierte Anteile an Kapitalgesellschaften" beschrieben.


- Soweit das Wertpapier Forderungsrechte verbrieft, erfolgt die Bewertung wie im Abschnitt "Sonstige Forderungen" beschrieben.

Forderungen & Ansprüche

Welcher Wert ist anzugeben?

Mietkaution

Hinweis I: Mietkautionen sind in der Regel dem Vermieter verpfändete Konten oder Sparbücher oder Forderungen gegen den Vermieter, die zum Todestag mit dem Nennwert anzugeben sind.

Hinweis II: Die Mietkaution ist in der Regel mit dem Nennwert inklusive aufgelaufener Zinsen zu bewerten. Liegen Ihnen hierzu keine Angaben vor, wenden Sie sich an die kontoführende Bank oder den Vermieter.
Handelt es sich bei der Mietkaution um eine unverzinsliche Kapitalforderung mit einer festen Laufzeit von einem Jahr oder eine niedrig (unter 3%) oder hochverzinsliche (über 9%) Forderung mit einer Laufzeit von mindestens vier Jahren, oder ist zweifelhaft, ob die Forderung in vollem Umfang durchgesetzt werden kann, ist ggf. für steuerliche Zwecke ein höherer oder niedrigerer Gegenstandswert anzusetzen.

In diesem Fall empfehlen wir Ihnen, einen Experten zu Rate zu ziehen.

Wechsel

Hinweis I: Der Wechsel begründet eine Forderung des Ausstellers (Verstorbener/Verstorbene) gegen den Schuldner, den sog. Bezogenen. Er ist in Höhe des Forderungsbetrages inklusive Zinsen, also mit dem Nennwert zum Todestag zu bewerten.

Handelt es sich bei dem Wechsel nach den Fälligkeits- bzw.- Laufzeitvereinbarungen um eine unverzinsliche Kapitalforderung mit einer noch festen Laufzeit von noch einem Jahr oder eine niedrig (unter 3%) oder hochverzinsliche (über 9%) Forderung mit einer Laufzeit von noch mindestens vier Jahren, oder ist zweifelhaft, ob die Forderung in vollem Umfang durchgesetzt werden kann, ist ggf. für steuerliche Zwecke ein höherer oder niedrigerer Gegenstandswert anzusetzen.

In diesem Fall empfehlen wir Ihnen, einen Experten zu Rate zu ziehen.


Auf ausländische Währungen lautende Wechsel sind nach dem Briefkurs zum Verteilungstag in Euro umzurechnen. Briefkurs ist der Kurs, zu dem Kreditinstitute ausländische Währungen verkaufen.

Hinweis II: Der Wechsel begründet eine losgelöste Forderung, der in der Regel ein Grundgeschäft zugrunde liegt. Es sollte vermieden werden, Forderungen aus dem Grundgeschäft und Wechselforderungen doppelt im Nachlass zu berücksichtigen. Des weiteren ist zu beachten, ob tatsächlich in den Nachlass oder laut Wechsel an einen anderen Wechselnehmer zu leisten ist. Bei Zweifelsfragen empfehlen wir, sich an einen Experten zu wenden.

Schecks

Zugunsten des/der Verstorbenen ausgestellte Schecks sind mit dem (voraussichtlichen) Nennwert zum Verteilungstag zu bewerten.

Ist zweifelhaft, ob der Scheck in vollem Umfang eingelöst werden kann, ist der voraussichtlich einlösbare Betrag anzusetzen.

Auf ausländische Währungen lautende Schecks sind nach dem Briefkurs zum Verteilungstag in Euro umzurechnen. Briefkurs ist der Kurs, zu dem Kreditinstitute ausländische Währungen verkaufen.

Forderungen gesichert durch Hypotheken und Grundschulden

Hinweis I: Durch Grundschulden oder Hypotheken gesicherte Forderungen sind mit dem zum Todestag bestehenden nominalen Forderungswert inkl. bis zum Todestag aufgelaufener Zinsen (Nennwert) zu bewerten. Die Forderungshöhe ergibt sich aus den vertraglichen Absprachen mit dem Schuldner und aus den Auszügen des Kontos, auf dem die Forderungs- und Zinszahlung abgewickelt wird.

Handelt es sich bei der betreffenden gesicherten Forderung nach den Vereinbarungen mit dem Schuldner um eine unverzinsliche Forderung mit einer festen Laufzeit von noch einem Jahr oder eine niedrig (unter 3%) oder hochverzinsliche (über 9%) Forderung mit einer Laufzeit von noch mindestens vier Jahren, oder ist zweifelhaft, ob die Forderung in vollem Umfang durchgesetzt werden kann, kann ggf. ein höherer oder niedrigerer Gegenstandswert anzusetzen sein. In diesem Fall empfehlen wir Ihnen, für die Bewertung einen Experten zu Rate zu ziehen.

Auf ausländische Währungen lautende Forderungen sind nach dem Briefkurs zum Verteilungstag in Euro umzurechnen. Briefkurs ist der Kurs, zu dem Kreditinstitute ausländische Währungen verkaufen.

Hinweis II: Forderungen können auch mehreren, z.B. Ehegatten gemeinsam, zustehen. Bei Gemeinschaftskonten oder auf andere Personen angelegte Konten ist neben dem Gesamtforderungsguthaben der Anteil des/der Verstorbenen am Guthaben anzugeben; bei Ehegatten-Gemeinschaftsforderungen wird, wenn nichts anderes vereinbart wurde, entsprechend der Vermutungsregelung des § 430 BGB grundsätzlich von einer hälftigen Berechtigung jedes Ehegatten am Kontoguthaben ausgegangen. Ist etwas anderes vereinbart, ist der Anteil entsprechend herabzusetzen oder zu erhöhen.

Auf ausländische Währungen lautende Forderungen sind nach dem Briefkurs zum Todestag in Euro umzurechnen. Briefkurs ist der Kurs, zu dem Kreditinstitute ausländische Währungen verkaufen.

Instandhaltungsrücklagen

Hinweis I: In die Bewertung einzubeziehen sind auch Instandhaltungsrücklagen, die der/die Verstorbene im Zusammenhang mit einer ihm bzw. ihr zustehenden Immobilie (Haus, Wohnung) gebildet hat und die noch nicht investiert wurden. Insbesondere bei vermieteten Wohnungen, die von einem Dritten verwaltet werden (Hausverwaltung), können entsprechende Gelder von Dritten verwaltet werden, die dann Auskunft über die anteilig zuzurechnende Instandhaltungsrücklage geben können. Instandhaltungsrücklagen sind mit dem Nennwert zum Todestag, also dem entsprechenden Guthabenwert einschließlich bis zum Todestag aufgelaufener Zinsen, zu bewerten.

Hinweis II: Bei hälftigem Gemeinschaftseigentum an Immobilien von Ehegatten rechnet man grundsätzlich (entsprechend der Vermutungsregelung des § 430 BGB) grundsätzlich die Hälfte des Kontoguthabens dem Nachlass zu. Anderes gilt nur, wenn der überlebende Ehegatte den Nachweis erbringt, dass eine andere Vereinbarung getroffen worden ist.


Bei Gemeinschaftseigentum ist neben dem Gesamtbetrag der Instandhaltungsrücklage der Anteil des/der Verstorbenen am Guthaben anzugeben; bei Ehegatten-Gemeinschaftseigentum wird, wenn nichts anderes vereinbart wurde, entsprechend der Vermutungsregelung des § 430 BGB grundsätzlich von einer hälftigen Berechtigung jedes Ehegatten am Kontoguthaben ausgegangen. Ist etwas anderes vereinbart, ist der Anteil entsprechend herabzusetzen oder zu erhöhen.

Forderungen gegen Mieter und Pächter

Hinweis I: In die Bewertung einzubeziehen sind auch Forderungen, die der/die Verstorbene z.B. im Zusammenhang mit einer ihm bzw. ihr gehörenden Immobilie (Haus, Wohnung) gegen Mieter oder Pächter zum Todestag hat. Diese Forderungen sind mit dem Nennwert zum Todestag, also dem entsprechenden Guthabenwert zu bewerten. Ist zweifelhaft, ob die Forderung in vollem Umfang durchgesetzt werden kann, ist der voraussichtlich durchsetzbare Wert als Schätzwert anzugeben.

Auf ausländische Währungen lautende Forderungen sind nach dem Briefkurs zum Verteilungstag in Euro umzurechnen. Briefkurs ist der Kurs, zu dem Kreditinstitute ausländische Währungen verkaufen.

Hinweis II: Forderungen können auch mehreren, z.B. Ehegatten gemeinsam, zustehen, wenn ihnen die Miet- oder Pachtsache gemeinsam gehört. Bei Gemeinschaftskonten von Ehegatten rechnet die Finanzverwaltung (entsprechend der Vermutungsregelung des § 430 BGB) grundsätzlich die Hälfte des Kontoguthabens dem Nachlass zu. Anderes gilt nur, wenn der überlebende Ehegatte den Nachweis erbringt, dass eine andere Vereinbarung getroffen worden ist. Entsprechendes gilt für Forderungen.

Forderungen gegen Arbeitgeber

In die Bewertung einzubeziehen sind auch am Verteilungstag in den Nachlass fallende Forderungen gegen den Arbeitgeber des/der Verstorbenen. Hierunter fallen z.B. Ansprüche auf noch nicht gezahlten Lohn und auf Ausgleichszahlungen für nicht genommenen Urlaub. Fragen Sie hierzu den Arbeitgeber. Wenn Sie den Eindruck haben, dass höhere offene Forderungen bestehen könnten, wenden Sie sich an einen Experten.

Solche Forderungen gegen den Arbeitgeber sind mit dem Nennwert zum Verteilungstag, also dem entsprechenden Guthabenwert zu bewerten. Ist zweifelhaft, ob die Forderung in vollem Umfang durchgesetzt werden kann, ist der voraussichtlich durchsetzbare Wert als Schätzwert anzugeben. Die Forderungshöhe ergibt sich aus den vertraglichen Absprachen mit dem Arbeitgeber und dem Stand der Abwicklung des Arbeitsverhältnisses (offener Urlaub z.B.).

Auf ausländische Währungen lautende Forderungen sind nach dem Briefkurs zum Verteilungstag in Euro umzurechnen. Briefkurs ist der Kurs, zu dem Kreditinstitute ausländische Währungen verkaufen.

Schuldbuchforderungen ohne Börsennotierung und Bundesschatzbriefe Typ A und Typ B

Schuldbuchforderungen ohne Börsennotierung und Bundesschatzbriefe Typ A und Typ B werden nicht mehr ausgegeben und müssten bis spätestens Ende 2019 bereinigt worden sein. Insoweit dürften deshalb offene Forderungen im Nachlass nicht mehr bestehen. Andernfalls wären sie anzusetzen und zu bewerten. Sollten sich für Sie Anhaltspunkte oder Zweifelsfragen bzgl. des Bestandes solcher Werte ergeben, wenden Sie sich an einen Experten.

Forderungen gegen Erben des/der Verstorbenen

Hinweis I: Bei der Verteilung zu berücksichtigen sind auch Forderungen des/der Verstorbenen gegen dessen/deren Erben oder andere Beteiligte des Erbfalls. Soweit die Forderung nicht auf eine Geldzahlung gerichtet ist, sondern etwa auf eine Sachleistung, ist sie in dem Abschnitt "Sonstige Forderungen" zu bewerten. Besteht die Forderung in Geld, ist sie hier zum Nennwert einschließlich bis zum Todestag aufgelaufener Zinsen zu bewerten. Die Forderungshöhe ergibt sich aus den vertraglichen Absprachen mit dem Erben.

Hinweis II: Handelt es sich bei der in Rede stehenden Forderung um eine unverzinsliche Forderung mit einer festen Laufzeit von noch einem Jahr oder eine niedrig (unter 3%) oder hochverzinsliche (über 9%) Forderung mit einer Laufzeit von noch mindestens vier Jahren, oder ist zweifelhaft, ob die Forderung in vollem Umfang durchgesetzt werden kann, kann ggf. ein höherer oder niedrigerer Gegenstandswert anzusetzen sein. Bei der Bewertung, ob eine Forderung durchsetzbar ist, sind die hierfür geleisteten Sicherheiten zu berücksichtigen. Können sich die Erben nicht auf einen Wert einigen, empfehlen wir, einen Experten zu Rate zu ziehen; dieser kann den Forderungswert nach den einschlägigen Bewertungsmethoden ermitteln.


Auf ausländische Währungen lautende Forderungen sind nach dem Briefkurs zum Verteilungstag in Euro umzurechnen. Briefkurs ist der Kurs, zu dem Kreditinstitute ausländische Währungen verkaufen.

Hinweis III: Forderungen können auch mehreren, z.B. Ehegatten gemeinsam, zustehen. Bei Ehegatten-Gemeinschaftsforderungen wird, wenn nichts anderes vereinbart wurde, entsprechend der Vermutungsregelung des § 430 BGB grundsätzlich von einer hälftigen Berechtigung jedes Ehegatten am Forderungsguthaben ausgegangen. Ist etwas anderes vereinbart, ist der Anteil entsprechend herabzusetzen oder zu erhöhen.

Sonstige auf Geldzahlungen gerichtete Ansprüche und Kapitalforderungen

Hinweis I: In diesem Abschnitt sollen auf Geldzahlungen gerichtete Forderungen angegeben werden, soweit sie nicht bereits in einem anderen Abschnitt angegeben wurden. Hierzu gehören z.B. Forderungen auf bereits beschlossene Dividendenausschüttungen aus Anteilen an Kapitalgesellschaften, die bis zum Todestag noch nicht ausgezahlt wurden.

Die Forderung ist mit dem Nennwert inklusive aufgelaufener Zinsen zum Todestag zu bewerten. Handelt es sich bei der in Rede stehenden Forderung nach den Vereinbarungen mit dem Schuldner um eine unverzinsliche Forderung mit einer festen Laufzeit von noch einem Jahr oder eine niedrig (unter 3%) oder hochverzinsliche (über 9%) Forderung mit einer Laufzeit von noch mindestens vier Jahren, oder ist zweifelhaft, ob die Forderung in vollem Umfang durchgesetzt werden kann, kann ggf. ein höherer oder niedrigerer Gegenstandswert anzusetzen sein. Bei der Bewertung, ob eine Forderung durchsetzbar ist, sind die hierfür geleisteten Sicherheiten zu berücksichtigen. Können sich die Erben nicht auf einen Wert einigen, empfehlen wir, einen Experten zu Rate zu ziehen; dieser kann den Forderungswert nach den einschlägigen Bewertungsmethoden ermitteln.

Auf ausländische Währungen lautende Forderungen sind nach dem Briefkurs zum Todestag in Euro umzurechnen. Briefkurs ist der Kurs, zu dem Kreditinstitute ausländische Währungen verkaufen.

Hinweis II: Forderungen können auch mehreren, z.B. Ehegatten gemeinsam, zustehen. Bei Gemeinschaftskonten oder auf andere Personen angelegte Konten ist neben dem Gesamtforderungsguthaben der Anteil des/der Verstorbenen am Guthaben anzugeben; bei Ehegatten-Gemeinschaftsforderungen wird, wenn nichts anderes vereinbart wurde, entsprechend der Vermutungsregelung des § 430 BGB grundsätzlich von einer hälftigen Berechtigung jedes Ehegatten am Kontoguthaben ausgegangen. Ist etwas anderes vereinbart, ist der Anteil entsprechend herabzusetzen oder zu erhöhen.

Ansprüche auf Steuererstattungen

Hinweis I: Der/dem Verstorbenen persönlich können noch Steuererstattungsansprüche gegen die Finanzverwaltung zustehen. Wenden Sie sich hierzu an das für den/die Verstorbene(n) zuständige Finanzamt. Für die Geltendmachung von Erstattungsansprüchen kann es notwendig sein, dass Sie für den/die Verstorbene(n) Steuererklärungen (z.B. Lohnsteuerjahresausgleich) beim Finanzamt einreichen. Soweit dies eine Herausforderung darstellt, raten wir Ihnen, sich an einen Experten zu wenden. Bei gemeinsamer Veranlagung des/der Verstorbenen mit dem Ehegatten sind ggf. Steuererstattungsansprüche für die Verteilung gleichwohl in Gänze zu berücksichtigen. Sie können zusätzlich den auf den Verstorbenen/die Verstorbene entfallenden Erstattungsbetrag angeben.

Die Forderung ist mit dem Nennwert der Steuererstattung zum Todestag zu bewerten. Zinsen sind gesondert im folgenden Abschnitt anzugeben.

Hinweis II: Ist zweifelhaft, ob die Forderung in vollem Umfang durchgesetzt werden kann (z.B. wegen rechtlicher Unsicherheiten), kann ein höherer oder niedrigerer Gegenstandswert anzusetzen sein. Wenn Sie insoweit unsicher sind, raten wir Ihnen, einen Experten hinzuzuziehen.

Zinsansprüche aus Steuerschuldverhältnissen

Hinweis I: Standen der/dem Verstorbenen Steuererstattungsansprüche gegen die Finanzverwaltung zu, können unter Umständen von der Finanzverwaltung auch Zinsen gefordert werden. Wenden Sie sich hierzu an das für den/die Verstorbene(n) zuständige Finanzamt. Für die Geltendmachung von Zinsen kann es notwendig sein, sich an einen Experten zu wenden. Bei gemeinsamer Veranlagung des/der Verstorbenen mit dem Ehegatten sind ggf. Steuererstattungsansprüche für die Verteilung nur anteilig zu berücksichtigen.

Die Forderung ist mit dem Nennwert der Zinsen zum Todestag zu bewerten.

Hinweis II: Ist zweifelhaft, ob die Forderung in vollem Umfang durchgesetzt werden kann (z.B. wegen rechtlicher Unsicherheiten), kann ein höherer oder niedrigerer Gegenstandswert anzusetzen sein. Wenn Sie insoweit unsicher sind, raten wir Ihnen, einen Experten hinzuzuziehen.

Sonstige Forderungen insbes. Sachleistungsansprüche

Hinweis I: Hier sind Forderungen anzugeben, die keiner der vorangegangenen Positionen zuzuordnen sind und die in den Nachlass fallen. Dazu gehören zum Beispiel Ansprüche auf die Lieferung einer Sache oder auf die Übertragung eines Grundstücks (sog. Sachleistungsansprüche). Sachleistungsansprüche sind auch dann anzugeben, wenn die Gegenleistung noch nicht geleistet wurde, zB der Kaufpreis nicht bezahlt wurde. Andere Forderungen, zum Beispiel Ansprüche auf Gebrauchsüberlassung, sind nur anzugeben, wenn die Gegenleistung bereits erbracht worden ist.

Sachleistungsansprüche sind mit dem Verkehrswert der zu übertragenden Sache zum Todestag anzusetzen. Die hierfür bestehende Kaufpreisschuld ist bei den Erblasserschulden anzusetzen.

Hinweis II: Der Verkehrswert der zu übertragenden Sache richtet sich nach den in diesem Nachlassverzeichnis für die jeweilige Sache aufgeführten Bewertungsregeln.

Zinsansprüche

Hinweis I: Zinsansprüche sind anzugeben, soweit sie nicht bereits als Ansprüche gegen Geldinstitute oder unter Kapitalforderungen erfasst wurden und in den Nachlass fallen. Dies gilt z.B. für Verzugszinsen auf verspätet beglichene Forderungen.

Der Zinsanspruch ist mit dem Nennwert zum Todestag anzusetzen.

Hinweis II: Der Nennwert berechnet sich aus der zugrundeliegenden Forderung, dem Verzinsungszeitraum und der Höhe des anzuwendenden Zinssatzes.

Zinssatz (Bei Verzugszinsen 5 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz)

Weitere steuerliche Informationen

stehen bald zur Verfügung

Betriebsvermögen und Beteiligungen

Welcher Wert ist anzugeben?

Inländischer oder in EU-/EWR-Staaten liegender Gewerbebetrieb

Hinweis: In diesem Abschnitt werden gewerbliche Einzelunternehmen mit Vermögen im Inland und/oder im EU-/EWR-Ausland des/der Verstorbenen und das hierzu gehörende Grundvermögen zum Todestag erfasst und bewertet.

Land- und forstwirtschaftliches Vermögen, Vermögen von Personengesellschaften oder Gemeinschaftspraxen oder nicht börsennotierten Kapitalgesellschaften, an denen der/die Verstorbene beteiligt war, werden jeweils in den anderen Abschnitten angesetzt.

Für Zwecke der Gebührenberechnung des (Nachlass-)Gerichts oder des Notars ist der Verkehrswert, d.h. der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr bei einer Veräußerung des Gewerbebetriebs inklusive der darauf lastenden Schulden erzielbare Preis, zu ermitteln und anzugeben. Das Gesetz sieht für diese Ermittlung kein bestimmtes Verfahren vor und verpflichtet auch die Erben nicht dazu, eine Bewertung durch einen Sachverständigen vorzunehmen.

Üblicherweise begnügen sich die Nachlassgerichte mit folgender Rechnung:

1. Sie legen den letzten handelsrechtlichen Jahresabschluss des Gewerbetriebs vor dem Todesfall zu Grunde, und bestimmen das bilanzielle Eigenkapital des Gewerbebetriebs, indem Sie von sämtlichen in der Bilanz ausgewiesenen Aktiva (mit Ausnahme eines nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag) die bilanziellen Schulden abziehen (Verbindlichkeiten, Rückstellungen, passive Rechnungsabgrenzungsposten, Sonderposten mit Rücklagenanteil).

2. Soweit der Verkehrswert der jeweiligen Aktiva den in der Bilanz ausgewiesenen Wert übersteigt, ist dieser übersteigende Betrag dem bilanziellen Eigenkapital hinzuzurechnen. Ein Betriebsgrundstück kann auf Basis des Brandversicherungswerts, vorhandener Vergleichsverkaufswerte oder eines eingeholten Angebots bewertet werden; soweit dieser Wert den in der Bilanz hierfür angesetzten (Buch-)Wert übersteigt, wird er dem Reinvermögen hinzugerechnet. Entsprechend kann eine Ermäßigung geltend gemacht werden, wenn sich bis zum Todestag Wertminderungen ergeben haben.

Der auf diese Weise korrigierte Wert kann der Berechnung zugrunde gelegt werden. Ist ein Notar eingeschaltet, ermittelt dieser für Sie den maßgebenden Wert.

Inländischer oder in EU-/EWR-Staaten befindliche Praxis, Gemeinschaft/ Gesellschaft bürgerlichen Rechts und/ oder Partnerschaft von Angehörigen freier Berufe

Hinweis I: In diesem Abschnitt werden Beteiligungen des/der Verstorbenen an Partnerschaften/ Personengesellschaften/Praxisgemeinschaften bewertet, wenn sie der Ausübung einer freiberuflichen Tätigkeit des/der Verstorbenen dienten (z.B. als Arzt, Rechtsanwalt o.ä.). Fällt eine solche Beteiligung in den Nachlass, ist sie zum Todestag zu bewerten. BEACHTE:
- Eine solche Beteiligung fällt nicht in den Nachlass und bleibt bei der Bewertung unberücksichtigt, wenn sie zwar durch den Tod des /der Verstorbenen auf den/die Erben übergeht, dieser Übergang aber auf einer sogenannten rechtsgeschäftlichen Nachfolgeklausel beruht, die der/die Verstorbene mit den übrigen Gesellschaftern/Partnern der Partnerschaft oder Gesellschaft/Gemeinschaft vereinbart hat. Solche Nachfolgeklauseln finden sich häufig in den Gesellschafts-/Partnerschaftsverträgen. Dort ist abschließend geregelt, auf wen die Beteiligung im Todesfall übergeht. Der Übergang vollzieht sich dann aufgrund der gesellschaftsvertraglichen Vereinbarung und nicht kraft Erbrechts. Stellen Sie fest, dass eine solche Klausel vereinbart wurde, können sie die Beteiligung bei der Gebührenberechnung außen vor lassen.
- Ist im Partnerschafts-/Gesellschaftsvertrag oder gesetzlich geregelt, dass der/die Verstorbene mit dem Tod aus der Gesellschaft ausscheidet und sein/ihr Anteil eingezogen wird oder den verbleibenden Gesellschafters zufällt, fällt keine Beteiligung in den Nachlass. Dann kann statt der Beteiligung ein Abfindungsanspruch zu berücksichtigen sein. Dies ist im Einzelfall zu prüfen.

Hinweis II: Die gesetzlichen Bewertungsvorschriften enthalten zum Teil schwer nachvollziehbare Bewertungsunterschiede für bestimmte Beteiligungstypen. Die folgenden Hinweise zeigen für die verschiedenen Beteiligungstypen die jeweilig relevanten Bewertungsregeln auf. Wenn Ihnen die Bewertung schwer fällt, empfehlen wir Ihnen, sich an einen Experten zu wenden. Wenn Sie einen Notar eingeschaltet haben, hilft dieser Ihnen bei der Berechnung.

Hinweis III: Kommanditanteil an nicht überwiegend vermögensverwaltend tätiger Kommanditgesellschaft
Der Anteil des Kommanditisten an einer Kommanditgesellschaft (nicht: Kommanditgesellschaft auf Aktien; solche Beteiligungen fallen unter "Anteile an Kapitalgesellschaften"), der in den Nachlass fällt, wird nach den folgenden Kriterien bewertet. Voraussetzung ist, dass die Kommanditgesellschaft nicht überwiegend vermögensverwaltend tätig ist. Überwiegende Vermögensverwaltung liegt vor, wenn sich die Kommanditgesellschaft überwiegend als Immobilienverwaltungs-Objekt, Holding-, Besitz- oder sonstige Beteiligungsgesellschaft mit ansonsten geringer operativer geschäftlicher Tätigkeit darstellt. Diese Abgrenzung ist relevant, weil für den Gebührenwert bei vermögensverwaltenden Kommanditgesellschaften deren Schulden nicht abgezogen werden dürfen. Anderes gilt für nicht überwiegend vermögensverwaltende Kommanditgesellschaften, die wie folgt zu bewerten sind:

1. Sie legen den aktuellen (bzw. letzten) handelsrechtlichen Jahresabschluss der Kommanditgesellschaft zu Grunde, und bestimmen das bilanzielle Eigenkapital, indem Sie von sämtlichen in der Bilanz ausgewiesenen Aktiva (mit Ausnahme eines nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrags) die Schulden abziehen (Verbindlichkeiten, Rückstellungen, passive Rechnungsabgrenzungsposten, Sonderposten mit Rücklageanteil).

2. Soweit der Verkehrswert der in der Bilanz aktivierten Grundstücke und Gebäude, grundstücksgleichen Rechte (z.B. Erbbaurecht) sowie Schiffe/Schiffsbauwerke den in der Bilanz ausgewiesenen Wert übersteigt, ist dieser übersteigende Betrag dem bilanziellen Eigenkapital hinzuzurechnen. Ein Betriebsgrundstück kann auf Basis des Brandversicherungswerts, vorhandener Vergleichsverkaufswerte oder eines eingeholten Angebots bewertet werden; soweit dieser Wert den in der Bilanz hierfür angesetzten (Buch-)Wert übersteigt, wird er dem bilanziellen Eigenkapital hinzugerechnet. Entsprechend kann eine Ermäßigung geltend gemacht werden, wenn sich bis zum Todestag Wertminderungen ergeben haben.
Nach herrschender Meinung ist auch ein über den aktivierten Buchwert hinausgehender Verkehrswert der Finanzanlagen hinzuzurechnen; aus dem Gesetzeswortlaut ergibt sich dies allerdings nicht.

3. Ferner rechnen Sie im Rahmen des Schuldabzugs abgezogene Gesellschafterdarlehen (Darlehen der Gesellschafter/Kommanditisten an die Kommanditgesellschaft) dem bilanziellen Eigenkapital hinzu. Stellen Sie sicher, dass Sie dieses Darlehen, soweit der/die Verstorbene es gewährt hat, im Nachlassverzeichnis nicht doppelt berücksichtigen (z.B. unter Darlehensforderungen).

4. Der so ermittelte Wert stellt den Gebührenwert der Kommanditgesellschaft dar. Für den Nachlass ist er nur insoweit anzugeben, wie der/die Verstorbene an der Kommanditgesellschaft beteiligt war (z.B. 50%). Wenn Ihnen die Beteiligungshöhe nicht bekannt ist, können Sie diese anhand des Gesellschaftsvertrags und der Kapitalkonten ermitteln.

5. Liegen Ihnen für die Gesellschaft keine Bilanzen vor, z.B. weil die Gesellschaft nicht bilanziert, können stattdessen die für steuerlichen Zwecke geführten Vermögens- und Schuldenverzeichnisse herangezogen werden.

6. Das Gebührenrecht sieht vor, dass ein höherer Wert für die Beteiligung zugrunde zu legen ist, wenn Ihnen Anhaltspunkte hierfür vorliegen. Ein solcher kann sich aus Verkäufen von Kommanditanteilen um den Todestag herum ergeben.

Hinweis IV: Kommanditanteil an überwiegend vermögensverwaltend tätiger Kommanditgesellschaft und andere Anteile an Personengesellschaften und Partnerschaften

Der Kommanditanteil an einer überwiegend vermögensverwaltend tätigen Kommanditgesellschaft und Beteiligungen an anderen Personengesellschaften (z.B. OHG, Gesellschaft bürgerlichen Rechts, Partnerschaft, Anteil des persönlich haftenden Gesellschafters an einer Kommanditgesellschaft) wird wie folgt bewertet:

1. Sie legen den aktuellen (bzw. letzten) handelsrechtlichen Jahresabschluss der Gesellschaft zu Grunde, und bestimmen das bilanzielle Eigenkapital, indem Sie sämtliche in der Bilanz ausgewiesenen Aktiva (mit Ausnahme eines nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrags) addieren.

2. Soweit der Verkehrswert der in der Bilanz aktivierten Grundstücke und Gebäude, grundstücksgleichen Rechte (z.B. Erbbaurecht), Schiffe/Schiffsbauwerke und/oder Finanzanlagen den in der Bilanz ausgewiesenen Wert übersteigt, ist dieser übersteigende Betrag dem bilanziellen Eigenkapital hinzuzurechnen. Ein Betriebsgrundstück kann auf Basis des Brandversicherungswerts, vorhandener Vergleichsverkaufswerte oder eines eingeholten Angebots bewertet werden; soweit dieser Wert den in der Bilanz hierfür angesetzten (Buch-)Wert übersteigt, wird er dem bilanziellen Eigenkapital hinzugerechnet. Entsprechend kann eine Ermäßigung geltend gemacht werden, wenn sich bis zum Todestag Wertminderungen ergeben haben. Finanzanlagen sind - je nach ihrer Art - nach den in diesem Nachlassverzeichnis hierfür vorgesehenen Kriterien zu bewerten.
Nach herrschender Meinung ist darüber hinaus keine Verkehrswertkorrektur vorzunehmen; aus dem Gesetzeswortlaut ergibt sich dies allerdings nicht.

3. Der so ermittelte Wert stellt den Gebührenwert der Gesellschaft dar. Für den Nachlass ist er nur insoweit anzugeben, wie der/die Verstorbene an der Gesellschaft beteiligt war (z.B. 50%). Wenn Ihnen die Beteiligungshöhe nicht bekannt ist, können Sie diese anhand des Gesellschaftsvertrags und der Kapitalkonten (Gewinn- und Verlustbeteiligung) ermitteln.

4. Das Gebührenrecht sieht vor, dass ein höherer Wert für die Beteiligung zugrunde zu legen ist, wenn Ihnen Anhaltspunkte hierfür vorliegen. Ein solcher kann sich aus Verkäufen von Anteilen um den Todestag herum ergeben.

5. Liegen Ihnen für die Gesellschaft keine Bilanzen vor, z.B. weil die Gesellschaft nicht bilanziert, können stattdessen die für steuerlichen Zwecke geführten Vermögens- und Schuldenverzeichnisse herangezogen werden.

Hinweis IV: Vorsicht:

- Wenn Sie im Nachlassverzeichnis für die Gebührenrechnung des Nachlassgerichts (z.B. Erbscheinverfahren) einen höheren Wert für die Beteiligung angeben, als ihn das Gericht nach seinen Prüfungskriterien festlegen würde, wird es gleichwohl diesen höheren Wert der Gebührenermittlung zugrunde legen. Dasselbe gilt für den Notar, der diesen höheren Wert seiner Gebührenrechnung zugrunde legt. Unüberlegt hohe Wertschätzungen für die Beteiligung im Nachlass können sie daher unnötige Gerichts- und Notargebühren kosten.

- Wenn betrieblich genutzte Immobilien mit wertrelevanten Belastungen, insbesondere Erbbaurechten, in das Gesellschaftsvermögen fallen, sind diese Belastungen wertmindernd zu berücksichtigen. In jedem Fall sollte vermieden werden, den Verkehrswert des unbelasteten Grundstücks im Nachlassverzeichnis zu Grunde zu legen. Für die Bewertung und vorzunehmende Wertabschläge empfehlen wir, sich an einen Experten zu wenden.

Stille Beteiligungen an inländischem oder in EU-/EWR-Staaten liegendem Betrieb

Hinweis I: Hielt der/die Verstorbene eine sogenannte "stille Beteiligung", ist diese hier auf den Todestag zu bewerten. Eine stille Beteiligung oder Gesellschaft bedeutet die Beteiligung an dem Handelsgewerbe eines anderen in Form einer so genannten Innengesellschaft. In der Regel werden die entsprechenden Verträge, die eine solche Beziehung begründen, auch mit "stiller Beteiligungsvertrag" oder "Gesellschaftsvertrag zur Begründung einer stillen Beteiligung" bezeichnet.

Für die Bewertung zum Todestag ist nach Art der stillen Beteiligung wie folgt zu unterscheiden:

Hinweis II: Typisch stille Beteiligung

Bei der typisch stillen Beteiligung hat der/die Verstorbene an den Vermögensinhaber eine Einlage mit der Vereinbarung geleistet, dass er dafür in bestimmter Höhe am Gewinn oder am Gewinn und Verlust des Handelsgewerbe des Einlagenempfängers beteiligt wird.

In diesem Fall ist als "stille Beteiligung" die gewährte Einlage als Wert der stillen Beteiligung anzusetzen.Hinweis III: Atypisch stille Beteiligung

Eine atypisch stille Beteiligung liegt vor, wenn der/die Verstorbene an den Vermögensinhaber eine Einlage geleistet hat mit der Vereinbarung, dass er nicht nur am Gewinn und Verlust seines Gewerbebetriebes beteiligt wird, sondern auch am Betriebsvermögen selbst, sodass auch ein Anspruch am Vermögen des Betriebs selbst besteht (z.B. im Falle des Verkaufs oder der Auseinandersetzung/Liquidation); häufig sieht der Vertrag dann auch Mitbestimmungsrechte des stillen Gesellschafters vor.

Ein solcher Anteil wird wie folgt auf den Todestag bewertet:

1. Sie legen den aktuellen (bzw. letzten) handelsrechtlichen Jahresabschluss des Geschäftsinhaber/Empfänger der Einlage zu Grunde, und bestimmen das bilanzielle Eigenkapital, indem Sie sämtliche in der Bilanz ausgewiesenen Aktiva (mit Ausnahme eines nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrags) addieren.

2. Soweit der Verkehrswert der in der Bilanz aktivierten Grundstücke und Gebäude, grundstücksgleichen Rechte (z.B. Erbbaurecht), Schiffe/Schiffsbauwerke und/oder Finanzanlagen den in der Bilanz ausgewiesenen Wert übersteigt, ist dieser übersteigende Betrag dem bilanziellen Eigenkapital hinzuzurechnen. Ein Betriebsgrundstück kann auf Basis des Brandversicherungswerts, vorhandener Vergleichsverkaufswerte oder eines eingeholten Angebots bewertet werden; soweit dieser Wert den in der Bilanz hierfür angesetzten (Buch-)Wert übersteigt, wird er dem bilanziellen Eigenkapital hinzugerechnet. Entsprechend kann eine Ermäßigung geltend gemacht werden, wenn sich bis zum Todestag Wertminderungen ergeben haben. Finanzanlagen sind - je nach ihrer Art - nach den in diesem Nachlassverzeichnis hierfür vorgesehenen Kriterien zu bewerten.
Nach herrschender Meinung ist darüber hinaus keine Verkehrswertkorrektur vorzunehmen; aus dem Gesetzeswortlaut ergibt sich dies allerdings nicht.


3. Der so ermittelte Wert stellt den Gebührenwert der stillen Gesellschaft dar. Für den Nachlass ist er nur insoweit anzugeben, wie der/die Verstorbene an der stillen Gesellschaft beteiligt war (z.B. 50%). Wenn Ihnen die Beteiligungshöhe nicht bekannt ist, können Sie diese anhand des Gesellschaftsvertrags und der Kapitalkonten (Gewinn- und Verlustbeteiligung) ermitteln.

4. Von dem so ermittelten Anteilswert nehmen Sie einen Wertabschlag von 30% vor.

5. Das Gebührenrecht sieht vor, dass ein höherer Wert für die Beteiligung zugrunde zu legen ist, wenn Ihnen Anhaltspunkte hierfür vorliegen. Ein solcher kann sich aus Verkäufen von Anteilen um den Todestag herum ergeben.

Beteiligungen an Personengesellschaften (OHG, KG, PartG, GbR u.ä.) mit Betriebsvermögen im Inland oder in EU-/EWR-Staaten
Hinweis I: In diesem Abschnitt werden Beteiligungen des/der Verstorbenen an Partnerschaften und Personengesellschaften/-gemeinschaften bewertet, wenn diese Betriebsvermögen im Inland oder in einem EU-/EWR-Staat haben. Fällt eine solche Beteiligung in den Nachlass, ist sie zum Todestag zu bewerten. BEACHTEN SIE BITTE:


- Eine solche Beteiligung fällt nicht in den Nachlass und bleibt bei der Bewertung unberücksichtigt, wenn sie zwar durch den Tod des /der Verstorbenen auf den/die Erben übergeht, dieser Übergang aber auf einer sogenannten rechtsgeschäftlichen Nachfolgeklausel beruht, die der/die Verstorbene mit den übrigen Gesellschaftern/Partnern der Partnerschaft oder Gesellschaft/Gemeinschaft vereinbart hat. Solche Nachfolgeklauseln finden sich häufig in den Gesellschafts-/Partnerschaftsverträgen. Dort ist abschließend geregelt, auf wen die Beteiligung im Todesfall übergeht. Der Übergang vollzieht sich dann aufgrund der gesellschaftsvertraglichen Vereinbarung und nicht kraft Erbrechts. Stellen Sie fest, dass eine solche Klausel vereinbart wurde, können sie die Beteiligung bei der Gebührenberechnung außen vor lassen.


- Ist im Partnerschafts-/Gesellschaftsvertrag oder gesetzlich geregelt, dass der/die Verstorbene mit dem Tod aus der Gesellschaft ausscheidet und sein/ihr Anteil eingezogen wird oder den verbleibenden Gesellschafters zufällt, fällt keine Beteiligung in den Nachlass. Dann kann statt der Beteiligung ein Abfindungsanspruch zu berücksichtigen sein. Dies sollte im Einzelfall geprüft werden.


- Beteiligungen des/der freiberuflich tätigen Verstorbenen an einer freiberuflichen Praxis sind in dem entsprechenden Abschnitt anzusetzen.

Land- und forstwirtschaftliches Vermögen, Vermögen von Personengesellschaften oder Gemeinschaftspraxen oder nicht börsennotierten Kapitalgesellschaften, an denen der/die Verstorbene beteiligt war, werden jeweils in den anderen Abschnitten angesetzt.

Hinweis II: Die gesetzlichen Bewertungsvorschriften enthalten zum Teil schwer nachvollziehbare Bewertungsunterschiede für bestimmte Beteiligungstypen. Die folgenden Hinweise zeigen für die verschiedenen Beteiligungstypen die jeweilig relevanten Bewertungsregeln auf. Wenn Ihnen die Bewertung schwer fällt, empfehlen wir Ihnen, sich an einen Experten zu wenden. Wenn Sie einen Notar eingeschaltet haben, hilft dieser Ihnen bei der Berechnung.

Hinweis III: Kommanditanteil an nicht überwiegend vermögensverwaltend tätiger Kommanditgesellschaft

Der Anteil des Kommanditisten an einer Kommanditgesellschaft (nicht: Kommanditgesellschaft auf Aktien; solche Beteiligungen fallen unter "Anteile an Kapitalgesellschaften"), der in den Nachlass fällt, wird nach den folgenden Kriterien bewertet. Voraussetzung ist, dass die Kommanditgesellschaft nicht überwiegend vermögensverwaltend tätig ist. Überwiegende Vermögensverwaltung liegt vor, wenn sich die Kommanditgesellschaft überwiegend als Immobilienverwaltungs- Objekt, Holding-, Besitz- oder sonstige Beteiligungsgesellschaft mit ansonsten geringer operativer geschäftlicher Tätigkeit darstellt. Diese Abgrenzung ist relevant, weil für den Gebührenwert bei vermögensverwaltenden Kommanditgesellschaften deren Schulden nicht abgezogen werden dürfen. Anderes gilt für nicht überwiegend vermögensverwaltende Kommanditgesellschaften, die wie folgt zu bewerten sind:

1. Sie legen den aktuellen (bzw. letzten) handelsrechtlichen Jahresabschluss der Kommanditgesellschaft zu Grunde, und bestimmen das bilanzielle Eigenkapital, indem Sie von sämtlichen in der Bilanz ausgewiesenen Aktiva (mit Ausnahme eines nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrags) die Schulden abziehen (Verbindlichkeiten, Rückstellungen, passive Rechnungsabgrenzungsposten, Sonderposten mit Rücklageanteil).

2. Soweit der Verkehrswert der in der Bilanz aktivierten Grundstücke und Gebäude, grundstücksgleichen Rechte (z.B. Erbbaurecht) sowie Schiffe/Schiffsbauwerke den in der Bilanz ausgewiesenen Wert übersteigt, ist dieser übersteigende Betrag dem bilanziellen Eigenkapital hinzuzurechnen. Ein Betriebsgrundstück kann auf Basis des Brandversicherungswerts, vorhandener Vergleichsverkaufswerte oder eines eingeholten Angebots bewertet werden; soweit dieser Wert den in der Bilanz hierfür angesetzten (Buch-)Wert übersteigt, wird er dem bilanziellen Eigenkapital hinzugerechnet. Entsprechend kann eine Ermäßigung geltend gemacht werden, wenn sich bis zum Todestag Wertminderungen ergeben haben.
Nach herrschender Meinung ist auch ein über den aktivierten Buchwert hinausgehender Verkehrswert der Finanzanlagen hinzuzurechnen; aus dem Gesetzeswortlaut ergibt sich dies allerdings nicht.

3. Ferner rechnen sie im Rahmen des Schuldabzugs abgezogene Gesellschafterdarlehen (Darlehen der Gesellschafter/Kommanditisten an die Kommanditgesellschaft) dem bilanziellen Eigenkapital hinzu. Stellen Sie sicher, dass Sie dieses Darlehen, soweit der/die Verstorbene es gewährt hat, im Nachlassverzeichnis nicht doppelt berücksichtigen (z.B. unter Darlehensforderungen).

4. Der so ermittelte Wert stellt den Gebührenwert der Kommanditgesellschaft dar. Für den Nachlass ist er nur insoweit anzugeben, wie der/die Verstorbene an der Kommanditgesellschaft beteiligt war (z.B. 50%). Wenn Ihnen die Beteiligungshöhe nicht bekannt ist, können Sie diese anhand des Gesellschaftsvertrags und der Kapitalkonten ermitteln.

5. Das Gebührenrecht sieht vor, dass ein höherer Wert für die Beteiligung zugrunde zu legen ist, wenn Ihnen Anhaltspunkte hierfür vorliegen. Ein solcher kann sich aus Verkäufen von Kommanditanteilen um den Todestag herum ergeben.

Hinweis IV: Kommanditanteil an überwiegend vermögensverwaltend tätiger Kommanditgesellschaft und andere Anteile an Personengesellschaften und Partnerschaften

Der Kommanditanteil an einer überwiegend vermögensverwaltend tätigen Kommanditgesellschaft und Beteiligungen an anderen Personengesellschaften (z.B. OHG, Gesellschaft bürgerlichen Rechts, Partnerschaft, Anteil des persönlich haftenden Gesellschafters an einer Kommanditgesellschaft) werden wie folgt bewertet:

1. Sie legen den aktuellen (bzw. letzten) handelsrechtlichen Jahresabschluss der Gesellschaft zu Grunde, und bestimmen das bilanzielle Eigenkapital, indem Sie sämtliche in der Bilanz ausgewiesenen Aktiva (mit Ausnahme eines nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrags) addieren.

2. Soweit der Verkehrswert der in der Bilanz aktivierten Grundstücke und Gebäude, grundstücksgleichen Rechte (z.B. Erbbaurecht), Schiffe/Schiffsbauwerke und/oder Finanzanlagen den in der Bilanz ausgewiesenen Wert übersteigt, ist dieser übersteigende Betrag dem bilanziellen Eigenkapital hinzuzurechnen. Ein Betriebsgrundstück kann auf Basis des Brandversicherungswerts, vorhandener Vergleichsverkaufswerte oder eines eingeholten Angebots bewertet werden; soweit dieser Wert den in der Bilanz hierfür angesetzten (Buch-)Wert übersteigt, wird er dem bilanziellen Eigenkapital hinzugerechnet. Entsprechend kann eine Ermäßigung geltend gemacht werden, wenn sich bis zum Todestag Wertminderungen ergeben haben. Finanzanlagen sind - je nach ihrer Art - nach den in diesem Nachlassverzeichnis hierfür vorgesehenen Kriterien zu bewerten.
Nach herrschender Meinung ist darüber hinaus keine Verkehrswertkorrektur vorzunehmen; aus dem Gesetzeswortlaut ergibt sich dies allerdings nicht.

3. Der so ermittelte Wert stellt den Gebührenwert der Gesellschaft dar. Für den Nachlass ist er nur insoweit anzugeben, wie der/die Verstorbene an der Gesellschaft beteiligt war (z.B. 50%). Wenn Ihnen die Beteiligungshöhe nicht bekannt ist, können Sie diese anhand des Gesellschaftsvertrags und der Kapitalkonten (Gewinn- und Verlustbeteiligung) ermitteln.

4. Das Gebührenrecht sieht vor, dass ein höherer Wert für die Beteiligung zugrunde zu legen ist, wenn Ihnen Anhaltspunkte hierfür vorliegen. Ein solcher kann sich aus Verkäufen von Anteilen um den Todestag herum ergeben.

Hinweis IV: Vorsicht:

- Wenn Sie im Nachlassverzeichnis für die Gebührenrechnung des Nachlassgerichts (z.B. Erbscheinverfahren) einen höheren Wert für die Beteiligung angeben, als ihn das Gericht nach seinen Prüfungskriterien festlegen würde, wird es gleichwohl diesen höheren Wert der Gebührenermittlung zugrunde legen. Dasselbe gilt für den Notar, der diesen höheren Wert seiner Gebührenrechnung zugrunde legt. Unüberlegt hohe Wertschätzungen für die Beteiligung im Nachlass können Sie daher unnötige Gerichts- und Notargebühren kosten.

- Wenn betrieblich genutzte Immobilien mit wertrelevanten Belastungen, insbesondere Erbbaurechten, in das Gesellschaftsvermögen fallen, sind diese Belastungen wertmindernd zu berücksichtigen. In jedem Fall sollte vermieden werden, den Verkehrswert des unbelasteten Grundstücks im Nachlassverzeichnis zu Grunde zu legen. Für die Bewertung und vorzunehmende Wertabschläge empfehlen wir, sich an einen Experten zu wenden.

Betriebsvermögen in Drittstaaten

Hinweis I: In diesem Abschnitt werden betriebliche Einzelunternehmungen des/der Verstorbenen und dessen/deren Anteile an Personengesellschaften erfasst, wenn sich das jeweilige Betriebsvermögen ausschließlich oder nahezu ausschließlich im Drittland befindet, d.h. in einem Land, dass nicht EU- oder EWR-Staat ist. Diese Vermögenspositionen sind zum Todestag mit den nachfolgend beschriebenen Werten zu erfassen.

Hinweis II: Gewerbliche Einzelunternehmung

1. Sie legen den letzten handelsrechtlichen Jahresabschluss des Gewerbetriebs vor dem Todesfall zu Grunde, und bestimmen das bilanzielle Eigenkapital des Gewerbebetriebs, indem Sie von sämtlichen in der Bilanz ausgewiesenen Aktiva (mit Ausnahme eines nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag) die bilanziellen Schulden abziehen (Verbindlichkeiten, Rückstellungen, passive Rechnungsabgrenzungsposten, Sonderposten mit Rücklagenanteil).

2. Soweit der Verkehrswert der jeweiligen Aktiva den in der Bilanz ausgewiesenen Wert übersteigt, ist dieser übersteigende Betrag dem bilanziellen Eigenkapital hinzuzurechnen. Ein Betriebsgrundstück kann auf Basis des Brandversicherungswerts, vorhandener Vergleichsverkaufswerte oder eines eingeholten Angebots bewertet werden; soweit dieser Wert den in der Bilanz hierfür angesetzten (Buch-)Wert übersteigt, wird er dem Reinvermögen hinzugerechnet. Entsprechend sollte eine Ermäßigung geltend gemacht werden, wenn sich bis zum Todestag Wertminderungen ergeben haben.

Der auf diese Weise korrigierte Wert kann der Berechnung zugrunde gelegt werden. Ist ein Notar eingeschaltet, ermittelt dieser für Sie den maßgebenden Wert.


Hinweis III: Kommanditanteil an nicht überwiegend vermögensverwaltend tätiger Kommanditgesellschaft

Der Anteil des Kommanditisten an einer Kommanditgesellschaft (nicht: Kommanditgesellschaft auf Aktien; solche Beteiligungen fallen unter "Anteile an Kapitalgesellschaften"), der in den Nachlass fällt, wird nach den folgenden Kriterien bewertet. Voraussetzung ist, dass die Kommanditgesellschaft nicht überwiegend vermögensverwaltend tätig ist. Überwiegende Vermögensverwaltung liegt vor, wenn sich die Kommanditgesellschaft überwiegend als Immobilienverwaltungs-Objekt, Holding-, Besitz- oder sonstige Beteiligungsgesellschaft mit ansonsten geringer operativer geschäftlicher Tätigkeit darstellt. Diese Abgrenzung ist relevant, weil für den Gebührenwert bei vermögensverwaltenden Kommanditgesellschaften deren Schulden nicht abgezogen werden dürfen. Anderes gilt für nicht überwiegend vermögensverwaltende Kommanditgesellschaften, die wie folgt zu bewerten sind:

1. Sie legen den aktuellen (bzw. letzten) handelsrechtlichen Jahresabschluss der Kommanditgesellschaft zu Grunde, und bestimmen das bilanzielle Eigenkapital, indem Sie von sämtlichen in der Bilanz ausgewiesenen Aktiva (mit Ausnahme eines nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrags) die Schulden abziehen (Verbindlichkeiten, Rückstellungen, passive Rechnungsabgrenzungsposten, Sonderposten mit Rücklageanteil).

2. Soweit der Verkehrswert der in der Bilanz aktivierten Grundstücke und Gebäude, grundstücksgleichen Rechte (z.B. Erbbaurecht) sowie Schiffe/Schiffsbauwerke den in der Bilanz ausgewiesenen Wert übersteigt, ist dieser übersteigende Betrag dem bilanziellen Eigenkapital hinzuzurechnen. Ein Betriebsgrundstück kann auf Basis des Brandversicherungswerts, vorhandener Vergleichsverkaufswerte oder eines eingeholten Angebots bewertet werden; soweit dieser Wert den in der Bilanz hierfür angesetzten (Buch-)Wert übersteigt, wird er dem bilanziellen Eigenkapital hinzugerechnet. Entsprechend kann eine Ermäßigung geltend gemacht werden, wenn sich bis zum Todestag Wertminderungen ergeben haben.
Nach herrschender Meinung ist auch ein über den aktivierten Buchwert hinausgehender Verkehrswert der Finanzanlagen hinzuzurechnen; aus dem Gesetzeswortlaut ergibt sich dies allerdings nicht.

3. Ferner rechnen sie im Rahmen des Schuldabzugs abgezogene Gesellschafterdarlehen (Darlehen der Gesellschafter/Kommanditisten an die Kommanditgesellschaft) dem bilanziellen Eigenkapital hinzu. Stellen Sie sicher, dass Sie dieses Darlehen, soweit der/die Verstorbene es gewährt hat, im Nachlassverzeichnis nicht doppelt berücksichtigen (z.B. unter Darlehensforderungen).

4. Der so ermittelte Wert stellt den Gebührenwert der Kommanditgesellschaft dar. Für den Nachlass ist er nur insoweit anzugeben, wie der/die Verstorbene an der Kommanditgesellschaft beteiligt war (z.B. 50%). Wenn Ihnen die Beteiligungshöhe nicht bekannt ist, können Sie diese anhand des Gesellschaftsvertrags und der Kapitalkonten ermitteln.

5. Das Gebührenrecht sieht vor, dass ein höherer Wert für die Beteiligung zugrunde zu legen ist, wenn Ihnen Anhaltspunkte hierfür vorliegen. Ein solcher kann sich aus Verkäufen von Kommanditanteilen um den Todestag herum ergeben.

6. Sollte es sich bei der Personengesellschaft um eine ausländische Rechtsform handelt (keine Kommanditgesellschaft nach deutschem Recht), finden diese Bewertungsregeln Anwendung, wenn die Beteiligung des/der Verstorbenen mit dem Privileg einer beschränkten Haftung für Gesellschaftsschulden ausgestattet ist, d.h. der/die Verstorbene als Gesellschafter der Personengesellschaft nicht oder nur limitiert für Gesellschaftsschulden persönlich haftet.

Hinweis IV: Kommanditanteil an überwiegend vermögensverwaltend tätiger Kommanditgesellschaft und andere Anteile an Personengesellschaften und Partnerschaften

Der Kommanditanteil an einer überwiegend vermögensverwaltend tätigen Kommanditgesellschaft und Beteiligungen an anderen Personengesellschaften (OHG, Gesellschaft bürgerlichen Rechts, Partnerschaft, Anteil des persönlich haftenden Gesellschafters an einer Kommanditgesellschaft z.B.), für deren Schulden der/die Verstorbene persönlich haftet, werden wie folgt bewertet:

1. Sie legen den aktuellen (bzw. letzten) handelsrechtlichen Jahresabschluss der Gesellschaft zu Grunde, und bestimmen das bilanzielle Eigenkapital, indem Sie sämtliche in der Bilanz ausgewiesenen Aktiva (mit Ausnahme eines nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrags) addieren.

2. Soweit der Verkehrswert der in der Bilanz aktivierten Grundstücke und Gebäude, grundstücksgleichen Rechte (z.B. Erbbaurecht), Schiffe/Schiffsbauwerke und/oder Finanzanlagen den in der Bilanz ausgewiesenen Wert übersteigt, ist dieser übersteigende Betrag dem bilanziellen Eigenkapital hinzuzurechnen. Ein Betriebsgrundstück kann auf Basis des Brandversicherungswerts, vorhandener Vergleichsverkaufswerte oder eines eingeholten Angebots bewertet werden; soweit dieser Wert den in der Bilanz hierfür angesetzten (Buch-)Wert übersteigt, wird er dem bilanziellen Eigenkapital hinzugerechnet. Entsprechend kann eine Ermäßigung geltend gemacht werden, wenn sich bis zum Todestag Wertminderungen ergeben haben. Finanzanlagen sind - je nach ihrer Art - nach den in diesem Nachlassverzeichnis hierfür vorgesehenen Kriterien zu bewerten.
Nach herrschender Meinung ist darüber hinaus keine Verkehrswertkorrektur vorzunehmen; aus dem Gesetzeswortlaut ergibt sich dies allerdings nicht.

3. Der so ermittelte Wert stellt den Gebührenwert der Gesellschaft dar. Für den Nachlass ist er nur insoweit anzugeben, wie der/die Verstorbene an der Gesellschaft beteiligt war (z.B. 50%). Wenn Ihnen die Beteiligungshöhe nicht bekannt ist, können Sie diese anhand des Gesellschaftsvertrags und der Kapitalkonten (Gewinn- und Verlustbeteiligung) ermitteln.

4. Das Gebührenrecht sieht vor, dass ein höherer Wert für die Beteiligung zugrunde zu legen ist, wenn Ihnen Anhaltspunkte hierfür vorliegen. Ein solcher kann sich aus Verkäufen von Anteilen um den Todestag herum ergeben.

Hinweis V: Vorsicht:

- Wenn Sie im Nachlassverzeichnis für die Gebührenrechnung des Nachlassgerichts (z.B. Erbscheinverfahren) einen höheren Wert für die Beteiligung angeben, als ihn das Gericht nach seinen Prüfungskriterien festlegen würde, wird es gleichwohl diesen höheren Wert der Gebührenermittlung zugrunde legen. Dasselbe gilt für den Notar, der diesen höheren Wert seiner Gebührenrechnung zugrunde legt. Unüberlegt hohe Wertschätzungen für die Beteiligung im Nachlass können Sie daher unnötige Gerichts- und Notargebühren kosten.

- Wenn betrieblich genutzte Immobilien mit wertrelevanten Belastungen, insbesondere Erbbaurechten, in das Gesellschaftsvermögen fallen, sind diese Belastungen wertmindernd zu berücksichtigen. In jedem Fall sollte vermieden werden, den Verkehrswert des unbelasteten Grundstücks im Nachlassverzeichnis zu Grunde zu legen. Für die Bewertung und vorzunehmende Wertabschläge empfehlen wir, sich an einen Experten zu wenden.

Beteiligungen an geschlossenen (Immobilien-)Fonds

Hinweis: Sogenannte "geschlossene Fonds" sind in der Regel als Kommanditgesellschaften organisiert, an denen sich Anleger direkt als Kommanditisten oder über einen Treuhandkommanditisten beteiligen. Sie sind daher als Beteiligungen an Personengesellschaften/Betriebsvermögen anzusehen. Fallen solche Beteiligungen in den Nachlass, sind sie - je nachdem wo ihr Betriebsvermögen liegt - im Abschnitt "Beteiligungen an Personengesellschaften" oder "Betriebsvermögen im Drittland" zu erfassen und zu bewerten.

Investmentfondsanteile, die an der Börse notieren, oder für die ein Rückgaberecht besteht, sind im Abschnitt "Investmentfondsanteile" aufzuführen und nach den dort genannten Kriterien zu bewerten.

Die für die Bewertung von Anteilen an geschlossenen Fonds notwendigen Informationen (Bilanz, Gesellschaftsvertrag, Verkehrswerte Grundstücke und Gebäude) entnehmen Sie dem Beteiligungsprospekt und den Geschäftsberichten des Fondsmanagers. Dieser hilft Ihnen regelmäßig bei Bewertungsfragen und teilt Ihnen u.a. den erbschaftsteuerlichen Wert der Beteiligung mit.

Nicht börsennotierte Anteile an Kapitalgesellschaften im Inland oder in EU-/EWR-Staaten (AG, GmbH, Genossenschaft, PLC, Ltd., S.A., SARL) oder an Personengesellschaften (OHG, KG, PartG, GbR u.ä.) mit Betriebsvermögen im Inland oder in EU-/EWR-Staaten

Hinweis I: In diesem Abschnitt werden Beteiligungen des/der Verstorbenen an nicht an einer Börse notierten Kapitalgesellschaften bewertet, wenn diese Betriebsvermögen im Inland oder in einem EU-/EWR-Staat haben. Fällt eine solche Beteiligung in den Nachlass, ist sie zum Todestag zu bewerten.

Kapitalgesellschaften sind Rechtsträger wie die GmbH, die Aktiengesellschaft (AG), Genossenschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien (KGaA), aber auch entsprechende Rechtsformen des EU-/EWR-Raums wir die Limited (Ltd.), S.A. oder SARL. Durch die Rechtsform unterscheiden sie sich von Personengesellschaften, die im Abschnitt "Beteiligung an Personengesellschaften" zu erfassen und bewerten sind.

Hinweis II:

- Eine solche Beteiligung fällt nicht in den Nachlass und bleibt bei der Bewertung unberücksichtigt, wenn sie zwar durch den Tod des /der Verstorbenen auf den/die Erben übergeht, dieser Übergang aber auf einer sogenannten rechtsgeschäftlichen Nachfolgeklausel beruht, die der/die Verstorbene mit den übrigen Gesellschaftern/Partnern der Partnerschaft oder Gesellschaft/Gemeinschaft vereinbart hat. Solche Nachfolgeklauseln finden sich häufig in den Satzungen bzw. Gesellschaftsverträgen. Dort ist abschließend geregelt, auf wen die Beteiligung im Todesfall übergeht. Der Übergang vollzieht sich dann aufgrund der gesellschaftsvertraglichen Vereinbarung und nicht kraft Erbrechts. Stellen Sie fest, dass eine solche Klausel vereinbart wurde, können sie die Beteiligung bei der Gebührenberechnung außen vor lassen.

- Ist im Gesellschaftsvertrag oder der Satzung geregelt, dass der/die Verstorbene mit dem Tod aus der Gesellschaft ausscheidet und sein/ihr Anteil eingezogen wird, fällt unter Umständen keine Beteiligung in den Nachlass. Dann kann statt der Beteiligung ein Abfindungsanspruch zu berücksichtigen sein. Dies sollte im Einzelfall geprüft werden.

- Sind die Beteiligungen an der Börse notiert, sind sie unter "Börsennotierte Aktien" anzusetzen und zu bewerten.

Hinweis III: Die gesetzlichen Bewertungsvorschriften enthalten zum Teil schwer nachvollziehbare Bewertungsunterschiede für bestimmte Beteiligungstypen. Die folgenden Hinweise zeigen für die verschiedenen Beteiligungstypen die jeweilig relevanten Bewertungsregeln auf. Wenn Ihnen die Bewertung schwer fällt, empfehlen wir Ihnen, sich an einen Experten zu wenden. Wenn Sie einen Notar eingeschaltet haben, hilft dieser Ihnen bei der Berechnung.

Hinweis IV: Anteil an Kapitalgesellschaft, die nicht überwiegend vermögensverwaltend tätig ist.
Der Anteil an der Kapitalgesellschaft, der in den Nachlass fällt, wird nach den folgenden Kriterien bewertet. Voraussetzung ist, dass die Kapitalgesellschaft nicht überwiegend vermögensverwaltend tätig ist. Überwiegende Vermögensverwaltung liegt vor, wenn sich die Kommanditgesellschaft überwiegend als Immobilienverwaltungs-Objekt, Holding-, Besitz- oder sonstige Beteiligungsgesellschaft mit ansonsten geringer operativer geschäftlicher Tätigkeit darstellt. Diese Abgrenzung ist relevant, weil für den Gebührenwert bei überwiegend vermögensverwaltenden Kapitalgesellschaften deren Schulden nicht abgezogen werden dürfen. Anderes gilt für nicht überwiegend vermögensverwaltende Kapitalgesellschaften, die wie folgt zu bewerten sind:

1. Sie legen den aktuellen (bzw. letzten) handelsrechtlichen Jahresabschluss der Kapitalgesellschaft zu Grunde, und bestimmen das bilanzielle Eigenkapital, indem Sie von sämtlichen in der Bilanz ausgewiesenen Aktiva (mit Ausnahme eines nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrags) die Schulden abziehen (Verbindlichkeiten, Rückstellungen, passive Rechnungsabgrenzungsposten, Sonderposten mit Rücklageanteil).

2. Soweit der Verkehrswert der in der Bilanz aktivierten Grundstücke und Gebäude, grundstücksgleichen Rechte (z.B. Erbbaurecht) sowie Schiffe/Schiffsbauwerke den in der Bilanz ausgewiesenen Wert übersteigt, ist dieser übersteigende Betrag dem bilanziellen Eigenkapital hinzuzurechnen. Ein Betriebsgrundstück kann auf Basis des Brandversicherungswerts, vorhandener Vergleichsverkaufswerte oder eines eingeholten Angebots bewertet werden; soweit dieser Wert den in der Bilanz hierfür angesetzten (Buch-)Wert übersteigt, wird er dem bilanziellen Eigenkapital hinzugerechnet. Entsprechend kann eine Ermäßigung geltend gemacht werden, wenn sich bis zum Todestag Wertminderungen ergeben haben.
Nach herrschender Meinung ist auch ein über den aktivierten Buchwert hinausgehender Verkehrswert der Finanzanlagen hinzuzurechnen; aus dem Gesetzeswortlaut ergibt sich dies allerdings nicht.

3. Ferner rechnen sie im Rahmen des Schuldabzugs abgezogene Gesellschafterdarlehen (Darlehen der Gesellschafter an die Kapitalgesellschaft) dem bilanziellen Eigenkapital hinzu. Stellen Sie sicher, dass Sie dieses Darlehen, soweit der/die Verstorbene es gewährt hat, im Nachlassverzeichnis nicht doppelt berücksichtigen (z.B. unter Darlehensforderungen).

4. Der so ermittelte Wert stellt den Gebührenwert der Kapitalgesellschaft dar. Für den Nachlass ist er nur insoweit anzugeben, wie der/die Verstorbene an der Kapitalgesellschaft beteiligt war (z.B. 50%). Wenn Ihnen die Beteiligungshöhe nicht bekannt ist, können Sie diese anhand des Gesellschaftsvertrags und der beim Handelsregister hinterlegten Gesellschafterliste oder dem Aktienregister ermitteln.5. Das Gebührenrecht sieht vor, dass ein höherer Wert für die Beteiligung zugrunde zu legen ist, wenn Ihnen Anhaltspunkte hierfür vorliegen. Ein solcher kann sich aus Verkäufen von Kommanditanteilen um den Todestag herum ergeben.

Hinweis V: Anteil an einer Kapitalgesellschaft mit überwiegend vermögensverwaltend er Tätigkeit
Der Anteil an einer überwiegend vermögensverwaltend tätigen Kapitalgesellschaft wird wie folgt bewertet:

1. Sie legen den aktuellen (bzw. letzten) handelsrechtlichen Jahresabschluss der Gesellschaft zu Grunde, und bestimmen das bilanzielle Eigenkapital, indem Sie sämtliche in der Bilanz ausgewiesenen Aktiva (mit Ausnahme eines nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrags) addieren.

2. Soweit der Verkehrswert der in der Bilanz aktivierten Grundstücke und Gebäude, grundstücksgleichen Rechte (z.B. Erbbaurecht), Schiffe/Schiffsbauwerke und/oder Finanzanlagen den in der Bilanz ausgewiesenen Wert übersteigt, ist dieser übersteigende Betrag dem bilanziellen Eigenkapital hinzuzurechnen. Ein Betriebsgrundstück kann auf Basis des Brandversicherungswerts, vorhandener Vergleichsverkaufswerte oder eines eingeholten Angebots bewertet werden; soweit dieser Wert den in der Bilanz hierfür angesetzten (Buch-)Wert übersteigt, wird er dem bilanziellen Eigenkapital hinzugerechnet. Entsprechend kann eine Ermäßigung geltend gemacht werden, wenn sich bis zum Todestag Wertminderungen ergeben haben. Finanzanlagen sind - je nach ihrer Art - nach den in diesem Nachlassverzeichnis hierfür vorgesehenen Kriterien zu bewerten.
Nach herrschender Meinung ist darüber hinaus keine Verkehrswertkorrektur vorzunehmen; aus dem Gesetzeswortlaut ergibt sich dies allerdings nicht.

3. Der so ermittelte Wert stellt den Gebührenwert der Kapitalgesellschaft dar. Für den Nachlass ist er nur insoweit anzugeben, wie der/die Verstorbene an der Kapitalgesellschaft beteiligt war (z.B. 50%). Wenn Ihnen die Beteiligungshöhe nicht bekannt ist, können Sie diese anhand des Gesellschaftsvertrags und der beim Handelsregister hinterlegten Gesellschafterliste oder dem Aktienregister ermitteln.

4. Das Gebührenrecht sieht vor, dass ein höherer Wert für die Beteiligung zugrunde zu legen ist, wenn Ihnen Anhaltspunkte hierfür vorliegen. Ein solcher kann sich aus Verkäufen von Anteilen um den Todestag herum ergeben.

Hinweis VI: Vorsicht:

- Wenn Sie im Nachlassverzeichnis für die Gebührenrechnung des Nachlassgerichts (z.B. Erbscheinverfahren) einen höheren Wert für die Beteiligung angeben, als ihn das Gericht nach seinen Prüfungskriterien festlegen würde, wird es gleichwohl diesen höheren Wert der Gebührenermittlung zugrunde legen. Dasselbe gilt für den Notar, der diesen höheren Wert seiner Gebührenrechnung zugrunde legt. Unüberlegt hohe Wertschätzungen für die Beteiligung im Nachlass können Sie daher unnötige Gerichts- und Notargebühren kosten.

- Wenn betrieblich genutzte Immobilien mit wertrelevanten Belastungen, insbesondere Erbbaurechten, in das Gesellschaftsvermögen fallen, sind diese Belastungen wertmindernd zu berücksichtigen. In jedem Fall sollte vermieden werden, den Verkehrswert des unbelasteten Grundstücks im Nachlassverzeichnis zu Grunde zu legen. Für die Bewertung und vorzunehmende Wertabschläge empfehlen wir, sich an einen Experten zu wenden.

Nicht börsennotierte Anteile an Kapitalgesellschaften in Drittstaaten

Hinweis I: In diesem Abschnitt werden Beteiligungen des/der Verstorbenen an nicht an einer Börse notierten Kapitalgesellschaften bewertet, wenn diese ihren Sitz und ihr Betriebsvermögen nicht im Inland und nicht in einem EU-/EWR-Staat, sondern in einem Drittland haben. Fällt eine solche Beteiligung in den Nachlass, ist sie zum Todestag zu bewerten.

Kapitalgesellschaften sind Rechtsträger wie die Limited (Ltd.), die PLC, S.A.

Hinweis II:

- Eine solche Beteiligung fällt nicht in den Nachlass und bleibt bei der Bewertung unberücksichtigt, wenn sie zwar durch den Tod des /der Verstorbenen auf den/die Erben übergeht, dieser Übergang aber auf einer sogenannten rechtsgeschäftlichen Nachfolgeklausel beruht, die der/die Verstorbene mit den übrigen Gesellschaftern/Partnern der Partnerschaft oder Gesellschaft/Gemeinschaft vereinbart hat. Solche Nachfolgeklauseln finden sich häufig in den Satzungen bzw. Gesellschaftsverträgen. Dort ist abschließend geregelt, auf wen die Beteiligung im Todesfall übergeht. Der Übergang vollzieht sich dann aufgrund der gesellschaftsvertraglichen Vereinbarung und nicht kraft Erbrechts. Stellen Sie fest, dass eine solche Klausel vereinbart wurde, können sie die Beteiligung bei der Gebührenberechnung außen vor lassen.

- Ist im Gesellschaftsvertrag oder der Satzung geregelt, dass der/die Verstorbene mit dem Tod aus der Gesellschaft ausscheidet und sein/ihr Anteil eingezogen wird, fällt unter Umständen keine Beteiligung in den Nachlass. Dann kann statt der Beteiligung ein Abfindungsanspruch zu berücksichtigen sein. Dies sollte im Einzelfall geprüft werden.

- Sind die Beteiligungen an der Börse notiert, sind sie unter "Börsennotierte Aktien" anzusetzen und zu bewerten.

Hinweis III: Die gesetzlichen Bewertungsvorschriften enthalten zum Teil schwer nachvollziehbare Bewertungsunterschiede für bestimmte Beteiligungstypen. Die folgenden Hinweise zeigen für die verschiedenen Beteiligungstypen die jeweilig relevanten Bewertungsregeln auf. Wenn Ihnen die Bewertung schwer fällt, empfehlen wir Ihnen, sich an einen Experten zu wenden. Wenn Sie einen Notar eingeschaltet haben, hilft dieser Ihnen bei der Berechnung.

Hinweis IV: Anteil an Kapitalgesellschaft, die nicht überwiegend vermögensverwaltend tätig ist.
Der Anteil an der Kapitalgesellschaft, der in den Nachlass fällt, wird nach den folgenden Kriterien bewertet. Voraussetzung ist, dass die Kapitalgesellschaft nicht überwiegend vermögensverwaltend tätig ist. Überwiegende Vermögensverwaltung liegt vor, wenn sich die Kommanditgesellschaft überwiegend als Immobilienverwaltungs-Objekt, Holding-, Besitz- oder sonstige Beteiligungsgesellschaft mit ansonsten geringer operativer geschäftlicher Tätigkeit darstellt. Diese Abgrenzung ist relevant, weil für den Gebührenwert bei überwiegend vermögensverwaltenden Kapitalgesellschaften deren Schulden nicht abgezogen werden dürfen. Anderes gilt für nicht überwiegend vermögensverwaltende Kapitalgesellschaften, die wie folgt zu bewerten sind:

1. Sie legen den aktuellen (bzw. letzten) handelsrechtlichen Jahresabschluss der Kapitalgesellschaft zu Grunde, und bestimmen das bilanzielle Eigenkapital, indem Sie von sämtlichen in der Bilanz ausgewiesenen Aktiva (mit Ausnahme eines nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrags) die Schulden abziehen (Verbindlichkeiten, Rückstellungen, passive Rechnungsabgrenzungsposten, Sonderposten mit Rücklageanteil).

2. Soweit der Verkehrswert der in der Bilanz aktivierten Grundstücke und Gebäude, grundstücksgleichen Rechte (z.B. Erbbaurecht) sowie Schiffe/Schiffsbauwerke den in der Bilanz ausgewiesenen Wert übersteigt, ist dieser übersteigende Betrag dem bilanziellen Eigenkapital hinzuzurechnen. Ein Betriebsgrundstück kann auf Basis des Brandversicherungswerts, vorhandener Vergleichsverkaufswerte oder eines eingeholten Angebots bewertet werden; soweit dieser Wert den in der Bilanz hierfür angesetzten (Buch-)Wert übersteigt, wird er dem bilanziellen Eigenkapital hinzugerechnet. Entsprechend kann eine Ermäßigung geltend gemacht werden, wenn sich bis zum Todestag Wertminderungen ergeben haben.
Nach herrschender Meinung ist auch ein über den aktivierten Buchwert hinausgehender Verkehrswert der Finanzanlagen hinzuzurechnen; aus dem Gesetzeswortlaut ergibt sich dies allerdings nicht.

3. Ferner rechnen Sie im Rahmen des Schuldabzugs abgezogene Gesellschafterdarlehen (Darlehen der Gesellschafter an die Kapitalgesellschaft) dem bilanziellen Eigenkapital hinzu. Stellen Sie sicher, dass Sie dieses Darlehen, soweit der/die Verstorbene es gewährt hat, im Nachlassverzeichnis nicht doppelt berücksichtigen (z.B. unter Darlehensforderungen).

4. Der so ermittelte Wert stellt den Gebührenwert der Kapitalgesellschaft dar. Für den Nachlass ist er nur insoweit anzugeben, wie der/die Verstorbene an der Kapitalgesellschaft beteiligt war (z.B. 50%). Wenn Ihnen die Beteiligungshöhe nicht bekannt ist, können Sie diese anhand des Gesellschaftsvertrags und der beim Handelsregister hinterlegten Gesellschafterliste oder dem Aktienregister ermitteln.

5. Das Gebührenrecht sieht vor, dass ein höherer Wert für die Beteiligung zugrunde zu legen ist, wenn Ihnen Anhaltspunkte hierfür vorliegen. Ein solcher kann sich aus Verkäufen von Kommanditanteilen um den Todestag herum ergeben.

Hinweis V: Anteil an einer Kapitalgesellschaft mit überwiegend vermögensverwaltender Tätigkeit
Der Anteil an einer überwiegend vermögensverwaltend tätigen Kapitalgesellschaft wird wie folgt bewertet:

1. Sie legen den aktuellen (bzw. letzten) handelsrechtlichen Jahresabschluss der Gesellschaft zu Grunde, und bestimmen das bilanzielle Eigenkapital, indem Sie sämtliche in der Bilanz ausgewiesenen Aktiva (mit Ausnahme eines nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrags) addieren.

2. Soweit der Verkehrswert der in der Bilanz aktivierten Grundstücke und Gebäude, grundstücksgleichen Rechte (z.B. Erbbaurecht), Schiffe/Schiffsbauwerke und/oder Finanzanlagen den in der Bilanz ausgewiesenen Wert übersteigt, ist dieser übersteigende Betrag dem bilanziellen Eigenkapital hinzuzurechnen. Ein Betriebsgrundstück kann auf Basis des Brandversicherungswerts, vorhandener Vergleichsverkaufswerte oder eines eingeholten Angebots bewertet werden; soweit dieser Wert den in der Bilanz hierfür angesetzten (Buch-)Wert übersteigt, wird er dem bilanziellen Eigenkapital hinzugerechnet. Entsprechend sollte eine Ermäßigung geltend gemacht werden, wenn sich bis zum Todestag Wertminderungen ergeben haben. Finanzanlagen sind - je nach ihrer Art - nach den in diesem Nachlassverzeichnis hierfür vorgesehenen Kriterien zu bewerten.
In der Praxis wird darüber hinaus keine Verkehrswertkorrektur vorgenommen.

3. Der so ermittelte Wert stellt den Gebührenwert der Kapitalgesellschaft dar. Für den Nachlass ist er nur insoweit anzugeben, wie der/die Verstorbene an der Kapitalgesellschaft beteiligt war (z.B. 50%). Wenn Ihnen die Beteiligungshöhe nicht bekannt ist, können Sie diese anhand des Gesellschaftsvertrags und der beim Handelsregister hinterlegten Gesellschafterliste oder dem Aktienregister ermitteln.

4. Das Gebührenrecht sieht vor, dass ein höherer Wert für die Beteiligung zugrunde zu legen ist, wenn Ihnen Anhaltspunkte hierfür vorliegen. Ein solcher kann sich aus Verkäufen von Anteilen um den Todestag herum ergeben.

Hinweis VI: Vorsicht:

- Wenn Sie im Nachlassverzeichnis für die Gebührenrechnung des Nachlassgerichts (z.B. Erbscheinverfahren) einen höheren Wert für die Beteiligung angeben, als ihn das Gericht nach seinen Prüfungskriterien festlegen würde, wird es gleichwohl diesen höheren Wert der Gebührenermittlung zugrunde legen. Dasselbe gilt für den Notar, der diesen höheren Wert seiner Gebührenrechnung zugrunde legt. Unüberlegt hohe Wertschätzungen für die Beteiligung im Nachlass können Sie daher unnötige Gerichts- und Notargebühren kosten.

- Wenn betrieblich genutzte Immobilien mit wertrelevanten Belastungen, insbesondere Erbbaurechten, in das Gesellschaftsvermögen fallen, sind diese Belastungen wertmindernd zu berücksichtigen. In jedem Fall sollte vermieden werden, den Verkehrswert des unbelasteten Grundstücks im Nachlassverzeichnis zu Grunde zu legen. Für die Bewertung und vorzunehmende Wertabschläge empfehlen wir, sich an einen Experten zu wenden.

Rechte

Welcher Wert ist anzugeben?

Urheberrechte

Hinweis I: Zu erfassen sind Urheberrechte, die in den Nachlass fallen. Sie sind mit dem Verkehrswert zum Todestag zu bewerten.

Von relevantem Wert sind Erfindungen und Urheberrechte, die in Lizenz vergeben oder in sonstiger Weise gegen Entgelt einem Dritten zur Ausübung überlassen sind. Der Wert bestimmt sich nach der Gegenleistung, also in der Regel den gesamten zukünftigen Lizenzgebühren, welche auf den Todestag abgezinst werden. Ist keine feste Lizenzgebühr vereinbart und die Vertragsdauer unbestimmt, kann auf die letzte vor dem Todestag gezahlte Lizenzgebühr abgestellt und eine Laufzeit von acht Jahren zugrunde gelegt werden.

Für die präzise Berechnung empfehlen wir, sich an den eingeschalteten Notar oder einen Experten zu wenden.

Hinweis II: Urheberrechte können auch mehreren, z.B. Ehegatten gemeinsam, zustehen. Wenn nichts anderes vereinbart wurde, wird entsprechend der Vermutungsregelung des § 430 BGB grundsätzlich von einer hälftigen Berechtigung jedes Ehegatten am Urheberrecht ausgegangen. Ist etwas anderes vereinbart, ist der Anteil entsprechend herabzusetzen oder zu erhöhen.

Patentrechte

Hinweis I: Zu erfassen sind Patentrechte, die in den Nachlass fallen. Sie sind mit dem Verkehrswert zum Todestag zu bewerten.

Werden Patentrechte einem Dritten gegen Entgelt überlassen, bestimmt sich ihr Wert nach der Gegenleistung, also in der Regel den gesamten zukünftigen Lizenzgebühren, welche auf den Todestag abgezinst werden. Bei unbestimmter Laufzeit wird eine Dauer von 8 Jahren angenommen. Ist keine feste Lizenzgebühr vereinbart, wird auf die letzte vor dem Besteuerungszeitpunkt gezahlte Lizenzgebühr abgestellt.

Ein noch nicht ausgenutztes Patent hat nur bei sicheren Verwertungsaussichten am Bewertungsstichtag einen ansetzbaren Wert.

Hinweis II: Die Lizenzgebühren ergeben sich aus der Lizenzvereinbarung.

Patente können auch mehreren, z.B. Ehegatten gemeinsam, zustehen. Wenn nichts anderes vereinbart wurde, wird entsprechend der Vermutungsregelung des § 430 BGB grundsätzlich von einer hälftigen Berechtigung jedes Ehegatten am Urheberrecht ausgegangen. Ist etwas anderes vereinbart, ist der Anteil entsprechend herabzusetzen oder zu erhöhen.

Verlagsrechte

Zu erfassen sind Verlagsrechte, die in den Nachlass fallen. Ein Verlagsrecht ist das ausschließliche Recht, ein literarisches Werk zu vervielfältigen und zu verbreiten.

In der Regel sind Verlagsrechte einem in den Nachlass fallenden Verlagsbetrieb des/der Verstorbenen (oder seinem Anteil an einer die Verlagsrechte haltenden Personengesellschaft) zuzuordnen. Sie sind dann als Teil des Gewerbebetriebes unter "Gewerbebetrieb im Inland" oder "Beteiligung an Personengesellschaften" zu bewerten. Stehen Verlagsrechte einer Kapitalgesellschaft zu, an der der/die Verstorbene beteiligt war, erfolgt die Bewertung unter "Anteile an Kapitalgesellschaft". Ansonsten werden sie wie Urheberrechte erfasst.

Andere immaterielle Rechte (z.B. an Erfindungen)

Hinweis I: Zu erfassen sind immaterielle Wirtschaftsgüter, die keine Urheber-, Patent- oder Verlagsrechte sind und die in den Nachlass fallen, zum Beispiel Erfindungen.

Werden die Nutzungsrechte einem Dritten gegen Entgelt überlassen, ibestimmt sich ihr Wert nach der Gegenleistung, also in der Regel den gesamten zukünftigen Lizenzgebühren, welche auf den Todestag abgezinst werden. Bei unbestimmter Laufzeit wird eine Dauer von 8 Jahren angenommen. Ist keine feste Lizenzgebühr vereinbart, wird auf die letzte vor dem Besteuerungszeitpunkt gezahlte Lizenzgebühr abgestellt.

Hinweis II: Die Lizenzgebühren ergeben sich aus der Lizenzvereinbarung.

Erbansprüche des/der Verstorbenen

Hinweis I: Ist der Verstorbene vor seinem Tod selbst Alleinerbe geworden, so fällt der Erbanspruch (Ersterbe) in den Nachlass (Zweiterbe).

Der Wert des Ersterbanspruchs bestimmt sich nach dem Wert des Ersterbes.

Hinweis II: Der Wert des Ersterbes lässt sich dem Nachlassverzeichnis des jeweiligen Erbfalls entnehmen, wenn des Ersterwerb unmittelbar vor dem Todesfall erfolgte. Ansonsten ist das angenommene Erbe als solches, also der übernommene Nachlass einschließlich aller Wertgegenstände und Schulden als eigenes Vermögen des/der Verstorbenen - d.h. einzeln - zu bewerten und zu berücksichtigen.

Hinweis III: Es besteht die Möglichkeit, das Ersterbe auszuschlagen, ohne das Zweiterbe ausschlagen zu müssen, wenn das Ausschlagungsrecht des/der Verstorbenen bei dessen/deren Tod noch bestand. Dies ist zu empfehlen, wenn der Wert des Ersterbes negativ ist. Der Erbteil fällt dann nicht in den Nachlass.

Pflichtteilsansprüche des/der Verstorbenen

Hinweis I: Ein Pflichtteilsanspruch ist anzusetzen, wenn er in den Nachlass fällt. Das ist dann der Fall, wenn er vor dem Todestag in der Person des/der Verstorbenen entstanden und noch nicht erfüllt worden ist. Der Pflichtteilsanspruch ist entstanden, wenn der/die Verstorbene vor seinem Tod (Zweiterbfall) aufgrund eines anderen Erbfalls (Ersterbfalls) selbst nach der gesetzlichen Erbfolge Erbe geworden wäre, davon aber testamentarisch ausgeschlossen wurde.

Der Pflichtteil besteht in der Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils.

Hinweis II: Die nichtausgeschlossenen Erben sind zur Auskunft über den Wert des Erbes verpflichtet. Dazu müssen sie unter Umständen ein Nachlassverzeichnis vorlegen.

Vermächtnisansprüche des/der Verstorbenen

Hinweis I: Ein Vermächtnisanspruch fällt in den Nachlass, wenn der/die Verstorbene vor seinem/ihrem Tod selbst mit einem Vermächtnis bedacht wurde und dieses noch nicht erhalten hatte. Gegenstand des Vermächtnisses kann eine Sache, eine Geldleistung oder ein Recht oder eine sonstige Leistung sein.

Der Wert des Vermächtnisanspruchs richtet sich nach dem Verkehrswert des Vermächtnisgegenstands zum Todestag. Bei einer Geldzahlung ist der Nennwert maßgeblich.

Hinweis II: Der Verkehrswert des Vermächtnisgegenstands lässt sich anhand der in diesem Nachlassverzeichnis für den Gegenstand aufgestellten Kriterien ermitteln.

Ansprüche aus Anteilen an Erbengemeinschaften des/der Verstorbenen

Hinweis I: Ist der Verstorbene vor seinem Tod selbst Miterbe geworden, so fällt der Erbanspruch (Ersterbe) in den Nachlass (Zweiterbe).

Der Wert des Ersterbanspruchs bestimmt sich nach dem Wert des Ersterbes.

Hinweis II: Der Wert des Ersterbes lässt sich dem Nachlassverzeichnis des jeweiligen (Vor-)Erbfalls entnehmen, wenn des Ersterwerb unmittelbar vor dem Todesfall erfolgte. Ansonsten ist das angenommene Erbe als solches, also der übernommene Nachlass einschließlich aller Wertgegenstände und Schulden (entsprechend der Erbquote) als eigenes Vermögen des/der Verstorbenen - d.h. einzeln - zu bewerten und zu berücksichtigen.

Hinweis III: Es besteht die Möglichkeit, das Ersterbe auszuschlagen, ohne das Zweiterbe ausschlagen zu müssen, wenn das Ausschlagungsrecht des/der Verstorbenen bei dessen/deren Tod noch bestand. Dies ist zu empfehlen, wenn der Wert des Ersterbes negativ ist. Der Erbteil fällt dann nicht in den Nachlass.

Ansprüche der/des Verstorbenen als Vorerbe

War der/die Verstorbene Vorerbe, tritt mit seinem/ihrem Tod der Nacherbfall ein. Das den Erben des/der Verstorbenen zufallende Nacherbe ist dann auf den Todestag mit dem Verkehrswert bzw. für den jeweils geltenden Gegenstand maßgebenden Wert zu bewerten.

Sonstige Ansprüche der/des Verstorbenen aus Erbfällen

Hier sind sonstige Ansprüche anzugeben, die aufgrund eines Ersterbfalles in den Nachlass fallen und keinem der vorangegangenen Punkte zuzuordnen sind. Im Zweifel werden dem/der Verstorbenen einzelne Gegenstände und Schulden zustehen, die nach den Kriterien dieses Nachlassverzeichnisses einzeln nach der für den jeweiligen Gegenstand geltenden Regelungen zu bewerten sind.


Schulden und Verbindlichkeiten

Welcher Wert ist anzugeben?

Darlehensschulden

Hinweis I: Hier sind Darlehensschulden des/der Verstorbenen anzugeben, die in den Nachlass fallen.

Ist das Darlehen bereits fällig, so ist die Verbindlichkeit mit dem Nennwert inklusive aufgelaufener Zinsen zum Todestag zu bewerten. Wird das Darlehen bzw. die Darlehensraten erst in Zukunft fällig, so sind die ausstehenden Raten auf den Todestag abzusinsen und zu summieren. Handelt es sich bei der Darlehensschuld um eine unverzinsliche Verbindlichkeit mit einer festen Laufzeit von noch einem Jahr oder eine niedrig- (unter 3%) oder hochverzinsliche (über 9%) Verbindlichkeit mit einer Laufzeit von noch mindestens vier Jahren, kann ggf. ein höherer oder niedrigerer Gegenstandswert anzusetzen sein. Zur genauen Berechnung empfehlen wir Ihnen, sich an den eingeschalteten Notar oder einen Experten zu wenden; dieser kann den Verbindlichkeitswert nach den einschlägigen Bewertungsmethoden ermitteln.

Auf ausländische Währungen lautende Forderungen sind nach dem Briefkurs zum Todestag in Euro umzurechnen. Briefkurs ist der Kurs, zu dem Kreditinstitute ausländische Währungen verkaufen.

Hinweis II: Die Berechnung des Gegenstandswerts hängt von der Art des Darlehens ab. Bei einem Fälligkeitsdarlehen ist das Darlehen in einer Summe nebst Zinsen bei Fälligkeit zurückzuzahlen. Ein Tilgungsdarlehen wird während der Laufzeit in Teilbeträgen getilgt, wobei Ratentilgung oder Annuitätentilgung vereinbart sein kann. Bei einem Annuitätendarlehen bleiben die Raten gleich hoch und der Tilgungsanteil nimmt mit jeder Rate zu, während der Zinsanteil abnimmt. Bei einem Ratentilgungsdarlehen bleibt der Tilgungsanteil der Raten gleich hoch, während der Zinsanteil abnimmt, sodass die Raten insgesamt geringer werden.

Steuerschulden

Hinweis I: Der Finanzverwaltung können noch Steueransprüche ggf. einschließlich Zinsansprüchen gegen den/die Verstorbene(n) zustehen. Wenden Sie sich hierzu an das für den/die Verstorbene(n) zuständige Finanzamt. Es kann sein, dass Sie noch Steuererklärungen beim Finanzamt einreichen müssen.

Bei gemeinsamer Veranlagung des/der Verstorbenen mit dem Ehegatten fällt nur der auf den/die Verstorbene(n) entfallende Anteil an der Steuerschuld in den Nachlass.

Bei Herausforderungen in Bezug auf die Aufteilung oder die Steuererklärung, raten wir Ihnen, sich an den eingeschalteten Notar oder einen anderen Experten zu wenden.

Hinweis II: Die Verbindlichkeit ist mit dem Nennwert der Steuerschuld zum Todestag zu bewerten.

Steuerschulden in anderen Ländern, die auf ausländische Wahrungen lauten, sind mit dem am Todestag maßgebenden Umrechnungskurs zu bewerten.

Sonstige Verbindlichkeiten

Hinweis I: Zu erfassen und zum Todestag zu bewerten sind hier sonstige Verbindlichkeiten, die in den Nachlass fallen. Dazu gehören unter anderem offene Rechnungen, Rentenrückzahlungspflichten, Sachleistungsverpflichtungen und Bürgschaftsschulden.

Hinweis II: Geldschulden sind mit dem Nennwert anzusetzen und - wenn sie erst in Zukunft fällig sind - entsprechend abzuzinsen. Sachleistungsverpflichtungen, d.h. Verpflichtungen zur Lieferung einer Sache oder Übertragung eines Grundstücks, sind mit dem gemeinen Wert der zu übertragenden Sache zu bewerten.

Handelt es sich bei der Darlehensschuld um eine unverzinsliche Verbindlichkeit mit einer festen Laufzeit von noch einem Jahr oder eine niedrig- (unter 3%) oder hochverzinsliche (über 9%) Verbindlichkeit mit einer Laufzeit von noch mindestens vier Jahren, kann ggf. ein höherer oder niedrigerer Gegenstandswert anzusetzen sein. Zur genauen Berechnung empfehlen wir Ihnen, sich an den eingeschalteten Notar oder einen anderen Experten zu wenden; dieser kann den Verbindlichkeitswert nach den einschlägigen Bewertungsmethoden ermitteln.

Verbindlichkeiten des/der Verstorbenen gegenüber seinen/ihren Erben

Hinweis I: Bei der Wertermittlung zu berücksichtigen sind auch Verbindlichkeiten des/der Verstorbenen gegenüber dessen/deren Erben oder andere Beteiligte des Erbfalls (z.B. aus gewährten Darlehen). Soweit die Verbindlichkeit nicht auf eine Geldzahlung gerichtet ist, sondern etwa auf eine Sachleistung, ist sie im Abschnitt "Sonstige Verbindlichkeiten" zu bewerten. Besteht die Forderung in Geld, ist sie hier zum Nennwert einschließlich bis zum Todestag aufgelaufener Zinsen zu bewerten. Die Verbindlichkeitenhöhe ergibt sich aus den vertraglichen Absprachen mit dem Erben und den zu Lebzeiten geleisteten Zahlungen.

Hinweis II: Handelt es sich bei der in Rede stehenden Verbindlichkeit um eine unverzinsliche Forderung mit einer festen Laufzeit von noch einem Jahr oder eine niedrig (unter 3%) oder hochverzinsliche (über 9%) Forderung mit einer Laufzeit von noch mindestens vier Jahren, oder ist zweifelhaft, ob die Forderung in vollem Umfang durchgesetzt werden kann, kann ggf. ein höherer oder niedrigerer Gegenstandswert anzusetzen sein. Bei der Bewertung, ob eine Forderung durchsetzbar ist, sind die hierfür geleisteten Sicherheiten zu berücksichtigen. Für die genaue Berechnung empfehlen wir Ihnen, sich an den eingeschalteten Notar oder einen anderen Experten zu wenden; dieser kann den Forderungswert nach den einschlägigen Bewertungsmethoden ermitteln.

Auf ausländische Währungen lautende Forderungen sind nach dem Briefkurs zum Verteilungstag in Euro umzurechnen. Briefkurs ist der Kurs, zu dem Kreditinstitute ausländische Währungen verkaufen.

Vermeiden Sie, die Verbindlichkeit doppelt anzusetzen.

Erbfallkosten - und -Schulden

Für die Ermittlung des Gebührenwerts im Erbscheinverfahren werden Kosten und Schulden, die nicht von dem/der Verstorbenen übernommen werden, sondern durch den Todesfall entstehen (z.B. Bestattungskosten), nicht abgezogen. Diese Kosten und Schulden können nur steuerlich geltend gemacht werden und sind bei der Verteilung unter den Erben zu berücksichtigen.

Sonstiges Vermögen

Welcher Wert ist anzugeben?

Hinweis I: Fällt in den Nachlass sonstiges Vermögen, dass keiner der zuvor genannten Kategorien zuzuordnen ist, so ist es an dieser Stelle anzugeben und zum Todestag mit dem Verkehrswert zu bewerten.

Die Bewertung richtet sich nach der Art des Vermögensgegenstandes.

Hinweis II: Wenden Sie sich in Zweifelsfällen für die Bewertung bitte an den eingeschalteten Notar oder einen anderen Experten.

Renten

Welcher Wert ist anzugeben?

Nießbrauchrechte und ähnliche Nutzungsrechte (z.B. Wohnrecht, Nießbrauch am Unternehmen)

Hinweis I: In diesem Abschnitt sollten Nießbrauchrechte und ähnliche Nutzungsrechte, z.B. Wohnrechte, angegeben werden, soweit sie durch den Tod des/der Verstorbenen nicht erloschen sind.

Bei Nutzungsrechten, die auf die Lebensdauer einer Person beschränkt sind, ergibt sich der Wert aus der Summe aller Nutzungen der ersten 20 (bei einem Lebensalter von unter 30 Jahren), 15 (Lebensalter von 30 bis 50 Jahre), 10 (Lebensalter von 50 bis 70 Jahre) oder 5 Jahre (Lebensalter von über 70 Jahren).

Bei Nutzungsrechten von unbeschränkter Dauer ist der auf die ersten 20 Jahre entfallende Wert maßgeblich. Bei unbestimmter Dauer ist der auf die ersten 10 Jahre entfallende Wert.

Hinweis II: Für die Bewertung der Nutzungen ist der Reinertrag des Rechts zum Todestag maßgeblich. Kann dieser nicht ermittelt werden, ist ein Jahreswert von 5 Prozent des Werts des betroffenen Gegenstands anzunehmen.

Private Rentenversicherung

Auszahlungsbetrag oder Rückkaufswert zum Todestag?

Anzugeben sind als Kapitalforderungen fällige Auszahlungsbeträge aus privaten Rentenversicherungen, wenn und soweit sie in den Nachlass fallen.

Ist mit dem Todesfall ein Versicherungsbetrag fällig, ist der Auszahlungsbetrag (Nennwert) anzugeben. Hat der/die Verstorbene eine private Rentenversicherung abgeschlossen und ist er/sie vor Rentenbeginn verstorben, kann z.B. für die Ansparphase eine Beitragsrückzahlung vereinbart worden sein, die an die bezugsberechtigte Person auszuzahlen ist; ist keine bezugsberechtigte Person benannt, fällt die Versicherungsleistung in den Nachlass und ist hier anzugeben. Eine doppelte Berücksichtigung (einmal im Abschnitt "Versicherung" und einmal im Abschnitt "Konto") sollte vermieden werden.

Bitte wenden Sie sich für den entsprechenden Wert an das jeweilige Versicherungsunternehmen.

Renten und andere wiederkehrende Leistungen (Leibrenten, Zeitrenten, gemischte Renten)

Hinweis I: In diesem Abschnitt sollten Renten (Zeit- oder Leibrenten) und andere wiederkehrende Leistungen angegeben werden, wenn und soweit sie in den Nachlass fallen. Dies ist zum Beispiel bei noch nicht ausgelaufenen Zeitrenten (Renten mit Garantiezeit) der Fall, wenn der/die Verstorbene Versicherungsnehmer war und keine andere bezugsberechtigte Person benannt wurde. Kapitalzinsen, Miet- und Pachtzinsen und sonstige Erträge aus in den Nachlass fallenden Wirtschaftsgütern werden hier nicht nochmal erfasst.

Bei Zeitrenten und anderen wiederkehrenden Leistungen von bestimmter Dauer richtet sich die Bewertung nach der Summe aller zukünftigen Leistungen. Ist eine Dauer von mehr als 20 Jahren bestimmt, richtet sich die Bewertung nach der Summe aller innerhalb der ersten 20 Jahre zu erhaltenden Leistungen.

Bei Leibrenten und anderen Leistungen, die auf die Lebensdauer einer Person beschränkt sind, ergibt sich der Wert aus der Summe aller Leistungen der ersten 20 (bei einem Lebensalter von unter 30 Jahren), 15 (Lebensalter von 30 bis 50 Jahre), 10 (Lebensalter von 50 bis 70 Jahre) oder 5 Jahre (Lebensalter von über 70 Jahren).

Bei wiederkehrenden Leistungen von unbeschränkter Dauer ist der auf die ersten 20 Jahre entfallende Wert maßgeblich. Bei unbestimmter Dauer ist es der auf die ersten 10 Jahre entfallende Wert.

Hinweis II: Der zugrunde zulegende Wert ist der Nennwert der Leistungen.

Altenteilsleistungen bei Land- und Forstwirtschaft

Hinweis I: Zu erfassen sind Altenteilsleistungen aus Land- und Fortwirtschaft, die in den Nachlass fallen. Altenteilsleistungen können wiederkehrende Leistungen oder wiederkehrende Nutzungen oder eine Kombination von beidem sein.

Sind die Altenteilsleistungen auf eine bestimmte Dauer begrenzt, richtet sich die Bewertung nach der Summe aller Leistungen, höchstens jedoch der auf die ersten 20 Jahre entfallende Wert.

Sind die Leistungen/Nutzungen auf die Lebensdauer einer Person beschränkt, ergibt sich der Wert aus der Summe aller Leistungen der ersten 20 (bei einem Lebensalter von unter 30 Jahren), 15 (Lebensalter von 30 bis 50 Jahre), 10 (Lebensalter von 50 bis 70 Jahre) oder 5 Jahre (Lebensalter von über 70 Jahren).

Bei unbeschränkter Dauer ist der auf die ersten 20 Jahre, bei unbestimmter Dauer ist es der auf die ersten 10 Jahre entfallende Wert.Hinweis II: Der zugrunde zulegende Wert ist der Nennwert der Leistungen bzw. der Reinertrag des Nutzungsrechts. Kann dieser nicht ermittelt werden, ist ein Jahreswert von 5 Prozent des Werts des betroffenen Gegenstands anzunehmen.

Land- und Forstwirtschaft

Welcher Wert ist anzugeben?

Land- und Forstwirtschaftliches Vermögen im Inland/EU/EWR und in Drittstaaten

Hinweis I: War der/die Verstorbene Inhaber oder Mitinhaber eines land- oder forstwirtschaftlichen Betriebs und fällt dieser Vermögenswert in den Nachlass, ist er zum Todestag zu erfassen und zu bewerten. Zu einem land- oder forstwirtschaftlichen Vermögen gehören alle Wirtschaftsgüter, die dem Betrieb dauernd zu dienen bestimmt sind. Hierzu gehören insbesondere Grund und Boden, die Wohn- und Wirtschaftsgebäude, die stehenden Betriebsmittel und ein normaler Bestand an umlaufenden Betriebsmitteln. Voraussetzung für die Bewertung nach den nachfolgend beschriebenen Kriterien ist, dass der Betrieb nicht stillgelegt ist und (zumindest auch) durch den/die Verstorbene geführt wurde und einen nicht unwesentlichen Teil seiner Existenzgrundlage bildet. Ferner muss der Betrieb Mindestgrößen aufweisen, die dem Merkblättern der landwirtschaftlichen Altersklassen zum ALG zu entnehmen sind. Erfüllt der Betrieb die Kriterien nicht, ist er als gewerbliche Einzelunternehmung oder Anteil an einer Personengesellschaft zu bewerten.

Hinweis II: Der anzusetzende Gebührenwert ist der 4-fache Einheitswert, der zum Todeszeitpunkt bereits festgestellt ist. Wertveränderungen des Betriebs zwischen der Feststellung des Einheitswerts (z.B. durch Baumaßnahmen) und dem Todestag sind zu berücksichtigen, indem ein fiktiver Einheitswert unter Berücksichtigung der Wertänderungen zugrunde gelegt wird.

Hinweis III: Wird nur ein Anteil übertragen, ist nur dieser anzusetzen. Die Voraussetzungen sind im Einzelfall zu prüfen. Hierbei hilft Ihnen der eingeschaltete Notar. Ansonsten raten wir zur Einschaltung eines Experten.